Othello — Julian und Cardámine 45

Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

„Mama! Mama!“

Er lauschte. Es war still. Kein Donner mehr. Kein Blitz. Das fortwährende Getrampel des Regens auf der Dachschräge hatte aufgehört. Die jähe Stille hatte Othello geweckt. Nicht einmal die Atemzüge seines Bruders waren mehr zu hören.

„Mino!“, rief er. „Mino!“

Taminos Bett war leer. Die Matratze, auf der eigentlich Julian schlafen sollte, auch. Julian musste nicht unbedingt da sein, fand Othello. Tamino dagegen unbedingt.

„Mino! Mama!“

Nichts.

„Mamamamamamamama!“

Immer noch nichts, er musste schriller schreien.

Endlich ging die Tür auf. Isabella. Sie nahm ihn auf den Arm. Nicht alles gut, fand Othello, aber viel besser.

„Mamamamama…“

„Pst. Mama und Papa sind nicht da, aber ich bin ja bei dir.“

„Mama? Papa? Mino? Ami?“

„Kommen gleich alle wieder. Deine Isi ist hier. Komm mal her. Hoppe, hoppe Reiter, wenn er fällt dann schreit er …“

„Igitt!“

Ein Schrei aus dem Flur. „Tamino hast du das gemacht? Isabella, das musst du dir angucken.“

Mitten im Hoppe landete Othello auf der Julianmatratze.

Vor der Tür kreischten Isabella und Desdemona. Etwas Gefährliches war passiert. Tamino und dieser neue Junge brüllten böse. Mama war fort. Papa war fort. Pamina war fort. Keiner kam zu Othello.

Nichts war wie es sein sollte. Er schrie so laut er konnte. Und er konnte richtig laut.

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