Totensonntag

Welkes Laub
harken
von den Lagern
der Toten.

Lebendige Käfer 
stören
in ihren Winterlagern.

Übermütig
spähen
nach Schneeglöckchenspitzen.

Zu früh ist es
noch
für Botschaften.

Stumm
bleibt 
dein Gruß.




11 Gedanken zu “Totensonntag

  1. Petra Schuseil November 24, 2019 / 8:28 am

    Liebe Natalie, schön!
    Ich möchte dein Gedicht rebloggen auf Totenhemd-Blog.
    Ich finde es wichtig, dass wir heute den Totensonntag zumindest wahrnehmen … und erst dann kommt die Adventszeit.

    Welkes Laub harken … gefällt mir sehr.
    Schönen Sonntag mit schönen Erinnerungen an unsere Toten wünscht Petra.
    Herzliche Grüße vom See.

    Gefällt 3 Personen

    • fundevogelnest November 24, 2019 / 9:38 pm

      Danke.
      Ja, wir „feiern“ den Ewigkeitssonntag auch. Mit einer Kerze auf dem Frühstückstisch und ein paar Gedanken, an die die uns verlassen haben, sogar wenn sie Hühner waren.Und dann ja endlich gebe ich die Erlaubnis morgen den großen leuchtenden Weihnachtsstern aufzuhängen.
      Alles hat seine Zeit
      Der Kleine Fundevogel wollte heute sehr viel übers „tot sein“ wissen und am meisten beschäftigte ihn die Frage , was denn ist, wenn die Toten doch noch mal hungrig werden.
      Am ende gab er sich deine erstaunlich kluge Antwort selbst: Die waren dann nur „spieltot“.

      Gefällt 1 Person

  2. Elke H. Speidel November 24, 2019 / 8:50 am

    Ich kann das welke Laub leider nur virtuell vom Grab meines Mannes harken, denn das Grab ist hunderte von Kilometern weit von mir. Aber dort liegt er ja ohnehin nicht, dort ist nur, in einer Urne, die Asche seines Körpers verbuddelt. Wo er wirklich sein mag? Ob wir uns mal wieder begegnen werden? Und wenn ja, wie?
    Schönes Gedicht, das die Stimmung des heutigen Sonntags gut einfängt.

    Gefällt 4 Personen

    • fundevogelnest November 24, 2019 / 9:40 pm

      Ich habe auch kein echtes Laub geharkt, nur drüber geschrieben.
      Freitag war ich auf der Beerdigung meines ehemaligen Tageskindes, jeder Trauer gast durfte sich aus einer großen Schale Blumenzwiebeln mitnehmen, das hallte nach.

      Gefällt 1 Person

  3. Petra Schuseil November 24, 2019 / 9:22 am

    Hat dies auf Totenhemd-Blog rebloggt und kommentierte:
    Ein schönes Gedicht von Natalie. Ich finde es wichtig, dass wir heute den Totensonntag zumindest wahrnehmen … und erst dann kommt die Adventszeit.

    Welkes Laub harken … gefällt mir sehr.

    Gefällt 1 Person

  4. Gerhard Dr Steigerwald November 24, 2019 / 6:52 pm

    Liebe Petra,
    der Totensonntag und dein Gedicht erinnern mich an das 1. Mal in meinem Leben, an dem ich beim Sterben eines Menschen dabei war: es war das Sterben meiner Schwester Gisela, sie war 4 Jahre alt und ich gerade 7. Meine Schwester starb an Diphtherie. Mitten in der Nacht vom 8. auf den 9. November 1940 weckte mich meine Mutter und brachte mich zu ihrem Bett, in dem meine Schwester am Sterben lag. Als ich angekommen war, riss Gisela ihre Augen auf und schrie: Mama, ist das schön. Dann neigte sie ihren Kopf und war tot. Heute sage ich mir: Gisela wollte ihre Mama, die sie so sehr liebte, trösten: sei nicht traurig. Ich bin im Himmel. Ich bin bei Jesus. Mir gehts gut
    Wenn wir Giselas Grab nach der Beerdigung auf unserem Friedhof besuchten, beteten wir für Gisela und wussten doch, dass sie nicht hier in diesem Grab ist. Hier ist nur ihr toter Leib, den wir beerdigt haben und in wenigen Jahrzehnten wird nichts mehr von ihrem Leib vorhanden sein. Aber sie lebt mit Jesus zusammen mit allen aus unsere großen Familie, die Jesus geliebt und vertraut haben. Es vergeht sicher keine Woche, in der ich nicht an meine Schwester denke und mich darauf freue. In der Gemeinschaft mit Christus mit ihr in der neuen Welt zu leben.
    Gerhard

    Gefällt 1 Person

    • fundevogelnest November 25, 2019 / 10:21 am

      PS: Petra Schuseil ist vom Totenhemdblog und hat mein Gedicht rebloggt.
      Mein Name ist Natalie Berghahn, in Blogdorf besser bekannt als Frau Fundevogel.
      Nur als Richtigstellung, ich nehme so eine kleine Verwechslung nicht übel,aber falls jemand das Gedicht weiterverbreiten wollen sollte, dann bitte mit meinem Namen.
      Liebe Grüße
      Natalie

      Gefällt 1 Person

  5. Anna-Lena November 24, 2019 / 7:29 pm

    Auch mir gefällt es ausgesprochen gut und ist passend zum heutigen Tag.
    Genauso habe ich es heute am Grab meines Vaters empfunden, als ich der Blätter Herr werden wollte und mir die Kälte am Körper klebte. Erst, als ich ein Licht anzündete, wurde es heimeliger …

    Lieben Gruß
    Anna-Lena

    Gefällt 2 Personen

    • fundevogelnest November 24, 2019 / 9:44 pm

      „Kälte, die am Körper klebt“, wer kennt die nicht.
      Ich habe heute nur schreibend Gräber gepflegt.
      Dir alles Gute und einen warmen Abend.

      Gefällt 1 Person

      • Anna-Lena November 24, 2019 / 11:44 pm

        Heute früh war es bei uns schon recht schattig und feucht …
        Nun gehe ich ins kuschelige Bett.
        Liebe Grüße dir 🙂 .

        Gefällt 1 Person

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