20 Jahre ohne Gerechtigkeit

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Es gibt einen kleinen Ort in Uganda, an dem ich nie war und dem ich mich dennoch sehr verbunden fühle.

Diesen Monat jährt es sich zum zwanzigsten Male, dass im Distrikt Mubende rund 4000 Menschen von der ugandischen Armee gewaltsam und sehr grausam vertrieben wurden, damit dort im Auftrage der in Hamburg ansässigen Neumann Kaffee Gruppe die Kaweri Kaffeplantage angelegt werden konnte.

Obwohl sie direkte Nutznießer der Vertreibung sind, lehnt die Neumanngruppe bis heute jegliche Verantwortung für diese Menschenrechtsverletzung und erst recht eine Entschädigung der Vertriebenen ab, trotz sehr beharrlichen Drucks verschiedener Menschenrechtsorganisationen.

Lange schon begleite ich diesen Fall am Rande mit, habe Menschen aus Mubende in meiner Wohnung beherbegen dürfen, mit meiner kleinen Tochter auf dem Schoß mit einer sehr sympathischen Sekretärin eines CEO der Neumanngruppe Kaffee getrunken während eine der Vertrieben mit ihrem Chef sprach und viele wunderbare Menschenrechtsaktivisten kennen gelernt.

Kundgebung mit Bannern vor der Neumannzentrale

Zum traurigen Jahrestag lädt nun die Fraktion DIE LINKE in den ehrwürdigen Kaisersaal des Hamburger Rathauses ein, einen prächtigen Ort, an dem die koloniale Vergangenheit dieser Stadt sehr sichtbar ist. Dass es auch eine Gegenwart gibt und wieviel Leid an der kolonialen Geschichte hängt sieht man dort allerdings auf den ersten Blick nicht.

Insofern ein guter Ort, um den wirklich sehr beeindruckenden Film „Bitterer Kaffee“ von Michael Enger über die Situation der Vertriebenen in Uganda zu zeigen. Ihr Sprecher Peter Kayiira und eine weitere Frau aus Mubende werden live zugeschaltet werden- so sie denn unter den in Uganda geltenden rigiden Coronabestimmungen die Möglichkeit haben an einen Ort mit Elektrizität und Internet zu gelangen. Das gibt es zwar auf der Kaweri Kaffeeplantage, nicht aber in den Dörfern der Vertriebenen.

Falls jemand aus Hamburg oder Umgebung Zeit und Interesse an der Veranstaltung hat, würde ich mich über ein Treffen freuen. Hier sind die Daten zur Einladung:

„20 Jahre Vertreibung zu Gunsten der Neummann Kaffeeplantage in Uganda“
im Kaisersaal des Hamburger Rathauses am 11.08. um 18 Uhr.

Gezeigt wird der Film „Bitterer Kaffee“ von Michael Enger. Peter Kayiira aus Uganda wird per Video dazu geschaltet sein. Die FIAN-Referentin Getrud Falk wird vor Ort sein.

Eingeladen wird von der Linksfraktion aus Hamburg. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig.
Anmeldung: veranstaltungen@linksfraktion.hamburg.de

Ansonsten kann man den Film auch über den obengenannten Link anschauen.

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6 Gedanken zu “20 Jahre ohne Gerechtigkeit

  1. piri August 4, 2021 / 9:05 am

    Da würde ich gerne kommen. Schade, Hamburg ist nicht grade umme Ecke.

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  2. fundevogelnest August 4, 2021 / 9:10 am

    Nein, das rechtfertigt wohl den Aufwand kaum.
    Aber der Film kann auch auf der Website von FIAN gesehen werden, wenn er dich interessiert.

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  3. Myriade August 4, 2021 / 12:22 pm

    Eine wilde Form der Enteignung! Unklar ist nur, ob die Hauptschuld bei der ugandischen Regierung oder bei der Kaffeefirma im Hintergrund liegt. Für die Betroffenen ist das wahrscheinlich eher egal.

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  4. fundevogelnest August 4, 2021 / 10:30 pm

    Die grausame Räumung hat eindeutig die ugandische Armee und damit die Regierung zu verantworten. Sie wollten dem Kaffeekonzern gern etwas bieten.
    Und der hat sich um die Umstände nicht gekümmert.
    Es ist ein klassischer Fall von Landgrabbing und einer der am besten dokumentierten weltweit, was Peter Kayiira, dem ehemaligen Dorflehrer, der zum Juristen wurde und Gertrud Falk von FIAN zu verdanken ist, die diesen Fall quasi zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hat.
    Es gibt auf dieser Erde kaum so etwas wie unbewohntes Land (und wenn dann ist es Primärwald oder so etwas Wertvolles), wenn im großen Stil Soya, Zucker, Palmöl etc angebaut werden soll, verlieren fast immer die traditionellen kleinbäuerlichen Gemeinschaften.
    Daher ist das neue Lieferkettengesetz so wichtig, das nämlich Konzerne genau da, wo es sonst hieß „ja bedauerlich, aber das waren wir nicht“, in die Verantwortung nimmt.(Gilt das Lieferkettengesetz in Österreich auch?)
    Warum Neumann als einer der führenden Rohkaffeehändler, der allein mit der Veräußerung seiner Grundstücke im Hafen für den Bau der Hamburger Hafencity Unsummen verdient hat, sein Image nicht mit einer Entschädigung und sei sie als „humane Geste“ kaschiert, aufpoliert, bleibt für mich unverständlich.

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  5. Myriade August 10, 2021 / 10:13 pm

    Ein sehr wichtiges Gesetz !!
    In Ö wartet man derzeit, was aus Brüssel kommt …..

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