Tetris im Keimzoo (ABC-Etüde)

Drei Wörter in einem höchstens 300 Wörter langen Text – Christianes Schreibeinladung ist immer wieder eine Herausforderung.

AliceWortspende (Grippe, gebleicht, knuddeln), die schön zur derzeitigen Erkältungswelle passt, nutze ich dieses Mal, um aus dem Nähkästchen Desinfektionsmittelfläschchen zu plaudern.

Alle anderen Endzeitdramen und Erkältungspossen finden sich bei Christiane, die auch die Illustration zur Verfügung gestellt hat, die Fotos unterm Text stammen von meinem Arbeitsplatz. Weiterlesen

Enge (ABC-Etüde)

Ein Text basierend auf Notizen, geschrieben vor einer Woche in einem Kinderkrankenhausbett, über der schönen Wörterspende von Donka von Only bats can hang sinnierend, ohne was Vernünftiges zustande bekommend, dauernd den Kleinen Fundevogel aus der Infusionsleitung heddernd.

Inzwischen ist der Spuk so vorbotenlos vorübergegangen, wie er vor knapp drei Wochen über uns herfiel. Was wirklich war, verbleibt im Ungefähren. Der Kleine Fundevogel ist wieder der, der er immer war. Meine Seele hinkt noch etwas hinterher, das wird schon vergehen.

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Vorbereitet – mein Päckchenbeitrag

Vom Etüdenadventskalender bei Christiane habe ich hier schon hinreichend geschwärmt.

Heute nun war mein Päckchen an der Reihe ausgewickelt zu werden, ich warne, es enthält weder Zimtkakao noch Elisenlebkuchen.

Ganz weiß ich auch nicht mehr, warum ich im Hochsommer eine so düstere „Adventüde“ verfasste. Ein paar Mal spielte ich mit dem Gedanken Christiane um Rücksendung zu bitten und den Text gegen etwas Weihnachtliches wie es sich geziemt auszutauschen, ließ es dann aber doch. Weihnachten und ich führen seit jeher eine komplizierte Beziehung. Ich versuche jedes Jahr so lange es eben geht diese Tage, die mich mit ihrer Fülle und ihren Ansprüchen an die Grenzen bringen zu vergessen, eigentlich nur um dann erfahrungsgemäß völlig überrollt zu werden, zumal die alljährliche nestliche Weihnachtseskalation niemals ausfällt. Ein paar Tage Urlaub im Elbsandsteingebirge waren eine gute Auszeit, aber Weihnachten ist währenddessen natürlich nicht wundersam verschwunden, sondern hat mich mit zähnebleckendem Grinsen an der Wohnungstür erwartet.

Ach und am Ende wird es doch irgendwie Spaß gemacht haben.

Adventüden 2019 15 | 365tageasatzaday

Irgendwas ist immer

Zum Thema Inhaltshinweise/CN/Triggerwarnungen in den Adventüden bitte hier lesen.

Vorbereitet (Natalie, Fundevogelnest)

»Ich taufe dich auf den Namen Géraldine«, spricht Alma zu dem bebenden Tierchen in ihren Händen. Früher hatte sie ein Buch gehabt, Géraldine und die Mauseflöte. Diese Maus spielte auf ihrem Schwanz Flöte und vertrieb mit dieser Musik anderen Mäusen im Winter den Hunger. Insofern war es ein Buch, das vorbereiten konnte, mindestens so nützlich wie der Selbstversorgergarten, und obendrein wäre es ein Geschenk für Brüderchen zur Wintersonnenwende, weil sie doch kein Weihnachten mehr feierten. Aber so leicht ließ Vater sich von Alma nicht aufs Glatteis führen: »Löse dich von solchem Tand«, grollte er, »sonst wirst du nicht vorbereitet sein.«

Tags darauf wollte er ihr, Agnes und Hermann das Schießen beibringen. Heimlich musste das sein, natürlich: »In Amerika darf ein Mann seine Kinder noch beschützen, in diesem Scheißland jedoch …«
Vater war das Rattennest…

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Scheppernde Collage (nachgereichte ABC-Etüde) und ein Adventskalenderrausch

Morgens aufwachen und mit bloßen Füßen durch die noch ungeheizte Wohnung tappen und das nächste Päckchen vom Kalender schneiden, ach nein, den Computer hochfahren, mit aufgeregt zappelnden Fingern das nächste Päckchen im Etüdenadventskalender öffnen und sich eine Geschichte auf der Zunge zergehen lassen mit der Süße von Zimtkakao oder der herben Bitternis des Lebens. Zuckerquietschebunt wird vielleicht noch kommen.

Man weiß es vorher nicht, aber jedes Päckchen bisher war ein Gewinn.

Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass mich in diesem Leben ein Adventskalender noch einmal so elektrisieren könnte, ich stehe mit meiner morgendlichen Ungeduld kaum dem Kleinen Fundevogel nach. Wenn das mit dem unbemerkten morgendlichen Tappen über die Dielen auch noch gar nicht geklappt hat, doch gut angerichtete Buchstaben munden bekanntlich zu jeder Tageszeit.

Tun Sie sich den Gefallen und schauen Sie rein. Weiterlesen

Leben in Kilometer 16 (ABC-Etüde)

Lange rumorte die Wortspende von Red Skies Over Paradise

Unbehaustheit

schwermütig

haschen

in mir herum. „Unbehaust“ und „Schwermut“ hätten meinem Wortgefühl besser gemundet, indes so sind die Spielregeln nicht  – und „haschen“ machte mir letztlich das meiste Kopfzerbrechen.Die folgende Geschichte aus dem Gran Chaco de Paraguay ist (leider) kein bisschen fiktiv, sondern nur ein Beispiel dafür wie der weltweite große Hunger nach Land Menschen das Dach über dem Kopf und die Grundlage zum Leben raubt. Weiterlesen

Drei Wünsche frei (ABC-Etüde)

Nach schwer kommt leicht.

Fraggles extravagante Wortspende

Gewächshaus

fälschen

jodhaltig

setzte in mir nur Unfug frei…

Außerdem ist es mir zum ersten Mal gelungen meine Etüde am Worterscheinungstag nun zumindest geschrieben zu haben (handschriftlich, Punktlandung 299 Wörter, man erwirbt seltsame Fähigkeiten). Die Fundevogeloma hielt es nämlich für eine gute Idee den Kleinen am Sonntagmorgen ins Kinderkino einzuladen. Im Nachhinein fand sie die Idee nicht mehr ganz so gut („so laut wie er war keiner“), aber ich saß bei Kaffee und Croissant im Café mit Papier und Stift, Traum für wahr. Weiterlesen