Nach Luft schnappen

Nein, ich kann nichts Kluges über den rechtsextremistischen Gewaltexzess in Halle schreiben.

Etwas Heilendes schon gar nicht.

Aber gar nichts zu schreiben geht auch gerade nicht.

Ich kann nur das Entsetzen teilen, die Sprachlosigkeit, wo große Worte notwendig wären. Donnernde Worte voll alttestamentarischen Zorns. Aber wer kann sie, wer wird sie sprechen? Weiterlesen

Was sind das für Zeiten

Letzte Nacht hat es endlich wieder geregnet, was sage ich, geschüttet hat es, geblitzt, gedonnert, gehagelt. Es war eine rechte Wonne dem zuzusehen.

Auf dem Weg zur Kita zeigt der Kleine Fundevogel sich von den immer noch strömenden Wassermassen beeindruckt, so viel Regen.

Es ist gut, dass es regnet, sage ich, die Bäume brauchen diesen Regen so dringend.

Hallo Bäume, sagt der Kleine Fundevogel zu den Linden am Straßenrand, seid ihr jetzt fröhlich? Und er hält sein Ohr an einen Stamm und bestätigt: Sehr, sehr fröhlich.  (Wie gut tut nach einem schwierigen Morgen so ein Moment, in dem die Liebe überquillt) Weiterlesen

Denken an M., W. und viele andere

Am Wochenende nun schraubte ich Möbel auseinander, nur um sie im Nachbarzimmer wieder zusammenzuschrauben, denn Ende des Monats wird es so weit sein: Der Mann der Herzensfreundin wird mit Unterstützung eine Pflegedienstes aus dem Pflegeheim zurück zu seiner Frau ziehen.

Meine Mutter ist krank, mal wieder, viel hin und viel her, ein Richtig lässt sich nicht finden, aufreibende Telefonate und das innere Aufatmen, dass auch sie bald in der erweiterten Nestumgebung wohnen wird.

Alles zieht sich zusammen zurzeit.

Soches muss als Entschuldigung herhalten, dass ich zwar noch Nachrichten einschalte, aber nicht mehr recht zuzuhören scheine. Mich erst empöre, wenn die rührige dergl in meinen Reader spült, dass Minister Spahn, das ewige Ärgernis, plant langzeitbeatmeten Menschen das Recht auf ein Leben im eigenen Zuhause zu entziehen. Weiterlesen

Ein Falterknicks

Laut der Internetseite von Thomas Radetzki wurde die von ihm gestartete Petition an den Deutschen Bundestag gut 70.000 mal unterzeichnet. Der Petitionsausschss des Bundestages ist hiermit verpflichtet sich mit der gründlicheren und realitätsnahen Überprüfung neuer Pestizide auseinanderzusetzen.

Das ist ein erster Schritt. Ich werde an „meine“ Bundestagsabgeordnete (die hat schon öfter Post von mir bekommen) schreiben und sie bitten sich dieser Petition anzunehmen. Weiterlesen

Eine Falterbitte…

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

… oder eine Bitte im Namen der Falter oder eine Bitte, von der ich glaube, dass Falter sie gut finden könnten … Ich habe natürlich nicht die geringste Ahnung, was Falter gut finden würden, aber leben tun wir doch alle eigentlich ganz gern und nach Wehklagen und melancholischen Texten über das stille Schwinden der Falter ist mir ein zarter Versuch dem entgegen zu treten über den Weg gelaufen:

Der Imkermeister Thomas Radetzki hat eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet, in der es darum geht, dass Pestizide vor ihrer Zulassung (oder dann hoffentlich Nichtzulassung…) wesentlich gründlicher auf ihre Auswirkung auf Bienen und andere Insekten getestet werden. Das scheint bis jetzt erschreckend oberflächlich zu laufen. Immer wieder werden Pestizide wieder vom Markt genommen, weil sie doch bienenschädlicher sind, als bei ihrer Zulassung prognostiziert wurde. Auf der verlinkten Website wird das Ganze besser und genauer erlärt, als ich es je könnte, daher weise ich Interessierte freundlich in diese Richtung. Weiterlesen

Die kleine Schwester der Zauberei

Auf meinen Text von vorgestern über den Großen Fundevogel und auch auf den über den Kleinen vom Sommer bekam ich schöne und herzwärmende Kommentare.

Dafür noch einmal den allerherzlichsten Dank.

Und mag es sich auch ein wenig verrückt anhören, nicht nur die Kommentare, auch die Texte erwärmen mein eigenes Herz, das sich nach Wärme sehnt, denn auf meinem Herzen lässt die Schwere sich gerade gern nieder, sitzt da immer mal wieder wie eine riesige, klamme, schleimende Nacktschnecke. Weiterlesen

Vom Liebgewinnen

Nachts wachte ich auf und das Seufzen in mir reichte von einer Wand des Zimmers zur anderen, denn ich musste an einen liebenswerten Menschen denken, der einen langen, traurigen Tod zur Unzeit starb und statt wieder einzuschlafen machte ich mir Gedanken um seine Gefährtin, wo sie wohl die nötige Kraft herbekommen würde. Ob ich etwas für sie tun könnte, obwohl sie so weit weg von hier lebt.

Ein paar tief erleichterte Tränen tröpfelten über meine Wangen, als ich hörte, dass sich bei der Diagnostik eines kleinen Mädchens nicht die befürchtete Krebserkrankung, sondern eine vergleichsweise harmlose Ursache ergeben hat.

Wie schön auch, dass eine, die mir ans Herz gewachsen ist, von einem langen, aufreibenden, heimwehgeplagten Krankenhausaufenthalt offensichtlich sehr profitiert hat und jeder ihrer derzeitigen Berichte kann mir ein Strahlen ins Gesicht zaubern. Weiterlesen

Ganz klein

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Herbstanfang. Ein Dreieck Wildgänse zieht rufend über den Garten. Kommt heil zurück, rufe ich ihnen leise nach. Ein paar Bläulinge flattern am Ende dieses Sommers ohne Schmetterlinge doch noch um blühende Nachtkerzen herum und ich kann mich kaum satt sehen an ihnen. Ich pflücke die gefühlt hundertste Zucchini des Jahres, sie wird eine der letzten sein.

Ich denke an das Mädchen, das in dem Alter war seine Flügel auszubreiten und stattdessen in der Nacht zum Montag gestorben ist. Zaungast war ich bei diesem Tod,  eine dicke Telefonleitung eigentlich nur, zur kleinen Schwester, die ihr Patenkind auf eine Weise begleitete, vor der ich mich tief verneige. Nicht nur sie wuchs über sich hinaus. Wenn ein Mensch schon zur Unzeit sterben muss, dann so umhüllt wie dieses Kind. Weiterlesen

Feuergeschichten

IN GIRUM IMUS NOCTE ET CONSUMIMUR IGNI

„Wir gehen im Kreise bei Nacht und werden vom Feuer verzehrt“

Die Quelle für dieses Zitat scheint unbekannt zu sein. Wenn jemand den Verfasser oder die Verfasserin weiß, würde ich mich freuen, es zu erfahren. Danke.

Waldbrände beherrschen die Nachrichten. Jederzeit und überall im vertrockneten Europa können neue aufflammen. Weiterlesen