Der Nikolaus der vergessenen Schuhe

Der Adventskalender hängen, der Adventskranz hält mehr oder weniger zusammen und der Student der Geowissenschaften bäckt Stollen. Auch wenn die Japanischen Kirschen hier in der Straße zur Unzeit blühen, die Zeit für Weihnachtsgeschichten ist gekommen.

Diese hier schrieb ich vor einigen Jahren zum Nikolaustag für den Großen Fundevogel, der nicht Ina heißt, aber das Nikolaus-Sein im Herzen trägt. Außer der Namensänderung habe ich nur noch ein paar Insiderinfos hinzugefügt, ohne die die Geschichte außerhalb des Nests schwer verständlich wäre.

Am nächsten Samstag werde ich wieder im wunderbaren Café Mehlbeere in Großenbrode Weihnachtsgeschichten vorlesen (mehr dazu in der Seitenleiste) und bin ganz schön aufgeregt und beschäftigt deswegen. Weiterlesen

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Letztjährige Sommergeschichte zum Ende des diesjährigen Sommers (Teil1)

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Die Sommerpause der von mir so geliebten ABC-Etüden neigt sich dem Ende zu. Mein diesjähriger Sommer zeichnete sich dadurch aus, ein Sommer ohne nennenswerte Pausen gewesen zu sein und geht nun langsam inhaliergerätrauschend in einen ebensolchen Herbst über. Ich spüre, dass es so nicht weitergehen kann und habe dieses und jenes angeschoben, damit ich mit meinem geliebten Nest kein Schiffbruch erleide. Weiterlesen

Die Phantomschlange

Diese Woche steckte ich meine spärliche Freizeit in die Vorbereitung meiner Lesung im Café Mehlbeere, Texte durchgesehen, überarbeitet, geübt, noch mal geübt…

Es blieb kein Raum für eine ABC-Etüde; der Blog und dieses und jenes wurden vernachlässigt.

Ich finde, es hat sich gelohnt, ich hatte ein kleines, aber zauberhaftes Publikum. Und die Mehlbeere ist sowieso ein ganz besonderer Ort, allen,  die in der Gegend vorbeikommen, lege ich eine Einkehr ans Herz.

Und weil ich nicht alles aus der Sammlung Mareike lesen konnte, was ich gern gelesen hätte, Weiterlesen

Die Astronautin (ABC-Etüde)

Welch‘ Überraschung, die Etüden sind ein Jahr alt, ich hatte sie für viel älter gehalten, nicht weil sie antiquiert rüber kommen, sondern … hm … vielleicht wegen der schnurrenden Selbstverständlichkeit, mit der sie Woche um Woche jede Menge Kreativität hervorlocken.

Wortspender der Woche ist diesmal der Etüdenerfinder- und illustrator Ludwig Zeidler höchstpersönlich Weiterlesen

Zu zweit (ABC-Etüde)

Die Weihnachtsferien sind vorbei, es gibt keine Schokoladenweihnachtsmänner mehr aufs morgendliche Brot, der Weihnachtsbaum hat den Schreibtisch zugunsten des Laptops räumen müssen.

Kein Zweifel, die Zeit der Ausnahmen ist vorbei, auch die Etüden finden wieder nach altvertrauten Regeln statt: Drei Wörter in höchstens zehn Sätzen. Mitmachen dürfen übrigens alle, die Lust haben, mit oder ohne eigenen Blog.

Die ersten Wörte für 2018 spendete die Etüdenhüterin Christiane höchstselbst Weiterlesen

Wenig Zeit für Magie (ABC-Etüde)

Nach der Adventsnummer der ABC-Etüden folgt nun die Weihnachts-und Neujahrsedition der Etüden, mindestens drei Wörter aus dem unten stehenden Fundus, den Christiane gesammelt und Ludwig Zeidler dekorativ aufgelistet hat, müssen in höchstens zehn Sätzen untergebracht werden.

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Jeden Dezember nahm sie sich vor, die Rauhnächte zu feiern, richtig zu feiern, die vielzitierte Durchlässigkeit in andere Dimensionen selbst wahrzunehmen, statt in Blogs mehr oder weniger wunderliche Rituale zu studieren und dabei Berliner in sich reinzustopfen, allen weiteren Vorsätzen zum Trotz.

Im Jahr des Gelingens saß sie  auf einer verschneiten Lichtung an einem Feuer, dessen Knistern als einziges die Stille durchbrach, am Waldesrand stellten sich pelzige Gestalten ein, die sich vertrauensvoll dem Feuer nährten und einen Blick in ihre unergründlichen Augen gewährten, so stellte sie es sich vor.

Im Stadtwald gab es gar keine richtigen Lichtungen, es regnete bei acht Grad Celsius, ein Feuer hätte sie niemals angekriegt, und wenn hätte der Rentner, dessen wuscheliger Hund sie angekläfft hätte, ihr den Marsch geblasen, Feuergefahr, Zuwiderhandlung, sträflicher Leichtsinn undsoweiter.

Außerdem bestand zwischen den Jahren Urlaubssperre, da gab es keine Hoffnung auf Ausnahmen, wegen der vielen zu besetzenden Feiertage und so.

Die Spätschicht am 25.Dezember war anstrengend, keine Katastrophen,  bloß Notaufnahmen, Verlegungen, Verbandswechsel, unruhige Kinder, Verständnis suchende Eltern, das ganze Programm.

Zum Schichtende kam ein Anruf aus einer Geburtsklinik, ein Neugeborenes, Entzündungszeichen im Blut, bitte einmal abholen, Routinefall.

Im Nachdienst war schon eine Kollegin zu wenig, sie hatte morgen frei, keine Frage, dass sie sich anbot, die Rettungswagenfahrer wünschten munter Fröhliche Weihnacht, ach ja.

Es war ein echtes Christkind, die Mutter, schön wie ein Engel mit Zahnspange, sah tapfer zu, wie ihr Baby in den Transportbrutkasten gelegt wurde für die Fahrt mit weinender Mutter und weinendem Kind, alle vorschriftsmäßig angeschnallt, tröstend wollte sie sagen, das Kind sei gewiss zum Neujahrsläuten schon wieder zuhause, doch keine verstand die Sprache der anderen, sie reichte ein Papiertaschentuch.

Irgendwann öffnete sie das Türchen des Brutkastens, löste den Gurt der Mutter, die sofort aufstand, streichelte, gurrte, die Rettungswagenfahrer schauten demonstrativ weg, und sie konnte Mutter und Kind aller Unveantwortung zum Trotz unversehrt der Säuglingsstation übergeben, ein leises danke mit starkem Akzent, schon gut.

Auf dem Heimweg stand plötzlich ein Reiher im Lichtkegel ihrer Fahrradlampe und blickte sie an, einfach so.