Die Phantomschlange

Diese Woche steckte ich meine spärliche Freizeit in die Vorbereitung meiner Lesung im Café Mehlbeere, Texte durchgesehen, überarbeitet, geübt, noch mal geübt…

Es blieb kein Raum für eine ABC-Etüde; der Blog und dieses und jenes wurden vernachlässigt.

Ich finde, es hat sich gelohnt, ich hatte ein kleines, aber zauberhaftes Publikum. Und die Mehlbeere ist sowieso ein ganz besonderer Ort, allen,  die in der Gegend vorbeikommen, lege ich eine Einkehr ans Herz.

Und weil ich nicht alles aus der Sammlung Mareike lesen konnte, was ich gern gelesen hätte, habe ich meinem Publikum Die Phantomschlange als Zugabe auf meinem Blog versprochen. Hier ist sie.

Eine weitere und gleichzeitig die erste Geschichte aus der Sammlung findet sich hier.

002

Ein für alle Mal: Nein!“

Mama ist kurz vorm Explodieren, doch Adele, meine kleine Schwester, quengelt unverdrossen weiter: „Ich brauche dringend einen J-R-T“

Wozu in eine größere Wohnung ziehen, fragt sie, wenn man gar keinen Hund anschaffen will. J-R-T steht bei uns für Jack-Russell-Terrier. Wer dieses Wort zehnmal hintereinander gesagt und zweihundertmal am Tag gehört hat, wird verstehen, warum mein Bruder Jonas diese sinnvolle Abkürzung eingeführt hat.

Wir haben genug Haustiere. Auch für fünf Zimmer und eine Terrasse“, befindet Mama und krault unsere verwöhnten Katzen. Außer Mirabal und Miranda haben wir Iks und Üpsilon, zwei Meerschweinchen, die ein herzloser Vollidiot in Omas Garten ausgesetzt hatte. Nachdem das Aktenzeichen XY („Wem gehören die beiden?“) wochenlang ungelöst blieb, lieferten wir die befellten Fundstücke in ein Tierheim ein. Dort brach Adele so herzzerreißend zusammen, dass Mama Iks und Üpsilon zurück zum Auto trug, einen Käfig kaufte und die Kastration beim Tierarzt bezahlte.

Adeles kinoreife Heulattacke ließ Jonas im Tierheim ausreichend Zeit sich in vier verlassene Chinchillas zu verlieben. Nach drei Monaten intensiven Quengelns, während derer Jonas sich als weltbester Meerschweinchenstallausmister und Katzenkloreiniger präsentierte, gab Mama nach.Theodor, Koks, Ritter Rost und Radiergummifuß zogen ein.

Die Königin unserer Haustierschar ist unbestritten Rosalie, eine Kakadudame, die Mama schon hatte, als sie an Kinder nicht einmal gedacht hatte. Unser Privatzoo hat in Adeles Augen nur einen Fehler: Keines der Tiere ist ein J-R-T.

Wastl, dem J-R-T-Prachtmodell aus dem Allgäu, wurde es zwei Urlaubswochen lang nicht zu viel, Gummibälle für Adele zu apportieren und ihr wurde es kein bisschen zu viel, Gummibälle zu werfen und dabei ununterbrochen „Los, Wastl! Brav, Wastl!“, zu brüllen.

Als das Taxi uns am letzten Tag zu Bahnhof brachte, schluchzte Adele bis der Taxifahrer anfing, sie mit Bonbons notzufüttern. Ich weinte derweil laut- und tränenlos. Mein Herz hatte ich an Mädi verloren, die hübscheste und liebste Haflingerstute, die je durch das Allgäu getrabt ist. Grazil und kräftig zugleich, folgsam, mit wunderbar weichem Galopp und sanften braunen Augen. Dagegen kommt kein alberner Jack-Russell-Terrier an, der sich selbst mit einem Flummi verwechselt.

Selbst wenn Mama eines Tages weiteren Haustieren zustimmen sollte, wird sie niemals genug Geld haben, um ein Pferd anzuschaffen. Sogar Reitstunden sind für uns zu teuer. Insofern ist es fair, dass Adele keinen J-R-T bekommt, weder vor noch nach dem Umzug.

Wir ziehen nur ein Stockwerk tiefer, in die Wohnung unseres ehemaligen Nachbarn Rybacyk, der in ein ruhigeres Haus umgezogen ist, also in eines, in dem wir nicht wohnen. So kommen wir zu einer Terrasse und Mama bekommt ein Arbeitszimmer, in dem auch Gäste übernachten können.

Unglaublich, in wie viele Einzelteile man eine Einbauküche zerlegen kann“, stöhnt Mama. Jahrelang fügte unsere Küche sich brav und glatt zwischen die Wände, doch in Bretterstapel verwandelt, gelingt es ihr spielend Adeles ehemaliges Zimmer und den gesamten Flur zu verstopfen. Wenn man allerdings das Gebirge betrachtet, mit dem wir Adeles neues Zimmer blockieren, müssen die Schränke früher größer gewesen sein, als es hinter ihren blanken weißen Fassaden den Anschein hatte: Acht Suppenteller, elf flache Teller, achtundzwanzig Tupperdosen, siebenundzwanzig Becher, drei Tassen und achtzehn Untertassen. „Untertassen gehen aus reiner Bosheit nie kaputt, während man die dazu passenden Tassen bloß schräg anzuschauen braucht“, sagt Mama dazu, zweiundzwanzig Löffel, einundzwanzig Messer, lediglich dreizehn Gabeln, „Das kann eigentlich nicht sein, die gehen doch nicht kaputt“, wundert sich Jonas. Später wird es ihm peinlich sein. Wir finden elf Gabeln unter seinem Schreibtisch, die er für ein wissenschaftliches Experiment gebraucht hatte, er kann sich aber nicht mehr erinnern, worum es dabei ging. Weiterhin haben wir vier Nuckelflaschen, aber kein Baby, zwanzig Einmachgläser, ohne die geringste Lust zum Einmachen und höchst erstaunlicherweise einen Tortenheber. Bei jeder Geburtstagstorte jammert Mama, dass wir keinen haben und sie schon wieder vergessen habe, einen zu kaufen. Dieses Modell hat sie noch nie gesehen.

Jonas nutzt das Packen, um im Rahmen einer wissenschaftlichen Erhebung die Gegenstände unseres Haushaltes zu zählen. Er hat in einem Magazin gelesen, dass jeder Deutsche im Schnitt zehntausend Dinge besäße und möchte nun wissen, ob wir über- oder unterdurchschnittliche Staatsbürger sind. Es stellt sich auch die Frage, ob wir als Vier-Personen-Haushalt vierzigtausend Sachen haben müssten oder ob Kinder weniger haben als Erwachsene, weil Kinder keine Herde, Kühlschränke oder Bohrmaschinen besitzen, dafür Legosteine, Fußballkarten und Barbiekleider, alles Sachen, von denen man jeweils ziemlich viele hat.

Jonas“, jammert Mama, „Leuten, die gerade umziehen mit solchen Zahlen zu kommen, ist sadistisch.“

Was bedeutet sadistisch?“, will ich wissen.

Sadistisch sind Leute, denen es Spaß macht, andere zu quälen“, erklärt mein Bruder. „Ich bin kein bisschen sadistisch. Ich bin wissenschaftlich interessiert. Solche Neigungen sollten Eltern unterstützen.“

Mama erwidert, die meisten Wissenschaftler seien Sadisten – „denk an die vielen Labormäuse, die die pro Tag zerschnippeln“ – und während wir in der Schule sind, verschwinden Handtücher, Stifte und T-Shirts ungezählt in ungezählten Kartons.

Jonas beschwert sich: „So wird unser Haus nie zu einem Leuchtturm der Wissenschaft“,

Braucht es auch nicht“, kontert Mama mitleidslos. „Mir reicht eine bewohnbare Fünfzimmerwohnung.“

Schnöde um seinen wissenschaftlichen Erfolg gebracht, zeigt Jonas keinen großen Umzugseifer mehr. Adeles Hauptfunktion besteht ohnehin darin, uns im Weg zu stehen. Also machen Mama, unser Freund Ludwig, Oma, die zwar nicht besonders fit, aber dafür Weltmeisterin im Adele-beschäftigen ist, ihr Freund Murat und ich die meiste Arbeit.

Wo treibt sich unser Oberwissenschaftler herum?“

Noch hat Mama nicht aufgegeben ihren Sohn einzuspannen. „Selbst wenn er alle Bücher zählen sollte, müsste er langsam fertig sein. Mareike, geh‘ ihn suchen.“

Jonas zählt keine Bücher. Er steht neben den Briefkästen, vor dem Korkbrett, an dem man erfährt, wann der Schornsteinfeger kommt, welche Partei mit dem Wischen des Treppenhauses an der Reihe ist oder wer einen Ohrring auf der Fußmatte gefunden hat.

Guck mal Mareike. Cool, oder?“

Ich lese:

Schlange vermisst

Liebe Nachbarn, seit gestern vermisse ich meine Lampropeltis getulus californiae (Kalifornische Königsnatter, siehe Foto) Sie ist ungefähr fünfundsechzig Zentimeter lang und ABSOLUT UNGIFTIG. Sie müssen keinerlei Angst vor dem Tier haben. Bitte informieren Sie mich, falls Sie es im Treppenhaus oder im Keller sehen. Ich werde mein Handy Tag und Nacht eingeschaltet haben.

Es folgt eine Mobilfunknummer, ein Foto von einer braun-gelb geringelten Schlange, das so unscharf ist, dass man nicht sagen kann, wo die Schlange anfängt und aufhört, sie wirkt aber länger als fünfundsechzig Zentimeter.

Und schließlich: Mit freundlichen Grüßen, Ihr Nikolas Bergt.

Wie Adele sich einen J-R-T wünscht, wie ich von Mädi, der Haflingerstute, träume, so sehnt mein Bruder sich nach einer Schlange, dabei kann man auf Schlangen weder reiten kann noch apportieren sie Gummibälle.

Wusstest du, dass der Herr Bergt eine Schlange hat?“, frage ich Jonas.

Nee.“

Herr Bergt wohnt bei uns im Haus ganz oben links. Er trägt an die dreißig Zöpfe, die nicht wie üblich aus drei Strängen geflochten sind, sondern nur aus Kletten bestehen. Wenn Adele sich beim Haare kämmen aufführt, als solle sie geschlachtet werden, sagt Mama schon mal: „Halt still. Sonst siehst du bald aus wie Herr Bergt“.

Will ich auch!“, sagt Adele, sie mag Herrn Bergt.

Meine Schwester vergisst öfter mal in die Richtung zu schauen, in die sie gerade mit Höchstgeschwindigkeit rennt. Herrn Bergt hat sie auf diese Weise einmal glatt über den Haufen gerannt. Er kam gerade vom Wochenmarkt, Äpfel,Tomaten, Zucchini und Apfelsinen sprangen durchs Treppenhaus und wurden nicht besser davon. Die meisten Nachbarn hätte so ein Auffahrunfall ohne Auto fürchterlich aufgeregt, aber Nikolas Bergt grüßt Adele seitdem.

Hallo Brausewumm“, sagt er, wenn sie ihm über den Weg läuft. „Mach‘ bitte einen kleinen Bogen um mich.“

Allen anderen lächelt er nur still und freundlich zu.

Jonas sagt: „Ich werde bei diesem Nikolas klingeln. Vielleicht kann ich ihm Suchen helfen. Könnte ja sein, dass er noch mehr Schlangen hat, die ich mir angucken könnte. Oder ein Chamäleon.“ Ein Chamäleon hätte Jonas noch lieber als eine Schlange.

Herr Bergt ist jedoch nicht zu Hause. Jonas und ich sortieren seine dreihundertvierundzwanzig Bücher und Comics in das Regal seines neuen Zimmers.

Plötzlich klingelt ein Telefon. Wir brauchen eine Weile, bis wir verstehen, dass es unser eigenes ist. Sein Klingeln haben wir lang vermisst, in der alten Wohnung sind wir schon seit Wochen nicht mehr zu erreichen gewesen.

Meine Freundin Svenja Jelinski meldet sich.„Ein Glück, ihr habt wieder Festnetz. Ich muss dir was voll Wichtiges erzählen, und ich hätte echt Schiss, deine Mutter nochmal auf Handy anzurufen.“

Das hatte Svenja letzte Woche ungefähr dreimal täglich getan, bis Mama ihr mitgeteilt hatte, beim Umziehen habe sie keine Zeit Telefonistin zu spielen, in einem Tonfall, der die frischste Milch hätte sauer werden lassen können. An Svenjas Stelle wäre ich meiner Mutter die nächsten zehn Jahre aus dem Weg gegangen. Mindestens.

Umziehen ist nix für Elisabeths Nervenkostüm“, sagte Ludwig gestern zu Murat. Ich finde „Nervenkostüm“ ein herrliches Wort, als ob man seine Nerven wie ein Kleid an- und ausziehen könnte. Weil Mama – sie ist nämlich die, die Elisabeth heißt – gerade in der anderen Wohnung war, lachten wir ziemlich laut über ihr fadenscheiniges Nervenkostüm, besonders als Jonas sagte, Mama trage zurzeit gar kein Nervenkostüm, sondern ein waschechtes Meckerziegenfell.

Ehe ich Svenja diesen Spruch hinterbringen kann, erzählt sie aufgeregt, ihre Oma habe eine Schlange auf ihrer Terrasse gesehen. Svenjas Oma wohnt nur zwei Häuser von uns entfernt.

Ich weiß, wem die gehört!“, brülle ich in den Hörer. „Wir rufen sofort zurück.“

Jonas ist schon im Treppenhaus und schreibt Nikolas Bergts Handynummer ab. Kaum haben wir gewählt, klingelt es im Flur: Nikolas Bergt ist in dem Moment, wo wir ihn angerufen haben, durch die Haustür spaziert.

Kurz danach zieht eine größere Prozession vom Moorbirkenring 23 zum Moorbirkenring19. An der Spitze laufen Jonas, Adele und ich, dann folgt Herr Bergt, ausgerüstet mit einem speziellen Schlangenfanghaken und einem kleinen Stoffbeutel zum Transport der Schlange. Er war sofort bereit gewesen mitzukommen, obwohl er sich nicht vorstellen konnte, dass seine kleine Lampropeltis dingsda so weit gekrochen sein könnte. Immer auf Sensationen erpicht folgt uns Frau Fischer, genannt Fischy, aus dem ersten Stock links. Fischys Neugier ist unbezähmbar, doch dass im Haus eine Schlange wohnt oder wenigstens bis gestern wohnte, ist selbst ihr entgangen.

Hätten Sie uns ja mal zeigen können“, sagt sie leicht vorwurfsvoll. „Damit man weiß, bei wem man die entlaufenen Schlangen abgeben kann“, es klingt, als ob sie alle zwei bis drei Wochen eine entlaufene Schlange fände.

Kaum hat Adele bei Svenjas Oma geklingelt, kläfft hinter der Tür ein Hund los, als könne einzig Bellen ihn vorm sicheren Tode erretten. Ruhig, Püppi, ruhig. Püppi, aus! Aus, sage ich, Püppi, aus!“ Nichts dringt durch die Wolke aus Gebell, die Püppi umhüllt.

Ein Jot Er Tee!“, Adele verliert schlagartig jegliches Interesse an Schlangen und versucht Püppi an ihr Herz zu pressen, wodurch die kleine Hündin endgültig den Verstand zu verlieren droht.

Das Nervenkostüm ihres Frauchens ist in einem noch schlechteren Zustand als Püppis. So dick, war sie. So dick!“, Svenjas Oma hält ihre Hände auseinander, um den Schlangendurchmesser anzuzeigen. Man könnte problemlos eine unserer achtzehn Untertassen hineinlegen. „So ein Ungetüm halten sie in einer Mietwohnung? Die ist doch bestimmt ganz schrecklich giftig? Ist das eigentlich erlaubt? Wenn das Vieh nun meine Püppi gefressen hätte?“

Mit jeder Frage rückt sie Herrn Bergt dichter auf die Pelle. Er wird immer blasser und presst seinen Rücken an die Wand des Windfangs.

Fischy rettet ihn. Resolut schickt sie ihn mit seiner Schlangenfangausrüstung auf die Terrasse. Dann trennt sie Püppi und Adele und verschafft sich Zugang zur Wohnung, um die aufgelöste Frau in ihrer eigenen Küche zum Kaffee einzuladen. Frau Franke, wie Svenjas Oma für die heißt, die sie nicht Oma nennen dürfen, fügt sich. Gegen Fischys Fürsorglichkeit kommt niemand an.

Nikolas Bergt und Jonas suchen über eine Stunde nach der Schlange. Fischy und Frau Franke sind unterdessen beim Du angelangt, und Frau Franke führt Adele vor, wie possierlich Püppi zugeworfene Hundekekse auffangen kann. Die Schlange bleibt unauffindbar.

Tut mir Leid, Frau Franke“, sagt Nikolas Bergt. „Nichts zu finden. Wenn Sie sie nochmal sehen, rufen Sie mich an. Wie gesagt, kalifornische Königsnattern sind ungiftig und meine ist noch nicht mal ganz ausgewachsen, knappe fünfundsechzig Zentimeter.“

Sie war mindestens fünf Meter lang.“

Dann war es nicht meine. Oder Sie erschien Ihnen größer als sie in Wirklichkeit ist. Das kommt, wenn man keine Erfahrung mit Schlangen hat, durchaus vor.“

Wie beim Zahnarzt“, mischt Jonas sich ein. „Ich hatte neulich ein Loch in einem Backenzahn. Es fühlte sich riesig an. Ich hatte richtig Angst vor der Plombierung. Aber unser Zahnarzt meinte, es sei ziemlich klein und problemlos zu füllen. Die Zunge würde alles anderthalb mal größer fühlen, und der Rest sei Psyche. Vielleicht ist das bei Schlangensichtungen ähnlich.“

Frau Franke wirkt nicht überzeugt, sie hat die Schlange gesehen und nicht mit der Zunge erspürt. Sie bedankt sich weder bei Herrn Bergt noch bei Jonas.

Am nächsten Tag hängt ein neuer Zettel am Korkbrett:

Liebe Nachbarn,

meine Lampropeltis getulus californiae ist wieder da! Sie saß unter der Mikrowelle, hatte also die Wohnung gar nicht verlassen. Allen, die beim Suchen geholfen haben, herzlichen Dank!

P.S. Jonas, du darfst gerne meine Terrarientiere angucken.

Es ist der erste Tag der Herbstferien. Ein sonnendurchfluteter, erstaunlich warmer Bilderbuchoktober bahnt sich an. Außer der Vorfreude auf eine eigene Terrasse haben wir nicht viel davon. Heute werden meine geschätzten zehntausend Gegenstände durch das lichtarme, kühle Treppenhaus getragen. Der morgendliche Besuch bei Nikolas Bergt hat meinen Bruder vom Zählen abgebracht, während wir meine Stofftiere in einem Karton zwischen uns nach unten schleppen, redet er ohne nennenswerte Pause über Schlangen, Bartagamen, Geckos und Vogelspinnen. Sogar ein madagassisches Chamäleon beherbergt unser Nachbar.

Mareike, es ist gigantisch.“

So, du Freak, jetzt lass‘ uns von was anderem reden“.

Wenn Jonas uns die nächsten Tage so mit Reptiliengeschichten beschallt, wie Adele mit J-R-T-Lobgesängen, werde ich mich in mein neues Zimmer zurückziehen und Pferdeposter aufhängen. Ich habe zweiundzwanzig, falls das meinen Bruder noch interessieren sollte.

Neben den Briefkästen steht ein Mann in schwarzer Motorradkleidung. In der Hand hält er den Traum meiner Freundin Svenja: das neueste Mobiltelefon, mit dem man alles kann: E-Mails schicken, im Internet surfen, fotografieren, Filme drehen, sogar telefonieren. Es apportiert nur keine Gummibälle und darauf zu reiten, würde ich auch nicht empfehlen. Der Mann fotografiert gerade die Mitteilung von der wiedergefunden Schlange.

Wohnt ihr hier?“, fragt er uns. Wir nicken. Vielleicht möchte er unsere alte Wohnung besichtigen. Sie ist noch nicht wieder vermietet. Schwer zu sagen ob der dauernörgelnde Rybacyk oder so ein Protzhandytyp der unangenehmere Nachbar wäre.

Ihr kennt bestimmt den Mann, dem die Schlange gehört, oder? Was ist das für ein Typ? Zeigt er euch manchmal seine Tiere?“

Daher weht also der Wind. Ich sage nichts. Wenn mir Leute unsympathisch sind, tue ich so, als ob ich ein bisschen unterbelichtet sei. Eine erfolgreiche Methode, weil unsympathische Menschen meistens keine Lust auf unterbelichtete Leute haben. Mein Bruder hält nichts davon, sich dumm zu stellen.

Könnten Sie uns bitte sagen, wer Sie sind und was Sie hier möchten?“, fragt er, abgebrüht wie ein extra ausgebildeter Wachmann.

Immer mit der Ruhe, junger Mann. Ich stehle keine silbernen Löffel. Glaube gar nicht mal, dass ihr welche dabei habt.“

Gönnerhaft zeigt er auf meine Stofftiere und lacht über seine eigenen Worte, als habe er einen guten Witz gemacht. Weil wir uns weigern, das komisch zu finden, verschluckt er den Rest seines Lachens und fährt fort: „Nach den Vorfällen gestern auf dem Spielplatz ist die Öffentlichkeit ein bisschen beunruhigt, nicht wahr? Und da schaut der gute alte Guido halt gern ein wenig nach dem Rechten …“

Er zwinkert uns so, als seien wir drei Verbündete. Mit Erwachsenen, die Kindern so plump kommen, mag ich nichts zu tun haben.Ich stelle mich noch ein bisschen dümmer, als wüsste ich nicht einmal ein Zwinkern zu deuten.

Wir wissen nicht von Vorfällen auf irgendeinem Spielplatz“, sagt Jonas würdevoll. Der Wachmann hat sich in einen Pressesprecher verwandelt, einen von diesen Typen, die im Fernsehen erklären müssen, warum ihre Firma Rattengift in Marmeladengläser abgefüllt und im Supermarkt als Himbeergelee verkauft hat. Die wissen auch immer von nichts. Ohne Höflichkeiten zu verschwenden, ziehen wir die Tür hinter uns zu.

Was eine unnötige Figur!“, Jonas schüttelt sich. „Niko hätte seine Mikrowelle von der Wand abziehen sollen, bevor er diese an Geschichte an die große Glocke gehängt hat.“

Niko nennt er ihn also mittlerweile.

Am nächsten Morgen sitzen wir, Ferien hin oder her, um acht Uhr beim Frühstück, dem Umzug sei es geklagt. Vor zehn Uhr ist unsere Familie nicht voll funktionstüchtig. Mama starrt in ihre Kaffeetasse, wie eine Wahrsagerin in eine Kristallkugel, aus der sie nicht schlau wird. Jonas und ich stieren kaum intelligenter in unsere Müslischalen. Nur Adele scheint ausgeschlafen. Bester Dinge preist sie die Vorzüge der J-R-Ts im Allgemeinen und Püppis im Besonderen. Beim ersten Klingeln rast sie zur Tür, wir anderen wären gekrochen.

Ich breche zusammen, wenn das ein Interessent für die Wohnung ist“, stöhnt Mama. „Stellt euch vor, ein krankhafter Frühaufsteher in der Wohnung über uns. Da ist Streit vorprogrammiert.“

Hallo Brausewumm, kann ich kurz deine Geschwister sprechen?“

Jonas, plötzlich hellwach, flitzt eilfertig zur Wohnungstür, ich folge ihm, etwas verwundert, aber in keinster Weise vorbereitet auf das, was kommt. Wir kennen Nikolas Bergt nur lächelnd. Selbst wenn er die Mundwinkel nicht nach oben zieht, strahlt er Wärme aus, wie ein transportabler Ofen. „Herzenswärme“, nennt Mama das.

Heute hat er die Herzenswärme abgeschaltet, sein Blick wirkt auf mich, wie die Taste Schockfrosten auf frisch geerntete Erbsen, wenn wir sie von Omas Garten in unser Tiefkühlgerät verfrachten.

Was habt ihr euch dabei gedacht?“

Das ist nur der Anfang, aber schockgefrostete Erbsen hören schlecht. Lediglich ein paar Fetzen dringen durch meinen Eispanzer: „undankbar“, „enttäuscht“ , „sich ja nicht einbilden, eine Schlange auf den Arm nehmen zu dürfen“.

Jonas begehrt auf, schreit unerträglicher als Herr Bergt und Mama räumt mich weg wie eine falsch platzierte Schaufensterpuppe. Keiner schockfrostet mich in ihrer Gegenwart ungestraft. Sie wird lauter als Jonas und Nikolas Bergt zusammen zusammen.

Wer hat Ihnen denn ins Hirn geschissen?“, vernehme ich noch von dem Sofa, auf dem sie mich geparkt hat, dann knallt Herr Bergt die Wohnungstür zu. Mama reißt sie wieder auf, kreischt etwas, das ich nicht verstehe und hechtet hinter ihm her. Adele kuschelt sich zitternd neben mich. „Wenn der Mama nun tot macht.“ Ich will ihr sagen, dass ich das nicht glaube, aber Tiefkühlerbsen können nicht sprechen. Zum Glück kommt Mama schnell zurück, mit einer Zeitung in der Hand, die sie auf dem Couchtisch ausbreitet.

Der arme Mann“, sagt sie. „Erst das und dann ich. Lest mal.“

Schlange tyrannisiert Birkensiedlung!

Die Buchstaben sind mindestens drei Zentimeter hoch.

Die Fünfundsechzig-Zentimeter-Schlange, die wissen wollte, wie es unter einer Mikrowelle aussieht, hat es geschafft, unseren Stadtteil auf die erste Seite des Lokalteils zu hieven. Die nächsten Buchstaben sind kleiner, dafür rot:

Wie gefährlich ist die ausgebrochene Riesenschlange?

Wahnsinniger Besitzer verweigert Zusammenarbeit mit den Behörden!

Dann geht es mit normalgroßen Buchstaben weiter: Angst und Schrecken bestimmen das Leben in der sonst so beschaulichen Birkensiedlung. Eine Riesenschlange, von ihrem Besitzer in einem unzureichend gesicherten Terrarium gehalten, treibt sich seit Tagen in dem von vielen Familien bewohnten Quartier herum.

Nikolas B., der neben Schlangen weitere Reptilien, Skorpione und Riesenspinnen in einer Vierzig-Quadratmeter-Wohnung hält, informierte weder die Polizei noch die Hausverwaltung über das Entkommen des Tieres. Einen simplen Aushang im Treppenhaus hielt er für ausreichend.

Das sieht Hertha F. anders: „Fast hätte diese Ungeheuer meinen Jack-Russell-Terrier Püppi verschlungen. Hier auf der Terrasse“, gibt die noch merklich unter Schock stehende Zweiundsiebzigjährige zu Protokoll. „Der junge Mann gab sich alle Mühe, aber man merkte, dass er keine Ahnung hatte. Stellen Sie sich vor, er hat einen kleinen Jungen mitsuchen lassen.“

Ja, das Tierhaltung Verantwortung einschließt, scheint Schlangenfreund Nikolas B. entgangen zu sein. Als sein Tier wenig später auf einem Spielplatz am Zwergbirkenring gesichtet wurde, war er nicht mehr erreichbar. Die vielen Familien mit Kleinkindern, die wegen des schönen Herbstwetters auf den Spielplatz gekommen waren, mussten bis zur Ankunft von Polizei und Tierrettung allein mit der Situation fertig werden. Als die Beamten schließlich eintrafen, war das Tier nicht mehr aufzufinden.

Im von B. bewohnten Mehrfamilienhaus treffen wir auf den zehnjährigen Fritz und seine Schwester Mareike (7). Während Fritz von den Tieren seines Nachbarn begeistert ist, bringt die kleine Mareike vor Angst kaum ein Wort heraus: „Bitte nicht mehr davon sprechen“, flehen die Augen des verängstigten Kindes. „Wir mussten Herrn B. versprechen, nichts zu erzählen“, ergänzt ihr großer Bruder. Seine Eltern wären vermutlich entsetzt, wenn ihnen zu Ohren käme, dass ihr – offensichtlich unbeaufsichtigter – Sohn beim Nachbarn Schlangen streichelt. Die alleinerziehende Mutter verweigerte ein Gespräch mit uns.

Nikolas B.teilte unterdessen – wieder auf einem handschriftlichen Zettel im Hausflur – mit, er habe das Tier unter seiner Mikrowelle wieder gefunden. Eine Riesenschlange unter einer Mikrowelle!

Für wie dumm hält man uns“, schimpft Nachbarin Hertha F. Die Birkensiedlung hofft nun auf einen frühen Frost, den die – vermutlich aus dem tropischen Regenwald stammende – Riesenschlange nicht überleben wird.

Das arme Tier! Es kann nichts dafür, dass Leute wie Nikolas B. es aus dem Dschungel holen, um ihr Ego damit aufzupolieren.

Neben dem Artikel sieht man ein Foto unseres Hauses, das Straßenschild „Moorbirkenring“ und die Hausnummer 23 sind einwandfrei zu entziffern, Nikolas Bergts Wohnung ist mit einem weißen Pfeil gekennzeichnet. Unterzeichnet ist das ganze mit dem Kürzel gfh, darunter kommen noch mal richtig große Buchstaben:

Das Neue Tageblatt kämpft für Sie!

Wenn Sie einer Schlange begegnen, wählen Sie:

0179 999 999

Wir lassen Sie nicht allein!

Niko weiß doch, dass ich nicht Fritz heiße. So ein bescheuerter Name“, Jonas‘ Gesicht ist tränenverschmiert. Das kommt selten vor, der ungerechtfertigte Zorn seines neuen Freundes scheint sehr weh zu tun.

Zehn war ich vor drei Jahren. Und wer Mareike für sieben hält, ist nicht ganz echt im Kopf.“

Selbst mit sieben hätte ich nicht so einen Quatsch gesagt“,

Moment mal“, Mama kramt in den aufgesetzten Riesentaschen ihrer Renovierhose. „Da war doch gestern so eine Nervensäge an der Haustür …“

Sie legt eine Visitenkarte auf den Tisch.

Neues Tageblatt

Guido Ferdinand Hengstmann

Lokalreporter

Telefon 0179 999 999

Der gute alte Guido“, sagen Jonas und ich wie aus einem Mund.

Was habt ihr dem erzählt?“

Bevor Mama sich aufregen kann, schildert Jonas wortgetreu unsere profimäßige Guidoabwimmelaktion. Mama ist beeindruckt.

Der Bergt ahnt nicht, was er für ein Glück gehabt hat. Stellt euch vor, Adele wäre diesem Schmierenreporter über den Weg gelaufen. Ich fürchte, das hätte seine Zuneigung zu Brausewumm auf eine harte Prüfung gestellt.“

Fragt sich nur wie der Typ Mareikes Namen erfahren hat – mal abgesehen davon, dass er nicht im Stande ist, das Alter von Kindern richtig zu schätzen. Du bist zwar ziemlich klein, aber wie sieben siehst du nicht aus. Und ich nicht wie zehn – will ich hoffen.“

Plötzlich geht mir ein Licht auf:

Jonas, wir haben uns im Treppenhaus stundenlang unterhalten, du hast bestimmt meinen Namen gesagt. Wer weiß, wie lange dieser Schleimbeutel schon unten gestanden und gelauscht hat.“

Daher weiß er auch, was für Terrarientiere Niko hat, habe ich dir alles erzählt.“

Und ich habe dich einen Freak genannt.“

Na und? Davon steht nichts in dem Artikel.“

Doch“, kichere ich. „Freak Fritz“

Nicht mal die Ohren waschen kann der sich“.

Kommt mit hoch zu Herrn Bergt“, sagt Mama. „Wir sollten diese Geschichte aufklären, ehe es dem miesen Guido gelingt, unsere gute Nachbarschaft dauerhaft zu vergiften.“

Ich denke nicht daran, an der Tür des Schreiers zu klingeln, selbst nicht mit der Aussicht auf eine Entschuldigung. Mama gibt klein bei und geht mit Jonas und Adele nach oben. Ängstlich lausche ich ins Treppenhaus. Kein schauriges Geschrei hallt von den Wänden wieder, nichts weist auf einen Mord an meiner Familie hin.

Kurz darauf klingelt es. Ludwig steht vor der Tür, bereit unsere letzten Möbelstücke zu zerlegen. Habe mich selten so amüsiert“, sagt er zur Begrüßung das Neue Tageblatt schwenkend und kann gar nicht verstehen, weshalb ich mit den Tränen kämpfe.

Ach, der Guido Hengstmann. Das hätte ich mir denken können“, sagt er, als ich erkläre, weshalb wir der Geschichte noch keine komischen Seiten abgewinnen konnten. „Ist ein alter Kumpel von mir, hatte noch nie mehr als ein paar Tassenscherben im Schrank. Seit er beim Neuen Tageblatt arbeitet, sind die ihm auch noch abhanden gekommen. Der Typ würde für eine gute Schlagzeile sind eigene Mutter verkaufen.“

Sein Handy nicht“, sage ich und Ludwig lobt meine Menschenkenntnis. Ein Schlüssel knirscht im Schloss, im nächsten Moment gibt mir Nikolas Bergt die Hand, ganz förmlich, als ob ich erwachsen wäre, wahrscheinlich hat Mama ihm erklärt, weshalb ich so frostempfindlich bin. Mareike, verzeih mir. Ich hatte es bislang immer für ein Gerücht gehalten, dass die sich Regenbogenpresse solcher Methoden bedient.“

Ich weiß nicht, was eine Regenbogenpresse ist, aber ich nehme die Entschuldigung an. Später erklärt Mama, dass in einer Regenbogenpresse keine Regenbögen entsaftet werden, sondern dass man reißerische Zeitungen so nennt. „Die Artikel sollen möglichst aufregend sein, buntschillernd, wie ein Regenbogen halt“, erklärt sie. „Ob die Geschichten wahr sind, ist nebensächlich. Wichtig ist, dass sie sich gut verkaufen. Das klappt am besten, wenn beim Lesen ein angenehmer Schauer über den Rücken läuft. Du wirst zugeben, eine ungiftige Fünfundsechzig-Zentimeter-Schlange unter einer Mikrowelle ist kein richtiger Schocker.“

Der Regenbogenpresse kann geholfen werden.

Niko und Mama möchten Guido Hengstmann am liebsten auf der Stelle erschießen oder – falls das nicht geht – ihn vor Gericht bringen, sich bei Politikern beschweren, den Ruf des Neuen Tageblatts schädigen und weitere Scheußlichkeiten über den guten alten Guido häufen, bis nur noch das Handy rausschaut.

Ludwig redet ihnen diese Pläne aus. „So was ist der Hengstmann gewohnt. Das prallt an ihm ab, wie …, wie…“,

Wie Raubtierbisse an einer gepanzerten Echse?“, schlägt Niko hilfreich vor.

Wenn du das sagst …“, Ludwig lächelt. „Und wenn man gepanzerte Echsen nicht so anhimmelt wie du, sondern sich im Kampf mit ihnen befindet …“,

Niko runzelt die Stirn. Kämpfe von Menschen gegen Reptilien sind in seinem Kopf nicht vorgesehen.

Muss man die Schwachstelle des Panzers ausfindig machen“, fährt Ludwig fort, „und ich habe eine Ahnung, wo Guido Hengstmanns Schwachstelle liegen könnte“.

Sein Plan ist bereits ausgefeilt bis ins letzte Detail.

Mein Ruf wird ruiniert sein“, klagt Niko.

Was hast du schon für einen Ruf“, Ludwig wedelt mit der Hand, als sei Nikos Ruf nicht beachtenswerter als ein paar lästige Fliegen. „Sei froh, wenn du keinen nennenswerten Ruf hast. Einen Ruf, den Guido Hengstmann in den Klauen gehabt hat, kann man nur mit hohem Arbeitsaufwand wieder herstellen.“

Gut, dass der Ruf ein Angsthase zu sein mir schon ewig anhaftet, Guido Hengstmanns Klauen können nicht mehr viel angerichtet haben.

Niko windet sich noch: „Wenn nun plötzlich die Polizei vor der Tür steht und mir vorwirft, ich hätte vom Aussterben bedrohte Arten eingeschmuggelt.“

Machst du solche Sachen?“, fragt Ludwig interessiert.

Natürlich nicht! Ich kann die Herkunft jedes einzelnen Tieres nachweisen. Alles Nachzuchten“, Niko wirkt jetzt ziemlich aufgebracht.

Dann stell‘ dich nicht an“, knurrt Ludwig. „Plan Hengstmann läuft hiermit an“, dann hat er es eilig nach Hause zu kommen. Niko nicht. Die halbe Nacht erzählt er uns von Reptilienschmugglern und macht mit Mama zusammen ihre letzte Flasche Bier leer.

Stellt euch vor, erst letzte Woche hat der Zoll einen Mann am Flughafen festnehmen lassen, der über sechzig australische Geckos in seinem Koffer hatte, zum Teil vom Aussterben bedrohte Arten. Er hatte sie einzeln in Strümpfe gestopft oder in Unterhosen eingerollt. Die Hälfte der Tiere war tot. Wenn der Typ nicht geschnappt worden wäre, sondern die Überlebenden auf dem Schwarzmarkt verscheuert hätte, wäre er hinterher um ein paar tausend Euro reicher gewesen, darüber sollte Hengstmann schreiben, statt seine Zeit mit meiner kleinen lampropeltis zu verplempern.

Hengstmann kehrt nicht in den Moorbirkenring zurück und so entgeht ihm ein interessantes Fotomotiv. Das Korkbrett neben den Briefkästen und ein Großteil der Wand drumherum sind über Nacht frisch tapeziert worden. Keine Lücke schimmert zwischen den Bescheinigungen, Zertifikaten und Genehmigungen hindurch, die Nikolas Bergt, geboren am 10. 7.1992, wohnhaft im Moorbirkenring 23, eine vorbildliche, gesetzestreue Tierhaltung bescheinigen. Aus einem der Schreiben geht hervor, dass die Strumpf-und Unterhosengeckos vom Flughafen direkt in Nikos Obhut übergeben worden sind. Er hat durchaus einen Ruf zu verlieren.

Der gute alte Guido hat jedoch keine Zeit für die Pinnwand im Moorbirkenring 23, für Nikos Ruf schon gar nicht. Er rast auf seinem Motorrad Richtung Innenstadt. Ludwigs Kollege hat von seinem Büro aus 0179 999 999 gewählt und aufgeregt von einem gelb-rosa geringelten Schlangenschwanz gefaselt: Während er auf dem Klo saß, habe er den Schwanz unter der Trennwand zur Nachbarkabine verschwinden sehen. Selbstverständlich habe er auch in dieser Lage ein Fotohandy dabei gehabt, nun ja, dass Bild sei recht unscharf, aber doch eindeutig als Schlangenschwanzspitze zu identifizieren. Während Guido über den Boden der Toilettenräume kriecht, summt sein Protzhandy erneut „Spiel mir das Lied vom Tod“.

Oma ist dran und führt ein Nervenkostüm Marke „Frau Franke“ vor. Eine Riesenschlange habe im Garten ihre Siamkatze bedroht. Hengstmann glaubt ihr unbesehen, dass das wertvolle Tier auf der Flucht und die alte Dame nicht im Besitz eines Fotohandys sei. (Letzteres stimmt sogar!). Stattdessen fotografiert er Oma und ihren Freund Murat, Oma hat hinterher ganz blutige Lippen, so stark muss sie draufbeißen, um nicht schallend zu lachen.

Sie sind froh, dass Guido Hengstmann nur wenig Zeit bleibt, um für Oma und Murat zu kämpfen, er muss in eine dreißig Kilometer entfernte Kleinstadt brausen. Nikolas Bergts Cousine hat dort eine Natter im Kohlenkeller entdeckt. Ludwig schätzt, dass er kaum die Autobahnauffahrt erreicht haben kann, als Adeles Kindergärtnerin das Lied vom Tod in seiner Brusttasche ertönen lässt: Da sei eine Schlange unter ihrem Mikrowellengerät. Viel Fantasie scheint sie nicht zu haben, dafür ist das Foto, das Niko ihr aufs Handy schickt, scharf. Die anderen Schlangenfotos sind ziemlich verwackelt, sonst hätte man erkannt, dass die Trennwand zwischen den Toilettenkabinen in Wirklichkeit die offen stehende Tür von Nikos Besenschrank ist. Den Kohlenkeller haben wir in einem verdreckten Pappkarton nachgestellt. Die Schlange scheint den Karton gemütlich gefunden zu haben, sie ist prompt darin eingeschlafen, Niko meint, dass läge nicht am Karton, sondern an der Tiefkühlmaus, die die Schlange im Karton gerade verdaue. Igitt. Ich bleibe dabei, Haflingerstuten sind besser als Schlangen, obwohl ich nie gedacht hätte, wie toll Schlangen sich anfühlen. Nicht nass und glitschig, sondern wie ein edles Seidentuch. Trotzdem, ich kann auf ein mäusevertilgendes Seidentuch verzichten.

Nach der fünften Schlange, die sich kurz vor Hengstmanns Ankunft unsichtbar macht, informiert eine freundliche weibliche Automatenstimme, Herr Hengstmann sei unter der Nummer mit den vielen Neunen vorübergehend nicht erreichbar. Im Schlangenfalle möge man bitte die Polizei und den Reptilienfachmann des Tierschutzsvereins unter folgender Nummer kontaktieren.

001

Fridtjof Günz, der Reptilienfachmann, ist ein guter Freund von Niko. Man kann nie wissen, was dahinter steckt“, gibt er dem Neuen Tageblatt mit ernster Miene zu Protokoll. „In der Reptilienszene gibt es viele Verrückte. Denen kann ein Tier nicht bedroht genug, nicht giftig genug oder auch nicht groß genug sein. Wie sich eine Riesenschlange in einem Ein-Meter-Terrarium fühlt, ist solchen Fanatikern egal, Hauptsache sie haben eine.“

Als Interviewpartner für vorbildliche Reptilienhaltung empfiehlt Fridtjof Günz der Presse Nikolas Bergt. Guido Hengstmann schickt einen Kollegen vorbei und kein Leser des Neuen Tageblatts wird den durchgeknallten Nikolas B. aus dem Moorbirkenring und den Vorbildschlangenhalter N. Bergt, der lächelnd die Mikrowellenlampropeltis vor die Kamera hält, für die selbe Person halten.

Die Schlangenmeldungen reißen nicht ab, Ludwig und Niko haben viele hilfsbereite Freunde und Verwandte. Alle Schlangen bleiben hartnäckig unsichtbar – jedenfalls für Guido Hengstmann und die zahlreichen Fernsehteams, die sich inzwischen für die Schlangenplage in unserer Stadt interessieren. Ein Radioreporter spricht zum ersten Mal von den „Phantomschlangen“ die unsere Gegend heimsuchen. Ludwig erklärt, ein Phantom sei etwas, vom dem alle glaubten, dass es es gäbe, obwohl es es gar nicht gibt. Genauso ist es ja bei Nikos und Ludwigs Schlangengeschichten. Allein ich frage mich, was für einem Phantom Püppi und Frau Franke begegnet sein mögen.

Ach,die Alte ist doch komplett hysterisch“, tun Jonas und Niko meine Fragen ab.

Wer jetzt noch Schlangenmeldungen loswerden will, wird beim Neuen Tageblatt kühl abgefertigt: „Wenden Sie sich an ein Fachmagazin für Reptilien.“

Da Guido Hengstmann nicht für ein Reptilienfachmagazin tätig ist, scheinen die Phantomschlangen mit den ersten Novemberfrösten zu erstarren. Mama ist erleichtert. Die ganze Phantomschlangenzeit verging sie vor Panik, das Jugendamt könne von den seltsamen Vorgängen im Moorbirkenring 23 Wind bekommen. Wie viele Pflegekinder haben Adele und ich einen Vormund. Ein Vormund ist nicht bloß ein Mund, wie man bei dem Wort denken könnte, sondern ein ganzer Mensch. Vormünder entscheiden für Kinder Sachen, die normalerweise die Eltern entscheiden müssten. Aber es gibt Eltern, zum Beispiel Adeles und meine, die das nicht hinbekommen und dann übernimmt das ein Vormund.

Mein Vormund heißt Herr Hürx. Er entscheidet nicht, wann ich ins Bett muss oder was es bei uns zu Mittag gibt, das macht schon Mama, aber Herr Hürx bespricht mit ihr, gegen welche Krankheiten ich geimpft werden soll und als die Entscheidung anstand, auf welche Schule ich nach der vierten Klasse gehen sollte, hat er die Anmeldung unterschrieben. Wenn wir in den Urlaub fahren, sagt Mama ihm vorher Bescheid. Eigentlich ist sein Job überflüssig, weil Mama im Gegensatz zu meiner früheren Mutter alles entscheiden kann. Einmal war Herr Hürx richtig cool: Letztes Jahr wollte ich mir Ohrlöcher stechen lassen, da ich als Einzige in der Klasse noch keine hatte. Ohrlöcher gehören leider zu den ungezählten Dingen, die Mama überflüssig findet und man bekommt ohne die Unterschrift des Erziehungsberechtigten keine gestochen .

Und wie du weißt, bin ich nicht erziehungsberechtigt“, hatte Mama schnippisch gesagt und war sich wahrscheinlich ziemlich schlau vorgekommen. Sie hatte bestimmt nicht damit gerechnet, dass die kleine verängstigte Mareike ihren Mut zusammenraffen und ihren erziehungsberechtigten Vormund anrufen würde. Kurz darauf erhielt ich folgenden Brief:

Hiermit gestatte ich meinem Mündel Mareike Fahlbeck, sich ihre Ohrläppchen von einem Fachmann durchstechen zu lassen. Ein Loch pro Ohrläppchen sollte für den Anfang genügen. Ausdrücklich untersage ich Mareike Fahlbeck hiermit, bei etwaigen Komplikationen ( z.B. Entzündung, Eiterbeule, abgefallenes Ohr etc.) ihrer Pflegemutter Elisabeth Rabe die Ohren vollzujammern. Allerdings ist Elisabeth Rabe verpflichtet, Mareike Fahlbeck in diesem Fall einem Arzt vorzustellen.

Hochachtungsvoll, Uwe Hürx, Amtsvormund

Ich darf mir also die Ohren höchstamtlich durchstechen lassen und habe irgendwie keine Lust mehr dazu.

Adele hat keinen Vormund, sondern eine Vormünderin, was noch idiotischer klingt. Frau Schramm ist aus anderem Holz geschnitzt als Herr Hürx. Niemand zerlöchert Mamas Nervenkostüm schneller als sie.Unsere Wohnung ist selten aufgeräumt. Bastelnd, malend, nähend oder spielend legen wir alle Tag für Tag neue Baustellen und Fallgruben an und die Tiere unterstützen uns tatkräftig dabei. Auch die neue Wohnung sieht nicht wie ein Möbelkatalog aus, eher wie ein Wimmelbilderbuch. Keine kleinen Fernsehsüchtigen“, sagt Mama stolz, wenn der eine oder andere missbilligende Blick über unser Durcheinander schweift. Nur vor Frau Schramm ist es ihr peinlich. Mama ist besessen von der Idee, Frau Schramm könne sie für eine ungeeignete Pflegemutter halten, falls sie uns und unsere Wohnung je im Normalzustand sehen sollte. So bricht der Ausnahmezustand über uns armen Kinder und Tiere herein, nachdem Herr Hürx und Frau Schramm sich für einen Dienstagnachmittag im November zur Besichtigung unserer neuen Wohnung angekündigt haben. Mama poliert die Fenster bis man den Eindruck hat, es sei gar kein Glas im Rahmen. Wer es wagt, eine Unterhose oder ein Spielzeugauto auf dem Fußboden liegen zu lassen, wird gnadenlos heruntergeputzt und die Tiere bekommen tagelang Käfigarrest. Selbst dort würde Mama ihnen am liebsten das Kötteln untersagen oder sie gleich unsichtbar machen lassen. Sie schleppt uns zum Friseur und bügelt unsere Kleidung, eine Sitte, die sie sonst als Zeit- und Stromverschwendung anprangert. Das Gebügelte stellt sie hernach zu farblich aufeinander abgestimmten Ensembles zusammen und zwingt uns diese anzuziehen.

Hab‘ dich nicht so“ sagt meine Freundin Svenja Jelinski, wenn ich ihr vor Vormundsbesuchen mein Leid klage. „Meine Mutter verlangt das jeden Tag.“

Wir sind so ein Getue aber nicht gewöhnt und fürchten deshalb Frau Schramms Besuche nicht weniger als Mama.

An einem der letzten schönen Tage des Jahres ist es endlich soweit. Die Sonne strahlt durch Mamas Hochglanzfenster und setzt zu ihrem Entsetzten jedes Stäubchen auf dem Laminat ins Rampenlicht. Während sie die letzten überlebenden Wollmäuse auf ihre Plätze verweist, sorgt Mama sich, unsere Vormünder könnten das Neue Tageblatt lesen. Sie schickt Stoßgebete in den Himmel, dass ihnen wenigstens die Ausgabe mit der verängstigten kleinen Mareike versehentlich ungelesen in die Altpapiertonne gerutscht sein möge. Ist sie aber nicht. Wie Ludwig hatte Her Hürx sich königlich amüsiert, den Artikel ausgeschnitten und – mit einem Smiley versehen – in meine Jugendamtsakte geheftet.

Erzähl‘ mal wie es wirklich wahr“, fordert er mich am adrett gedeckten Kaffeetisch auf.

Ja die Presse kann eine Landplage sein“, lacht Frau Schramm. Sie hat eine seltsam künstliche Art zu lachen, aber immerhin, sie lacht. „Ein wenig auffällig scheint ihr Nachbar schon zu sein. Ich weiß, man kann sich seine Nachbarschaft nicht aussuchen. Allerdings frage ich mich, weshalb Sie unter diesen Umständen innerhalb des Hauses umgezogen sind. Wenn man ohnehin wechseln möchte, gäbe es vielleicht auch ein etwas passenderes Umfeld …“

Mama wird rot. „Eine so große, günstige Wohnung habe ich nirgendwo sonst angeboten bekommen. Und was diesen Nachbarn angeht: Der ist harmlos und seine Schlangen auch. Jonas hat sie sogar mal gesehen, sie sind ganz klein und ungiftig. Nicht wahr, Jonas?“

Du kennst Nikos Schlangen doch selbst.“

Mama wird noch röter. Selbst schuld. Nur weil Frau Schramm auf unserem Sofa sitzt, muss sie nicht so tun, als ob sie nicht in letzter Zeit öfter mal ein abendliches Bierchen mit Nikolas Bergt teilen würde.

Frau Schramm scheint egal zu sein, wie rot Mama noch werden wird.

Genug davon, solange Sie selbst keine Schlange anschaffen …“

Armer Jonas, nach diesem beiläufigen Satz wird er die Hoffnung auf eine eigene Schlange bis zu Frau Schramms Pensionierung begraben können.

Frau Schramm möchte nun schnurstracks Adeles neues Zimmer besichtigen, sie hat nicht den ganzen Tag Zeit. Adele, der Mama eine Sonne und viele bunte Schmetterlinge an die Zimmerdecke gepinselt hat, läuft stolz voraus. Im nächsten Augenblick hören wir Frau Schramm schreien und nun weiß ich wie der Ausdruck der Schrei ließ einem das Blut in den Adern gefrieren entstanden ist. Es fühlt sich wirklich so an, Mirabal rast unter das Sofa, Rosalie schreit lauter als Frau Schramm, Herr Hürx schüttet seinen Kaffee über unser neues Sofa. Mama und er stürzen in Adeles Zimmer. In der Tür stoßen sie mit Adele zusammen, die seltsam zufrieden aussieht.

Ich habe Nikos Schlange gefunden“, vermeldet sie.

Frau Schramm lehnt blass und zitternd am Türrahmen. Die Schlange liegt zusammengerollt in Adeles Bett, keine fünf Meter lang, aber zwei bestimmt. Niko und der eiligst herbei telefonierte Fridtjof Günz identifizieren sie als weiblichen python molorus bivittata, zu deutsch Dunkler Tigerpython.

Die hätte locker diesen hysterischen J-R-T von Frau Franke verfrühstücken können“, meint Jonas. „Nun übertreib‘ mal nicht“, sagt Fridtjof Günz, „der reicht ein Meerschweinchen“,  und Jonas zählt panisch Meerschweinchen, Katzen und Chinchillas, doch die Schlange scheint auswärts gespeist zu haben.

Niko und Fridtjof Günz verpacken den verhinderten J-R-T-Fresser und fahren ihn in eine Reptilienauffangstation. Bevor Fridtjof Günz sich verabschiedet, sagt er: „Ich kenne bei der Polizei eine Mitarbeiterin, die die mit dieser Angelegenheit verbundenen Formalitäten ordnungsgemäß und ohne weiteres Aufhebens erledigen wird. Ich denke es ist im Sinne aller, wenn diese Entdeckung unter uns bleibt“.

Keiner widerspricht. Die Regenbogenpresse hat ja sowieso kein Interesse mehr an Schlangenmeldungen.

Das Jugendamt ist grundsätzlich nicht an Schlagzeilen interessiert“, fügt Herr Hürx hinzu. Während der python molorus bivittata fachgerecht abtransportiert wird, erweist er Frau Schramm denselben Dienst.

Mamas Nervenkostüm ist nach diesem Vormundbesuch endgültig im Eimer. Nicht wegen der Schlange im Kinderbett als solche, die sei schließlich ungiftig, aber „hätte das Mistvieh sich nicht an IRGENDEINEM anderen Tag in Adeles Bett legen können?“, lamentiert sie und malt aus, was das Jugendamt jetzt unternehmen wird. Dass Adele und ich in den nächsten Tagen in ein Kinderheim eingewiesen werden, erscheint ihr nur zu wahrscheinlich. Ich bekomme langsam richtig Angst, da können Ludwig und Oma noch so oft sagen, Mama habe einen Vogel – und zwar einen zusätzlichen zu Rosalie.

Als eine Woche später ein Schreiben des Jugendamts in unserem neuen Briefkasten liegt muss ich mich übergeben, Mama zerfetzt das Papier, weil ihre Finger beim Aufreißen des Kuverts so zittern. In dem Brief steht, Herr Hürx habe aus organisatorischen Gründen die Vormundschaft für Adele von Frau Schramm übernommen. Man habe unseren Umzug zum Anlass genommen, diese Änderung vorzunehmen. Falls Mama etwas dagegen habe, könne sie binnen vierzehn Tagen schriftlich Widerspruch einlegen. Mama verzichtet darauf.

Adele erzählt natürlich jedem von der Riesenschlange in ihrem Bett. Da jeder weiß, dass meine kleine Schwester manchmal Dinge nicht ganz so wiedergibt, wie sie sich abgespielt haben, hört man ihr lächelnd zu, streicht nachsichtig über das krause Haar und grinst sich eins. Nur eine glaubt Adeles Worten: Frau Franke. Sie lädt Adele jetzt oft zu sich ein und bald spricht meine Schwester nicht mehr über Riesenschlangen, sondern nur noch über Püppi, den prachtvollsten J-R-T des Universums.

(Natalie Berghahn)

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5 Gedanken zu “Die Phantomschlange

  1. violaetcetera Januar 29, 2018 / 1:01 pm

    Schade, dass ich so weit weg wohne, aber vielleicht schaffe ich es ja mal zu einer deiner Lesungen. Die Geschichte ist herrlich, ich hoffe, du erzählst noch viel mehr von Mareike.
    Liebe Grüße
    Viola.

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    • fundevogelnest Januar 30, 2018 / 10:22 pm

      Vielen Dank!
      Die Mareike-Geschichten werde ich nach und nach auf den Blog stellen. Mit den Lesungen ist es leider so eine Sache, wenn man nicht bekannt ist und der Verlag – wie in meinem Fall – nicht sehr aktiv ist.
      Also falls du einen Laden, eine Initiative, ein Kulturhaus kennen solltest, die Lust auf solche Geschichten haben, dann könnte es sein, dass ich in deiner Nähe lese, immer gern auch benefizmäßig zugunsten von Menschen, Tieren, Umwelt … (mein Geld verdiene ich zum Glück anders).
      Herzliche Grüße
      Natalie

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  2. kleinstadtloewen Januar 29, 2018 / 3:00 pm

    Jetzt wollte ich nur schnell hier reinschauen und habe mich prompt festgelesen…. auch ich würde gern mehr von Mareike hören! 🙂

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    • fundevogelnest Januar 30, 2018 / 10:24 pm

      Festgelesen! Es git wohl kaum ein Kompliment, das Schreibende lieber bekommen.
      Vielen Dank.
      Natalie

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