Gewölle — Julian und Cardámine 32

Endlich ist der Regen da. Und Cardámine wird es auch bald besser gehen.


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Mein Körper fühlte sich an, als habe ein käfersuchender Specht ihn mit dem Schnabel bearbeitet. Immer noch war mir übel, pausenlos flossen Tränen aus meinen lodernden Augen. Diese Beschwerden würden vergehen, Ortigas Bann war ganz und gar von mir genommen. Nur die Steinangst weigerte sich abzusinken, zäh wie ein Algenteppich im Hitzesommer lag Panik auf meinen Gedanken. Immer noch fühlte ich eisiges Pfützenwasser an mir hochsteigen. Nur eine schmale Mädchenhand hatte mich gerettet vorm feenzugedachten Tod.

Ich wagte nicht, dem Durst nachzugeben, so übermächtig war die Erinnerung an die winzigen Schluck Wasser, der mich beinahe ertränkt hätte. Wenigstens den Kopf versuchte ich zu wenden, ein klein wenig nach links, dann nach rechts. Im Nacken knirschte es unangenehm, der Kopf tat weh, aber bewegen ließ sich alles einwandfrei.

Keine Anemona neben mir. Keine Achillea. Mein Herz raste wie in der Steinstarrzeit, dröhnend versuchte es Fragen zu unterdrücken. Lebte Achillea noch? Hatte Ortiga Anemona ermordet? Immer geschmeidiger wand ich mich, hätte ich doch noch meine Stimme, um Rosa zu fragen, aber – halt – auch meine Stimme müsste eigentlich wieder gehen. Ich krächzte ein paar Worte, die ich selbst nicht verstand. Rosa strich mir übers Haar.

„Wie von der Eule verschluckt und als Gewölle wieder ausgewürgt“, sagte sie mitleidig. „Soll ich dich auf dein Lager wünschen? Achillea und Anemona schlafen schon“.

Mit einem Schlag hörte mein Herz auf zu dröhnen, fast als habe es endgültig aufgehört zu schlagen. Doch noch war ich nicht tot. Erleichterung und Müdigkeit waberten warm durch meinen geschundenen Körper. Ich wollte den erlösenden Wunsch aussprechen als mein eigenes Kopfschütteln mich weckte.

„Nein! Wir müssen zu dem Mädchen Pamina! Sie hat drei Wünsche frei. Sie allein kann uns retten.“

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