E-Mail — Julian und Cardámine, letzter Teil

Heute kommt der letzte Teil der Geschichte von Julian und der Fee Cardámine und ich hoffe, ich habe keinen Strang zu lösen vergessen, sonst fragen Sie gern.

Und denen, die noch mehr lesen wollen von Frau Fundevogel, empfehle ich mein – feenfreies-Buch Zwischenzeit. Es ist im Buchhandel erhältlich. Wenn Sie es direkt bei mir bestellen, lässt sich über den Preis gern reden.


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Jo arbeitete während der gesamten Sommerferien, von frühmorgens bis mitten in der Nacht. Julian regte sich nicht mehr darüber auf. Er war sogar stolz auf seine Mutter, die in den letzten Wochen fast berühmt geworden war, weil sie sich so unermüdlich für Wiesen und Teiche einsetzte und natürlich, weil sie das weltbekannte Phänomenfoto gemacht hatte. Berühmter war nur der der auf den Fotos zu sehen war: Wolfgang Schröter. Er stieg nur noch selten in Müllcontainer. Den Supermärkten des Viertels war es eine Ehre, dem Retter ihre abgelaufene Ware frei Haus zu liefern. Nichtsdestotrotz waren einige Supermärkte dazu übergegangen Wachmänner auf ihren Hinterhöfen aufzustellen, denn in Containern nach Essbarem zu suchen, war zur coolsten Masche dieses Sommers geworden, wie das „Neue Tageblatt“ in einem langen Artikel verwundert feststellte. Wenn man sie gut kannte, konnte man auf dem unscharfen Schwarz-Weiß-Foto Isabella, Desdemona und den Kameramann mit dem Drachentatoo erkennen. Weiterlesen

Kastenzauber — Julian und Cardámine 65

Nun ist die Geschichte fast zu Ende – aber eine wichtige Sache har Cardámine noch zu erledigen …


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Rund wie die Sonne versank der Mond im Westen. Die vier leuchtenden Sterne des Pegasus prangten am östlichen Himmel. Verführerisch duftete die Nacht, trotzdem schlug ich Anemonas Einladung zum Tanzen aus. Den Weg zu Julians Kobel hätte ich mittlerweile im Schlaf fliegen können. Nur weil ich wusste, dass die Menschen nachts ihre Einfluglöcher versiegeln, bat ich Achillea mich hinzuwünschen und freute mich schon jetzt auf den Rückflug durch die erste warme Himbeermondnacht. Weiterlesen

Julian – Julian und Cardámine 64

Ich mag den Julian so sehr – und in diesem Kapitel bin ich unendlich stolz auf ihn. Mehr innere Größe kann ein Junge seines Alters eigentlich kaum beweisen.


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Am Mittwoch waren die Feenferien – wie Pamina sie getauft hatte – zu Ende. Müde starrte Julian in seine Müslischüssel. Die beste Nachricht war, dass Frau Steffke zur kommissarischen Schulleiterin ernannt worden war. Über das Leiden der Frau Schmidt-Bruhns wurde allerlei gemunkelt. Angeblich wurde sie von der Wahnvorstellung heimgesucht, ihr liefe glitzernder Schleim aus der Hand, mit der sie vor ein paar Tagen einen Schüler der dritten Klasse geschlagen hatte. Dabei hatte sie Dennis gar nicht gehauen, grübelte Julian. Doch Gerüchte hatten bekanntlich ein ganz spezielles Eigenleben. Weiterlesen

Nachtigall — Julian und Cardámine 63

Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Die Menschen und der Hund waren schlafen gegangen. Wir waren hellwach und saßen noch lange auf dem breiten Ast mit der ungewohnt hellen Rinde. Ich fühlte mich federleicht und quoll beinahe über vor Freude. Immer wieder strich ich über meinen neuen Zauberstab. Süße Vertrautheit duftete aus dem rötlichen Holz. Weiterlesen

Feentanz — Julian und Cardámine 62

Langsam wird so manches besser. Die Feen tanzen wieder und der Kleine Fundevogel ist in der Kita zwar noch immer nicht erwünscht – aber der Bauspielplatz hat zumindest für sechs Kinder gleichzeitig wieder offen. Zwei Stunden am hellichten Tage ohne jede Verantwortung – meine Ohren klingen noch immer von dieser Stille und der Kleine Fundevogel schläft angefüllt mit Seligkeit. Weiterlesen

Vergoldet — Julian und Cardámine 61

Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Ohne weitere Worte verließen Achillea und Filipendula das Festmahl. Waren sie beleidigt, weil der Junge Dennis und der Mann Frank sich vor unseren Tränken ekelten?

Matricaria hatte zum Abschied prophezeit, wir würden uns schneller mit unseren Menschennachbarn entzweien, als ein Kaninchen blinzeln kann. Ich hatte abgewinkt, aber die Sorge war gesät. Weiterlesen

Kuno — Julian und Cardámine 60

Liebe Frau Stachelbeemond, heute zeigt sich, warum ich vom Genuss von Feengetränken vorsichtig abriet. Für die lila Punkte habe ich inzwischen auch eine Erklärung bekommen, ich hoffe ich schaffe bald sie aufzuschreiben.

So erschöpft wie ich bin, würde ich einen Feentrank glatt annehmen.


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Endlich durfte Julian den Bagger auch mal fahren. Eingequetscht zwischen Wolfgangs Beinen bediente er mit dem rechten Fuß das Gaspedal und Wolfgang half wirklich nur ein bisschen beim Lenken mit den zwei Hebeln. Julian gelang es, genau neben Paminas Grabungen zum Stillstand zu kommen. Dann musste man den Bagger „hinsetzen“, nach links und rechts fuhr er seine Raupenketten aus und ließ sich mit einem kleinen Rumms dazwischen nieder. Weiterlesen

Haarsträhne – Julian und Cardámine 59

Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Unser Kobel am Weststamm war nur noch eine leere Zweigkugel. Schön wäre es, dachte ich, wenn ein Gartenschläfer seine Starrmonde darin verbringen oder im nächsten Haselkätzchenmond eine Blaumeise ihre Eier hineinlegen würde. Mit unserem Feuersteinmesser schnitt ich mir ein paar Haarsträhnen ab, als Einzugsgeschenk für zukünftige Bewohner. Feenhaar war ein allseits beliebtes Nestbaumaterial. Dann packte ich das Messer in meinen Korb. Der Abschied wurde uns nicht schwer gemacht.

Auch nachdem der große Menschenschwarm verschwunden war, wurden wir weiter belästigt. Zuerst kam eine Gruppe, die genauso aussah wie die Teichzuschieberbande, sodass uns die Eingeweide gefroren. Sie waren jedoch ziemlich harmlos. Ihr Auto sah wie ein Zwilling des versunkenen aus. Klug geworden, hatten sie es am Harten Weg abgestellt. Sie luden ein paar Schaufeln voll Schlamm in riesige Feenfallen, pieksten mit endlos langen Nadeln ins Erdreich und ersetzten schließlich das rot-weiß gestreifte Bannband durch einen soliden Zaun, auf dem stand: „BETRETEN VERBOTEN! LEBENSGEFAHR!“, was seit meinem Verrat bloße Übertreibung war. Weiterlesen

Retter– Julian und Cardámine 58

Die Frau Fundevogel ist ja von Natur aus etwas fahrig und tut sich schwer damit ihre Dinge zu beaufsichtigen, weshalb gerne die Warnung kommt: Pass besser auf deinen Krempel auf, die Menschheit ist schlecht. In der derzeitigen Coronafundevogelwirrnis habe ich das große Glück dem guten Teil der Menschheit zu begegnen, dem Teil, der von der Frau Fundvogel abfallende Portemonaies, Kontokarten und Schlüssel nicht zu bösartigen Zwecken nutzt, sondern ihr noch hinterher trägt. Schlecht ist doch nur ein Teil der Menschheit und deshalb darf ich auch Geschichten wie diese ohne echte Bösewichte schreiben. Wie erfreulich! Trotzdem nehme ich mir zum hunderelften Male vor meine Siebensachen besser zu hüten. Viel Ärger sparte das schon. Weiterlesen

Megaphon– Julian und Cardámine 57

Heute morgen trafen der Kleine Fundevogel und ich eine kleine Katze, klein im Sinne von noch sehr jung. Sie wollte sich zwar nicht streicheln lassen, aber heftete sich an des Kleinen Fundevogels Fersen und ließ sich nicht mehr abschütteln, zwischendurch raste sie halsbrecherisch im Zickzackkurs über die Straßen. Weil sie so klein war, sich so leichtsinnig verhielt und es so schüttete, nahmen wir sie schließlich mit nach oben.

Über eine „Vermisste Katzen Gruppe“ des Fratzenbuchs gelang es dem Studenten der Geowissenschaften den Besitzer ausfindig zu machen. Weiterlesen