Erinnerungsglitzer

Es gibt so Erinnerungen, die trägt hoffentlich jeder und jeder in einem Schatzkästchen voller glitzernder Kleinode mit sich herum. Manchmal fällt ein Wort im Gespräch, flackert ein Song auf oder ein Geruch, und dann gibt es nichts Notwendigeres als den Kästchendeckel hochzuklappen, die Kostbarkeiten entweder still frohlockend zu betrachten oder stolz im Kreise der Anwesenden herumzureichen.

Diese Erinnerung weckte das seltsame, irgendwie beschämende Gefühl nichts mit einer Geschichte anfangen zu können, die offensichtlich allen anderen sehr gut gefiel.

Nikolai (Name geändert) war sechs oder sieben Jahre alt, Erstklässler, frisch aus Sibirien nach Hamburg verpflanzt, sein flinker Geist überholte im Gespräch immer wieder seine noch im Wachstum begriffenen Deutschkenntnisse.

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Frau Fundevogel, der missgelaunte Planet und die beste Babysitterin der Welt

Der Tag beginnt damit, dass der Kleine Fundevogel mit einem guten Stück Käse den Boden wischt und ziemlich wütend wird, weil ich das nicht will.

Das Krankenhaus ruft an, ob ich statt Mittwochnacht zu arbeiten, Dienstag eine Patientin zu einer längeren auswärtigen Untersuchung begleiten kann.

Ich sage zu und der Babysitterin für Mittwoch ab.

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Eine Sammlung unsortierter Erinnerungen – geweckt durch aktuelle Diskussionen

Seit 1989 arbeite ich auf „meiner“ Station, dreißig Jahre sind es dennoch nicht, denn ich war nicht durchgehend dabei, aber doch gut die Hälfte meines Lebens, ich fühle mich dort zuhause.

„Meine“ Station ist eine interdisziplinäre Intensivstation für Kinder von null bis achtzehn Jahren, es gibt sie seit 1985.

Seit ihrem Bestehen dürfen die Eltern Tag und Nacht zu ihren Kindern, war das damals fortschrittlich. Heute ist alles andere vorsintflutlich.

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Immer wieder Igel und Mauersegler

Beim Nachhausekommen eine Karte aus dem Kasten gefischt Ihre Postsendung wurde bei den Nachbarn hinterlegt, ah, endlich das Geschenk für den Studenten der Geowissenschaften, drei Wochen nach seinem Geburtstag.

Die Nachbarin wuchtet ein riesiges Paket in den Hausflur, schwer ist es, auch wenn ein Brettspiel Dinosour Island heißt, muss es nicht das Gewicht eines Minisauriers haben. Weiterlesen

Spielstunde (Der Awesome Blogger Award)

Zwei Mal bin ich für den Awesome Blogger Award nominiert worden und früher schon für diesen und jenen geheimnisvollen „Award“. Da habe ich jedes Mal gedacht ojemine, jetzt muss ich mich freuen und ist das wohl sehr unhöflich da nicht mitzumachen? und warum nennt sich dieser ominöse Preis awesome?

Ehrfurchtgebietend? Furchteinflößend??? Weiterlesen

Kaffee mit dem Geschmack der Vertreibung – eine Einladung zum Fernsehen

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Es gibt einen kleinen Ort in Afrika, in Uganda, Mubende, wo ich niemals war, der einen festen Platz in meinem Herzen hat und aus dem ich mehr Menschen kennengelernt habe als aus manchem Dorf in der näheren Umgebung. Wir haben zusammen gegessen und demonstriert, gemeinsam gestritten und gelacht und immer nehme ich intensiven Anteil aus der Ferne. Weiterlesen

No rabbit, no hedgehog.

Ich habe es getan.

Die Drahtschere habe ich extra für diesen Tag gekauft.

30 Jahre nach 1989, in den Zeiten von Zäunen gegen Wildschweine und Flüchtlinge habe ich einen Zaun zerschnitten.

Meinen Zaun, den schrebergärtlichen Schutzwall gegen Kaninchen, Kiffer, Hunde und die böse Außenwelt an sich.

Die Kiffer schaffen es sowieso schon ganz gut über die Hecke auf unsere Terrasse, und richten dort außer Kippen wenig Schaden an, meist kommen sie aus der nahe gelegenen Waldorfschule die haben genug Taschengeld, sagt der Student der Geowissenschaften. Weiterlesen

19.12.19

Die Mütze nachlässig in die Hecke gelegt, den Bienen beim Fliegen zugesehen, den Meisen beim Flirten, die Jacke zur Mütze geworfen.

Das Kind singt Leise rieselt der Schnee.

Der orangen Ringelblumenblüte erweist eine Hainschwebfliege Winterschwebfliege in der Luft stehende Ovation.

Eine Fliege inspiziert einen Lebkuchenrest.

Ich pflücke Salat.

Morgen In drei Tagen Wintersonnenwende steht im Kalender.


Nachtrag am 21.12: Zwei Fehler in so einem kurzen Text, das muss man erst mal schaffen.

Zur Wintersonnenwende siehe Christianes Kommentar, und dass es Winterschwebfliegen gibt, habe ich bis eben noch gar nicht gewusst. Vielen Dank, liebe Puzzleblume.

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