Der Sog

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Viel ist in den letzten zwei Wochen über das Fräulein Read On geschrieben worden, über die Bloggerin, der überzeugend vorgeworfen wird, sich eine jüdische Familiengeschichte und einiges anderes zusammengesponnen und als authentisch verkauft zu haben, bis hin zum Einreichen biographischer Angaben über erfundene und angeblich in Vernichtungslagern ermordete Familienmitglieder bei der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem.

Sie lässt mich nicht los, aber ich werde diese Geschichte nicht noch einmal wiederkäuen. Sie ist im Netz vielfach verfügbar, einschließlich reichlicher Empörung, es-schon-immer gewusst haben (ich nicht!) und vieler Versuche das irgendwie doch sehr Erschütternde einzuordnen, Lehren daraus zu ziehen und der ratlosen Frage, was um Himmels Willen attraktiv daran sein könnte, als Nachfahrin von Holocaustopfern wahrgenommen zu werden.

(besonders nachdrücklich fand ich diesen Text)

(und sehr behutsam und liebevoll jenen)

So schreibe ich nicht über das Fräulein Read On, die ich nicht kannte und die ihre Spuren so trefflich zu verwischen wusste, echauffiere mich nicht über Lügen, von denen ich letztlich nicht wissen kann, ob sie wirklich welche waren, sondern schreibe über meine eigenen Desaster, denn ich kenne den Sog des erfundenen Seins verdammt gut. So war einer meiner ersten Gedanken zum Spiegelartikel nicht: Das kann nicht sein, wusste nämlich viel zu gut wie sehr das sein kann, seufzte eher: Wie gut, dass ich in einer gewissen Spanne meines Lebens noch keinen Zugriff auf das Internet hatte…

Sie sind da so lang meine Erinnerung zurück reicht:

Die Nichtsichtbaren, die deren Stimme ich allein vernehme, die, die weder einen ökologischen Fußabdruck auf Erden noch einen schlichten im Sande hinterlassen. Es kann ausschauen, als ginge die Frau Fundevogel einsam ihrer Wege und in Wirklichkeit zieht da gerade eine Karawane an Ihnen vorbei.

Sosehr die Karawane mein Leben durchdringt, ich weiß und wusste jede Sekunde, wer in welche Welt gehört, sogar im Traume weiß ich das. Unter ihnen fühlte ich mich nie am falschen Platze, war nicht so fahrig wie sonst.

Als Kind nannte ich sie Geheimspiele, später nannte ich sie nur noch bei ihren Namen, im Blog sammeln sie sich diskret hinter der Figur des Erzählvogels und haben manchmal nur leicht kostümierte Auftritte in der Kategorie Erfundenes.

Vielleicht ein bisschen schräg, aber jede braucht ihre Hobbys.

Doch es gab Jahre, in denen es mir nicht sonderlich gut ging, nichts dramatisches war geschehen, es war der übliche Übergang von der Jugend ins Erwachsenenleben. Tat mich anfangs schwer mit der Ausbildung, schwer damit, in neuer Umgebung Anschluss zu finden, wurde mir bewusst so durchschnittlich meine Existenz auch sonst ist, in mindestens einem Punkt bin ich sehr anders als die anderen, so anders, dass ich mich auch unter denen, die in der selben Beziehung anders waren, fremd fühlte.

Das Fräulein Read On charakterisierte sich in ihren Texten immer wieder als seltsames Fräulein und vermutlich hätte dieser Ausdruck mich damals ganz gut beschrieben, wenn ich auch das Fräulein weit von mir gewiesen hätte

Trotz der Karawane war ich einsam. Und die Karawane litt auf ihre Art, wurde von Krankheiten und Katastrophen heimgesucht.

Ganz harmlos fing es an, erst so ein bisschen in einer Nebenbemerkung, sagen wir beispielsweise über gewisse Freunde , die ich in Wirklichkeit nicht hatte.

Dann wurde es ein bisschen mehr, dann schlüpften vorwitzig der Kummer und die Sorge hinaus und siehe da, ich bekam die Anteilnahme und den Trost, derer ich so dringend bedurfte, mehr und mehr quoll aus mir heraus, als hätte ich Vertrauen gefasst.

Es fühlte sich so gut an, für die anderen lesbar geworden zu sein. War das Seltsame an mir doch scheinbar kein wesenseigener Makel, sondern irgendwie schicksalsbedingt.

So waren sie in die Welt geworfen, die Geschichten, die sich schneller vermehrten als unkastrierte Katzen. Keine jüdischen Familiendramen, keine Heldentaten eher eine Vorabendserie.

Geschämt habe ich mich, wie alle Süchtigen sich für ihre Abhängigkeiten schämen und sich immer wieder vornehmen, morgen, ja morgen mache ich einen Schnitt, aber der morgige Tag heißt heute, ab dem Moment, an dem er beginnt.

Der Trost und die Zuwendung taten immer noch gut

Doch es gab auch Besseres, viel Besseres, denn es gelang mir echte Freunde zu finden.

Und damit saß ich in einer Falle.

Denn wenn das, was als Vertrauen, dieses hohe Freundschaftsgut, gegeben wird, sich als Falschgeld erweist, kann die Freundschaft schnell verloren sein.

Und die Einsamkeit stärker als je zuvor.

Zögern hieß nun die Devise, vorsichtig werden, die Geschichten versanden lassen, aber das reichte nicht aus.

Den Menschen, die mir ihre Freundschaft schenkten, ist zu verdanken, dass es anders kam, als in vielen bangen Nächten gefürchtet: Sie zogen ihre ausgestreckten Hände nach Jahren der Halbwahrheiten nicht zurück, sondern nahmen meine Geständnisse an und schlossen mich fest in ihre Arme.

Und die Karawane kehrte dahin zurück, wo sie immer hingehören wird.

Mehr Freundschaft kann ein Mensch nicht erfahren.

In einer Blogparade wurde neulich gefragt: Was ist das größte immaterielle Geschenk, das du je bekommen hast?

Dieses wäre meine Antwort gewesen. Ich habe mich nicht getraut.

Dazu musste erst ein Fräulein öffentlich fallen.

Ein Fräulein, das mich schreibend in seinen Bann geschlagen hatte, ein Fräulein, das mich grün vor Neid werden ließ, weil ich so schreiben können wollte wie sie. Mögen andere ihren Stil als zu zuckerig befinden, mir zergeht diese Süße auf der Zunge wie feines Konditorenwerk.

Doch es waren nicht ihre große Dramen, die ließen mich oft irritiert zurück. Innerlich niederknien kann ich vor ihren Alltagstexten, wie sie über das Wetter schreiben kann, über brandenburgische Seen, das irische Meer, über Bahnfahrten, zermatschte Kuchen, Gerüche und Töne, den Wechsel der Jahreszeiten und immer wieder über Literatur.

Vielleicht ist sie genau dort sie selbst.

Liebes Fräulein Read On, ich weiß ja nicht ob Sie die Blogwelt nicht doch noch in fremden Kleidern lesend betreten. Wenn ja möchte ich ihnen zurufen, man kann sich freischwimmen vom Sog, es gibt Menschen, die verstehen und Menschen, die verzeihen. Unglaubliches verzeihen

Jede Lebensgeschichte ist einzigartig und kostbar und eines Tages I really would like to read on.

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18 Gedanken zu “Der Sog

  1. Sunnybee Juni 10, 2019 / 10:56 pm

    Danke für den schönen Text. Das mit der Blogparade war ich. Schön, so noch deine Gedanken dazu zu lesen!:-) Liebe Grüße, Sunnybee

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      • Sunnybee Juni 11, 2019 / 9:29 pm

        Ja, finde es nur schön, dass deine Gedanken so doch noch „in die Welt kommen“!🙂 Lg, Sarah

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  2. Myriade Juni 10, 2019 / 11:21 pm

    Ja, ich verstehe dich. Trotzdem ist es sehr problematisch, wenn jemand darauf besteht und mit allen Mitteln zu verteidigen sucht, dass erfundene Personen real sind…..

    Gefällt 1 Person

    • fundevogelnest Juni 11, 2019 / 9:31 pm

      Etwas nachvollziehen zu können bedeutet nicht automatisch es gutzuheißen.
      Und das mit den Dokumenten für Yad Vashem kann auch ich nicht nachvollziehen.Fräulein Read Ons vehementer Umgang mit Zweifeln an ihrer Vita und auch ihre Einlassungen über Herrn Relotius sind vom jetzigen Standpunkt aus gesehen schon recht verstörenend, da hast du Recht, trotzdem kann ich ahnen wie man in so ein ungutes Fahrwasser geraten kann.
      Liebe Grüße
      Natalie

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  3. gkazakou Juni 10, 2019 / 11:51 pm

    Deine Texte sind auch sehr schön geschrieben, vermutlich muss man diese Neigung und Fähigkeit zum Fiktiven in sich haben, um so schreiben zu können. Und dann ist es eben nur noch ein Schritt hin zur Selbst-Erfindung, und ausgehend davon dann zur Erfindung einer neuen dazu passenden Welt.
    Ist die Odyssee weniger lesenswert, wenn Odysseus, der sie erzählt, womöglich gelogen hat?

    Gefällt 3 Personen

    • fundevogelnest Juni 11, 2019 / 9:39 pm

      Liebe Gerda,
      danke für dein Lob.
      Schreiben war und ist die richtige Antwort.Ich habe es mich früher nicht so recht getraut, habe mir einreden lassen nur läppisches Zeug zu schreiben… nun ja das ist alles lange her.
      Und die Odyssee bleibt natürlichewig lesenswert, aber für Penelope hätte es sehr wohl einen Unterschied gemacht, wenn ihr Mann in Wirklichkeit nur jahrelang (waren es zehn oder zwanzig?) gemütlich Urlaub mit Kumpels gemacht hätte, findest du nicht?
      Liebe Grüße und vielen Dank für deine Gedanken
      Natalie

      Gefällt 1 Person

  4. Christiane Juni 11, 2019 / 8:45 am

    Ich habe sie nicht gelesen, das Fräulein, nicht regelmäßig, keine Ahnung, warum, denn ich bin bei vielen Blogs über Beiträge zu ihrem „Wie roch der Monat“ gestolpert, daher schreibe ich nichts über sie.
    Aber du, die ich total gern lese, für mich hast du in deinen Texten so etwas Zärtliches und Wildes gleichermaßen, du schreibst mir oft aus dem Herzen, auch wenn sich unsere Realitäten wohl ganz, ganz wenig überlappen dürften.
    Natürlich erfindet man sich selbst beim Schreiben, besonders, wenn man für die eigene Schublade schreibt. Natürlich generiert man sich eine Welt dazu. Und je nachdem, wie nah diese Welt an der sogenannten Realität und wie groß das Bedürfnis ist, schwappt die eine auch mal in die andere. Ich verstehe zumindest den Wunsch unglaublich gut („Ha, wenn ihr wüsstet“). Richtig schwierig wird es dann, wenn man selbst dem Sog der anderen Welt erliegt.
    „Siehst“/bemerkst du auch die Karawanen anderer Leute, am Rande gefragt?
    Ich freue mich jedenfalls, dass du da bist, in meinem Reader.
    Liebe Grüße ans andere Ende der Stadt
    Christiane

    Gefällt 3 Personen

    • fundevogelnest Juni 11, 2019 / 9:48 pm

      Liebe Christiane,
      Das mit der Freude über die Anwesenheit im Reader gebe ich mit strahlendem Gesicht zurück.
      Ich glaube ich werde immer sensibler „andere Karawanen“ zu erblicken, dazu muss man sich auch erst befreien von der Hybris das einzige „seltsame Fräulein“ am Orte zu sein.
      Die Welten aufzuschreiben war die richtige Antwort, aber eben als erfunden deklariert, was sie für einen selbst ist müssen ja nicht alle wissen.
      Natalie

      Gefällt 1 Person

  5. violaetcetera Juni 11, 2019 / 3:01 pm

    Ich habe eine ähnlich berührende Erfahrung machen dürfen wie du.
    Einfach nur ich zu sein ist auch heute manchmal schwer, aber wenigstens halte ich diese beiden Teile auseinander.

    Gefällt 2 Personen

    • fundevogelnest Juni 11, 2019 / 9:52 pm

      Liebe Viola,
      Das berührt mich sehr.
      Man ist selten so einzigartig seltsam wie man denkt.
      Auch bei der anderen „Seltsamkeit“ meinerseits,die ich oben erwähnte,aber derzeit nicht weiter erläutern möchte, weiß ich dank Internet inzwischen – kommt vor.
      Liebe Grüße
      Natalie

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  6. dergl Juni 11, 2019 / 3:24 pm

    Seit ich deinen Artikel heute morgen gelesen habe überlege ich ob ich dazu nochmal etwas sagen soll, ich musste auch unterwegs die ganze Zeit daran denken. Ich habe die ersten zwei Tage mitgelesen was da alles kam und bei Myriade auch etwas dazu gesagt und dann war ich raus, weil es mir zu viel wurde. Nicht nur die Informationsflut, auch weil es für mich immer vielschichtiger wurde. Ich will sie nicht analysieren, ich will nicht ferndiagnostizieren und ich will auch keine Ferndiagnosen lesen. Das ist falsch, das steht niemandem zu und ist schädlich. Niemand kann in sie hineinsehen. Und ich bin mir relativ sicher, dass es ihr gerade ziemlich dreckig geht und sie sehr wahrscheinlich keine innere Vorbereitung für den jetzt eingetretenen Fall hatte. Weil sie überall gelogen hat und mittlerweile internationale Medien berichtet haben, ist sie jetzt wahrscheinlich in ein Loch gefallen, das viel extremer ist als man von außen mutmaßen kann.

    Es gibt rein was die Konstruktion ihrer persönlichen Realität angeht Aspekte, die ich nachvollziehen kann – nicht zuletzt weil meine Mutter bekanntlich auch in einer konstruierten Realität lebt und ich dadurch recht schnell einige Mechanismen erkennen kann (und wer weiß vielleicht ist das unglückliche Fräulein eine von „uns“ und darin eine der Unsichtbaren, deren Hey! Hey, hallo, hier bin ich, nimm mich doch mal wahr! einfach sehr früh komplett aus dem Ruder gelaufen ist) -, vielleicht hat sich das jeweils wie eine Lawine entwickelt und sie konnte es nicht stoppen. Das ist schade, das braucht Arbeit, die sie vielleicht vorerst erstmal nicht leisten können wird, zumal sie durch die größte Verwerflichkeit – die Fälschungen an Yad Vashem – auch ihre berufliche Glaubwürdigkeit aufs Spiel gesetzt hat.

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  7. fundevogelnest Juni 11, 2019 / 9:57 pm

    Liebe dergl,
    sehr bewusst habe ich nicht über das Fräulein geschrieben, sondern über mich. Ich hoffe, das habe ich klar genug ausgedrückt
    Es kann bei ihr ähnlich gewesen sein, es kann auch ganz anders gewesen sein, wie du sagst, an Ferndiagnosen ist selten etwas dran, verletzend sind sie obendrein.
    Ja, ich frage mich auch wie es ihr gehen mag, jenseits aller moralischer Einschätzungen.
    Liebe Grüße
    Natalie

    Gefällt 1 Person

    • dergl Juni 12, 2019 / 8:51 am

      Das hatte ich durchaus verstanden, Natalie, ich weiß nicht ob das von meiner Seite rüber kam, vermutlich nicht oder nicht eindeutig. Aber es ist doch so, dass dieser Fall deinen Artikel zu diesem Zeitpunkt angeregt hat?!

      Ich glaube auch, dass wenn man den Blog kannte, ihr vieles oder wenigstens einiges geglaubt hat – ihre Mobbing-Erfahrung in der Schule nehme ich ihr nach wie vor ab, zum Beispiel – und den Fall mitbekommen hat (was man irgendwie nicht nicht kann), schreibt man dieser Tage fast zwangsweise mit über den Fall wenn man von sich selbst und dem eigenen Verhältnis zu fiktionalen eigenen Werken schreibt, egal wie bewusst man eigentlich über sich selbst schreiben will. Das scheint dieser Tage, wo es noch so präsent ist, so zu sein. Ich merke das zum Teil auch an mir selber. Du verstehst vielleicht was ich meine.

      Gefällt 1 Person

      • dergl Juni 12, 2019 / 8:53 am

        Mir wurde deine Kommentaranwort übrigens nicht im Benachrichtigungsfeed angezeigt, es mag also sein, dass WordPress wieder eine Runde spinnt.

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      • fundevogelnest Juni 12, 2019 / 12:36 pm

        Ich verstehe was du meinst.
        Diese Geschichte hat in mir vieles aufgewühlt und ich merke dakommt auch noch was nach und es liegt nun einmal nahe über das zu schreiben, was einen bewegt.
        Und in diesem Fall auch an etwas anzuknüpfen, das viele der Lesenden bewegt.
        Dich ja auch.

        Was an ihrem Blog nun nicht fiktiv war, darüber lässt sich natürlich endlos spekulieren, ob es den Tierazt nun gab und in welcher Form es ihn gab… aber da jetzt hinterherzurecherchieren ist weder mein Auftrag noch meine Passion.Genau wie es beim Lesen nicht meine Passion war, misstrauend nach den zweifelos vorhandenen Widersprüchen zu suchen. Sie wollte mit nicht verkaufen. Ich war nicht für sie verantwortlich.
        Sie wird ihre Gründe für alle Texte gehabt haben.

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        • dergl Juni 12, 2019 / 12:50 pm

          Das auf jeden Fall, man hat es ihr ja auch abgenommen, in sofern ist man zumindest als rein außenstehende*r Lesende auch ein bisschen mit in der Verantwortung was man sich da aufschwatzen lassen hat. (Anders sehe ich das bei den jüdischen Lesenden, die sie hatte, die sind aber noch einmal viel tiefer getroffen worden, als viele, die nun die lange Nase machen oder gar die Mistgabeln zücken).

          Was ich persönlich abstrus finde (und dafür bin ich schon geschimpft worden), sind die Vorwürfe einiger Leute, sie hätte diese jüdische Identität nur für das Blog erfunden. Das ist nicht stichhaltig, weil sie diese Identität auch als Person gelebt hat. Abgesehen davon implizieren diese Leute indirekt, dass sie dumm sei. Ist sie nicht. Und wenn sie wirklich ein Blog hätte starten wollen um sich mit einer Onlinepersona Aufmerksamkeit zu holen, hätte sie ein viel größeres Ass im realistischen Ärmel gehabt – sie hätte Geschichten aus der DDR bzw. der Wendezeit erzählen können – und ich glaube, dass sie diese Karte dann auch ausgespielt hätte. In soweit denke ich kann es bei deinem letzten Satz bleiben: Sie wird ihre Gründe für alle Texte gehabt haben.

          Das macht den Betrug an den jüdischen Menschen, die ihr geglaubt haben, an Yad Vashem und den Medien keinesfalls wett, aber allein auf das Blog und den Twitter-Account (Instagram kannte ich nicht und kann daher dazu auch nichts sagen), insofern Geschichten betroffen auf diesen zwei Dingen betroffen sind, kann man das vielleicht so stehen lassen. Zumindest von der einzigen Warte, die wir einnehmen können. Für Leute, die sie besser kannten weiß ich das nicht.

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