Das Leben ist manchmal doch eine Waldorfschule (für Sarah Zöllners Blogparade)

Sarah vom Mutter-Sohn-Blog hat aufgerufen zu schreiben, was uns zum Thema Schulstart einfällt.

Vielleicht sollte ich diesem Beitrag eine Warnung voranstellen: Lesen Sie ihn lieber nicht, falls Sie vorhaben Ihr seelisch behindertes Kind an einer Waldorfschule anzumelden oder bedenken Sie einfach, dass es so wie bei uns nun wirklich nicht kommen muss.

Gemeinhin stellt man sich das Waldorfleben ja eher putzig vor, behütet, mit handgefilzten Zwergen und so. Der titelgebende Spruch Das Leben ist keine Waldorfschule spielt auf diese inszenierte Beschaulichkeit an.

Im Sprech der Schulbehörden gilt der Kleine Fundevogel als Kind mit besonderem Förderbedarf,.

Das Wort behindert wird da kaum in den Mund genommen, obwohl wir nicht müde werden unseren Kindern beizubringen Behindert ist kein Schimpfwort!

Der Kleine Fundevogel ist laut, zappelig, impulsgesteuert und hat eine ausgeprägte Neigung seine eigenen Wege zu gehen und die können schon mal eben vom Schulklo nach Berlin führen, es würde also gewiss nicht unkompliziert werden, aber mit Offenheit, Gespächs-und Kompromissbereitschaft würde das schon laufen, dachte ich.

Zum ersten Mal mussten wir zur „Viereinhalbjährigenuntersuchung“in der zuständigen Grundschule auflaufen, da wird festgestellt, wie es um die Entwicklung des Kindes und namentlich seine Deutschkentnisse bestellt ist, sinnvoll, damit etwaige Lücken bis zur Einschulung noch aufgefüllt werden können.

Der Kleine Fundevogel war an dem Tag einfach entzückend, Deutsch spricht er wie ein Wasserfall, aber durch die Blume wurde schon an diesem Tag vermittelt, diese Schule kann sich keine gemeinsame Zukunft mit ihm vorstellen.

Erstmal ist mir gelungen, die ganze Sache rauszuzögern und die Einschulung von 2020 auf 2021 zu verschieben, das gilt in Hamburg aus politischen Gründen als quasi unmöglich, aber mit dem Hinweis auf die Frühgeburt — er wäre als zum Termin geborenes Kind gar nicht schulpflichtig gewesen — ging es doch, es wurde sogar genehmigt, dass er in der Kita bleiben durfte und keine Vorschuleinrichtung besuchen musste – ich nehme heute an, alle waren froh keine Vorschule für ihn suchen zu müssen. Es war dann aber auch egal, denn es wurde das Jahr, in dem niemand nirgendwohin ging und das Kind in der Form gefördert wurde, dass es am Onlineunterricht des Großen Fundevogels teilnahm und am Ende einiges über Sozialversicherungen hersagen und drei Teller gleichzeitig tragen konnte..

Während ich eine Schule suchte.

Die Schule, die ich für den Großen Fundevogel für gut befunden hatte, hatte keinen Platz für ein Inklusionkind, das nicht aus ihrem Einzugsbereich kam. Und auch an den zuständigen Schulen hatte ich Zweifel, die großen Klassen, die offnen Konzepte, die offenen Türen und Schulhöfe.

Förderschule wollte ich nicht, der Kleine Fundevogel ist weder dumm noch offiziell intelligenzgemindert und ich möchte seine Chancen auf einen vernünfigen Schulabschluss wahren. Zwar wird die Durchlässigkeit des Förderschulsystems betont, aber man muss schon sehr ehrgeizig und fleißig sein , um die im Nu erlangten Lerndefizite aufzuholen.

Und ich habe nicht vergessen, dass selbst die für ihre Inklusion mit Preisen bedachte Stadtteilschule des Großen Fundevogels ihn ohne meine Intervention ohne Schulabschluss in die Werkstatt für behinderte Menschen weitergereicht hätte. Das wollte ich in der zweiten Runde besser machen.

Von der Kita wurde als erstes die heilpädagogische Waldorfschule ins Gespräch gebracht: Kleinklassen, guter Personalschlüssel, sehr geschützter Rahmen, kein Wechsel nach Klasse vier und die Möglichkeit ESA und MSA (das, was mal Haupt-und Realschulabschluss hieß) zu erwerben..

Traum für wahr. Acht Kilometer entfernt – aber mit Fahrdienst von der Haustür ab, Schulgeld wird zwar erhoben – aber an den heilpädagogischen Waldorfschulen in einem sehr moderaten Rahmen, Sportverein kommt unter Umständen teurer.

Jugendamt und befreundete Pflegeeltern riefen begeistert:Gib ihm die Chance!

Aber eine Waldorfschule? Eine Bekenntnisschule? Muss das sein? Kann der Staat keine Förderschule vorhalten, an der ein Schulabschluss realistischerweise erlangt werden kann?

Meine persönlichen Begegnungen mit der Anthroprosophie waren eher desolat. Dieses Altbackene, (hier habe ich mal eine Geschichte drüber geschrieben), dieses Hokuspokusmäßige.

Aber vielleicht sind das alles nur Vorurteile?

Ich versuche Steiners Schriften zu lesen, komme nicht weiter, verheddere mich, komme an das, was er eigentlich sagen will, nicht ran, vielleicht liegt es an der Erschöpfung der Coronamonate, aber ich könnte bis heute den Kern seiner Lehre nicht wiedergeben nicht mal ansatzweise und ich habe festgestellt, die meisten mit Herz-und-Seele -Waldorfmuttis können das auch nicht.

Es ist ehrer ein wabernder Geist, der sagt, Biolandwirtschaft und gefilzte Zwerge sind gut; Impfungen und Plastikdinos sind nicht so gut.

Und dann stelle ich mich doch an der Schule vor, mangels Alternativen. Sie sind die Ersten, die nicht abwiegeln, die offen sind, die es sich mit ihm vorstellen können und, nein, eine Schulbegleitung bräuchte er nicht.

Diese Leute heißen ihn willkommen, sehen das Kind, nicht das Problem. Frau Fundevogel stelle sich jetzt mal bitte nicht weiter an, ein paar Zwerge filzen würde sie ja wohl ihrem Kind zuliebe lernen können.

Der neue Klassenlehrer und die Klassenhelferin stellen sich den Eltern vor und ich bin überzeugt, das kann was werden.

Am Anfang scheint es zu laufen, das Kind ist unruhig, braucht immer wieder Auszeiten, draußen mit der Klassenhelferin, zusammen mit einem ähnlich gestrickten unruhigen Geistlein, ein anderes Mal fängt der Klassenlehrer ihn und einen anderen Jungen gerade noch auf der Bushaltestelle ein.

Ende des Jahres erkrankt die ganze Klasse an Corona, was bei der Nichteinhaltung jeglicher zu dem Zeitpunkt üblicher Coronaschutzregeln nicht verwundert.

Was mich aber ernsthaft verärgert und irritiert ist die quasi nicht vorhandene Informationspolitik der Schule, zunehmend erbost, fordere ich Gesprächstermine ein, die nicht zustande kommen und erhalte schließlich nur mit der moralischen Keule mit hochempfindlichen Frühgeborenen zu arbeiten die Zusage über Coronaverdachtsfälle informiert und mein Kind bei Bedarf aus der Schule nehmen zu können.

Es kommt zu keiner allgemeinen Umgangsweise, das Kind in der Klasse, das einen Immundefekt hat, bleibt undiskutiert zu Hause.

So ist das nun einmal bei Waldorf, bestätigt mir strahlend eine andere Mutter.

Nach den Weihnachtsferien kommt raus, dass der Lehrer doch nicht wochenlang schwer an Corona gelitten hat, sondern mittlerweile gekündigt worden ist, warum bleibt auch am Ende eines langen Elternabends unklar, auf expizite Nachfrage werden Übergriffe auf die Kinder verneint, es bleibt nicht fassbar.

Es gibt keinen Abschied.

Keine Dienstübergabe.

Der Vertretungslehrerin erzählt niemand, dass der Kleine Fundevogel gern unterwegs ist, auch die immer anwesende Klassenhelferin nicht, Kind in Hausschuhen weg, Polizeieinsatz, Riesenaufregung.

Warum hat er eigentlich keinen Schulbegleiter?

Weil Sie das nicht wollten.

Kann sich niemand dran erinnern, also wird eine Schulbegleitung beantragt. Der Kleine Fundevogel verbringt inzwischen kaum noch Zeit in der Klasse, sondern wird zwischen verschiedenen irgendwie freigestellten Kräften herumgereicht.

Das nächste Elterngespräch empfiehlt den Wechsel zur Waldorfschule für Geistigbehinderte, dass er den dafür notwendigen Förderschwerpunkt gar nicht hat, dringt im Gespräch nicht durch, dass ich es nicht will, wohl schon.

Das Kind hat nur noch wenig Lust auf Schule, irgendetwas Messbares gelernt hat es nicht, ich bringe ihm zu Hause lesen bei.

Die Nachmittagsbetreuerin erzählt mir mit leuchtenden Augen von einer ganz, ganz tollen Schule mit noch kleineren Klassen, vielen Tieren …

Wo ist diese Schule?

Nicht in Hamburg, aber Sie können ihn am Wochenende nach Hause holen, das ist kein Problem.

Die selbe Frau hat mir gegebnüber über berufstätige Mütter geklagt, die ja gar keine Zeit für ihre Kinder hätten, wie schädlich tägliche Nachmittagsbetreuung für so kleine Seelen sei.

Der Kleine Fundevogel steht daneben und möchte abendelang Geschichten hören, wie ich die Mitglieder der Paw Patrol möglichst aufregend aus dem Hundeheim befreie.

Die Beantragung der Schulbegleitung zieht sich, aber auf Nachfrage heißt es läuft.

Lief nicht, zwei Tage vor den großen Ferien ruft mich der Geschäftsführer der Schule an, er wolle sich mit mir über die schulische Zukunft des Kleinen Fundevogels sprechen.

Über die Schulbegleitung?

Ja, unter anderem, es gibt da ein paar Probleme.

Das erinnert mich denn doch stark an die damalige Kündigung unseres Kitaplatzes und es ist auch genau der selbe Mechanismus, statt rechtzeitig um Mitarbeit zu bitten, wird mit Kündigung gedroht, weil die vollumfängliche Schulbegleitung abgelehnt wurde.

Aus dem demütigenden Gespräch im Rahmen des Kitadesasters schlau geworden bringe ich mir Frau vom Jugendamt als Verstärkung mit und einen ferigen Plan, was wir tun können, innerhalb von 24 Stunden.

Die Ferien verbringe ich damit einen Schulbegleiter aufzutreiben und seine Finanzierung sicher zu stellen.

Über einen Anbieter, den ich der Schule vermittele, finden sie einen Schulbegleiter. Einen wunderbar feinen Menschen, mit dem der Kleine Fundevogel sich auf Anhieb wohlfühlt, der ihm die Ruhe zu vermitteln scheint, die er dringend braucht.

Das unendliche Hickhack zwischen Schulbehörde und Jugendamt, wer hier was zu zahlen hat erspare ich uns hier. Am Ende habe ich eine kostendeckende Mischfinanzierung, die wohl einzigartig ist, beisammen, was ich aber der Schule wegen der mittlerweile angefangenen Herbstferien nicht mittelien kann.

Die Feriennichterreichbarkeit hindert sie aber nicht daran, mir per Einschreiben die Kündigung zum Halbjahrszeugnis zuzustellen.

Vielleicht nehmen sie sie zurück, vielleicht kann der wunderbare Schulbegleiter mitkommen, vielleicht ist ihm der Weg nicht zu weit, wenn das Kind an eine inklusive Grundschule wechselt, vielleicht findet sic eine Schule, die sich darauf einlässt.

Ich weiß nicht was besser wäre, trotz der Begleitung wird das Kind immer noch mehr oder weniger in Einzelhaltung unterrichtet , ich darf mit dem Schulbegleiter jenseits von Guten Tag und Schönen Urlaub nicht reden, alles läuft über die Schulleitung, ich werde von Schlugesprächen ausgeschlossen, die nächste Klassenlehrerin ist entlassen worden.

Transparenz scheint hier ein Fremdwort zu sein, auch die Elternvertreterinnen werden ausschließlich zur Organisation des Martinsbasars und anderer Schulveranstaltungen gewählt, schulische Probleme werden im Einzelgespräch gelöst.

Ja, ich würde gern bockig dieser Schule alles vor die Füße werfen, inklusive der für den Basar gefertigten Goldnüsschen.

Dem Kind dagegen ist jeder Wechsel, jedes Neue ein Greuel, jeder Wechsel würde monatelange Probleme nach sich ziehen. Lösungen auf Zeit oder auf Probe sind nichts für uns.

Es würde in eine zweite Klasse komen und hat den Stoff der ersten noch nicht einmal ansatzweise gelernt.

Auch missgelaunt muss ich anerkennen, dass die Schule den Schulbegleiter bislang aus dem eigenen Budget zahlt, dass man vielleicht nicht mir, aber dem Kind Wertschätzung entgegenbringt.

Ich weiß noch nicht was richtig ist. Oder zumindest weniger falsch.

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12 Gedanken zu “Das Leben ist manchmal doch eine Waldorfschule (für Sarah Zöllners Blogparade)

  1. kommunikatz Oktober 26, 2022 / 11:36 am

    Dein Dilemma muss grausig sein 😦 Ich persönlich halte Waldorfschulen ja für esoterische und gefährliche Orte, wo den Kindern ziemlich viel Schwurbelei, unterschwelliger Rassismus und ziemlich wenig echtes Weltwissen vermittelt wird, inklusive einem üblen Menschenbild, in dem den Kindern qua Karma die Schuld für alle negativen Dinge gegeben wird, die ihnen widerfahren – sie haben sich ihr Schicksal und ihre Eltern selbst ausgesucht, sind also bspw. an Missbrauchserfahrungen selber Schuld. Und eine Behinderung ist ein makelhaftes Karma aus früherem Leben. Mich gruselt es dabei sehr, aber ich verstehe auch, dass es für den kleinen Fundevogel extrem schwer ist, ein geeignetes Umfeld zu finden. Allerdings bestätigt Dein Beitrag leider all meine Bedenken gegen Waldorfschulen und ich kann Euch nur wünschen, dass Ihr irgendeine andere Lösung findet.

    Gefällt 2 Personen

    • fundevogelnest Oktober 27, 2022 / 11:46 am

      Liebe Lea, ja ist es denn wirklich so schlimm?#
      Oder sind das auch wieder so seltsame Geschichten die kursieren?Zum Beispiel habe ich mit der Schulleitung als ich sie endlich zu fassen kriegte in dieser Coronageschichte eine vernüftige Einigung erzielt.
      Nun haben sie mir aber gerade wieder ein Gespräch wo es um das Kind selbst gehen sollte abgesagt.
      Als rassistisch erlebe ich die Schule gar nicht, Schüler-und (was ich aussagekräftiger finde) Lehrerschaft sind „bunt“
      Es ist nicht eindimensional, es ist nicht einfach.
      Und ich fürchte das würde an jeder Schule wohl sein, weil das Kind eben herausfordernd ist.
      Aber dass mein es fast gänzlich abgeschottet wird unddabei kaum was lernt geht eben nicht.
      Dasrüber hätte ich nun heure gern fgesprochen und das Gespräch wird einfach abgesagt.

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      • kommunikatz Oktober 27, 2022 / 11:58 am

        Das klingt echt ärgerlich.
        Was die anthroposophische Rassenlehre und die anderen Seltsamkeiten angeht, findest Du dazu viel bei der GWUP (https://www.gwup.org/) und bei Oliver Rautenberg, dem Antrhoblogger (https://anthroposophie.blog/). Wie stark die einzenen Waldorfschulen Inhalte rund um Menschenrassen, Atlantis und die verschiedenen Leibhüllen wirklich vermitteln, hängt sicher stark von den Lehrer*innen ab, aber letztlich fußt die ganze Lehre darauf und irgendwie schwingt es dadurch auch immer mit. Auf jeden fall muss mensch da wohl leider wachsam sein.

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  2. osmerus Oktober 26, 2022 / 12:40 pm

    Komisch, auch ich habe dieselben Vorurteile, die sich über die Jahrzehnte offenbar als Urteile herausstellten …

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    • fundevogelnest Oktober 27, 2022 / 11:47 am

      Ich bin noch auf der Suche, die Alternativen sind leider keine wirklichen.

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  3. Sarah (mutter-und-sohn.blog) Oktober 26, 2022 / 1:44 pm

    Liebe Natalie,

    herzlichen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade #Schulstart! Ich staune, während ich deinen Text lese, wie du die Kraft findest, immer weiter zu gehen. Aber einfach nicht machen, ist auch keine Option, nicht wahr? Danke für diesen Einblick in euren Alltag und deinen Beitrag zu meiner Blogparade!
    Herzlichen Gruß, Sarah

    P.S. Wer die anderen Beiträge lesen oder selbst mitmachen möchte (noch bis 31.10.22) – schaue gern vorbei: https://mutter-und-sohn.blog/2022/10/21/einladung-blogparade-schulstart/.

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    • fundevogelnest Oktober 27, 2022 / 1:24 pm

      Liebe Sarah,
      da ich die Option Heimplatz weiterhin ablehne, bleibt mir nichts anderes übrig als mich zu kümmern und ich will halt auch die bestmöglichen Bedingungen bei einer schwierigen Ausgangssituation

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  4. gkazakou Oktober 27, 2022 / 10:40 am

    Die Wertschätzung deiner Person, die du vermisst, hat, so entnehme ich deinem Text, ein Gegenstück, liebe Natalie: deine mangelnde Wertschätzung der Waldorfschule. Ich begreife nicht, wie du Wertschätzung erwarten kannst, wenn du selbst dein Kind so widerwillig dieser Schule anvertraust, ausführlich Kitschiges, Unverantwortliches und Intransparentes beklagst, hingegen nur nebenbei die Finanzierung des Schulbegleiters durch die Schule (sprich: den Elternverein) und überhaupt nicht die Leistung der Lehrer erwähnst.
    Bei so viel Unverständnis für die pädagogischen Konzepte Waldorfschule würde ich dir wirklich raten, dein Kind woanders einzuschulen. Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

  5. fundevogelnest Oktober 29, 2022 / 1:33 pm

    Liebe Gerda, nun hat der Computer meine lange Antwort gefressen, du bekommst aber sobals ich es schaffe noch eine, das hat so eine ausführliche Kritik verdient.

    Gefällt 1 Person

  6. fundevogelnest Oktober 29, 2022 / 10:43 pm

    So, nun aber:
    Dass es unglücklich ist sein Kind an einer Waldorfschule anzumelden, wenn man Bekenntnisschule eigentlich ablehnt,ist mir auch klar, aber ich glaube ich habe deutlich geschildert, wieso ich über diesen Schatten gesprungen bin.
    Ich bin selbst auf eine katholische Schule gegangen, die ebenfalls nicht per se schlecht war, und auch einige wunderbare Menschen in mein Leben gebracht hat,aber es wurde bei allen Freiheiten sehr deutlich gemacht, es gibt gedankliche Grenzen über die darfst du nicht gehen.
    Ich habe mir aber gedacht, dass der Kleine Fundevogel an solche Grenzen eh (noch) nicht geht und die geistige Grundhaltung seiner Lehrer ihm letzlich egal ist.
    Vieles an der Waldorfpädagogik, das Rhythmische, Gründliche, Leise gefällt mir sehr gut- nur hat der Kleine Fundevogel noch nicht viel davon gehabt.
    Dass mit dem Vorstecken des Geldes rechne ich der Schule sehr hoch an, dass es hier so still war auf dem Blog, lag auch daran, dass ich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt habe diese Finanzierung zu sichern und es ist mir auch mit einem abenteuerlichen Konstrukt gelungen.
    Diese Probleme hätte es vermutlich aber nicht in dem Maße gegeben, wenn die Schule nicht bis zwei Tage vor den Ferien weder mir noch dem Jugendamt gegenüber kein Wort verloren hätten. Frau vom Jugendamt und ich konnten binnen 24 Stunden einiges am Unterstützung mobilisieren und hätten das auch schon früher gekonnt.
    Und so erlebe ich es die ganze Zeit es wird rumgedoktert, niemand weiß von nichts und ich die ja immerhin sorgeberechtigt bin, erfahre als Letztes davon, muss aber alles auf Grundlage von Dingen die ich nicht erfahre, im letzen regeln und Entscheidungen treffen.
    Das nenne ich intransparent und habe das an staatlichen Schulen nicht so erlebt.

    Ein anderes Kind in der Klasse hat einen Schulbegleiter bekommen, ohne dass die Mutter davon überhaupt wusste, erst als der sich freundlich bei ihr vorstellte, erfuhr sie davon.

    Und die Tatsache, dass mein Kind die meiste Zeit mit seinem Schulbegleiter – mit dem ich nicht unbeaufsichtigt soll, es läuft alles über die Schulleitung,,die natürlich viel anderes zu tun hat — im Exil hockt, mir keiner darlegen kann, was da genau passiert, wieviel Stoff der Klasse bei ihm ankommt (und die machen tolle Dinge, beim Elternabend bin ich deswegen in Tränen ausgebrochen) es nach eigener Aussage aber viel am Tablett spielt (in einer Waldorfschule!) macht mich nicht glücklich und dem Lehrern gegenüber gerade nicht so dankbar.
    Und die wiederholten Empfehlungen das Kind in eine Heimsonderschule zu geben erst recht nicht!

    Trotzdem werde ich vermutlich – wenn sie die Kündigung zu einem leider nicht näher definierten Zeitpunkt doch zurücknehmen- diese Zerrissenheit weiter aushalten und mich weiterhin freundlich und beharrlich bemühen für mein Kind eine vernünfitige Unterichtssituation zu erwirken – so entmutigend sind die Gespräche mit den Leitungen anderer Schulen!!!

    Gefilzte Zwerge finde ich übrigens ganz niedlich – und wenn mein Knd endlich am Filzen teilnehmen dürfte (mit Schulbegleitung) würde ich mich sehr, sehr freuen.
    Vielleicht kannst du meine Verzweiflung nun besser nachvollziehen.

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