Erwachen

Noch sind die Winterkormorane da und hocken wie riesige Klumpen in den Bäumen an der Au. Das Thermometer klettert währenddessen in einer Geschwindigkeit in die Höhe, der weder Menschen noch Kormorane so recht folgen können. Schneeglöckchen und Winterlinge erblühen um die Wette, Meisen flirten schamlos.

Und plötzlich liegt der Bienenstand nicht mehr wie verlassen da.

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Advent, Advent, ein Lichtlein …

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Nach einer Honigernte ist da nicht nur Honig , sondern auch ziemlich viel Wachs.

Bis jetzt habe ich es mir immer recht einfach damit gemacht und es verschenkt an eine, die daraus duftende Teelichter goss und feine Cremes bereitete. Dass des Kleinen Fundevogels Narben so wunderbar weich geworden sind, ist auch ihr und unseren Bienen zu verdanken.

Nun ist diese Eine ein wenig sprunghaft und derzeit anderweitig engagiert, nicht wie Frau Fundevogel, die es irgendwie beruhigend findet jahraus, jahrein mehr oder weniger hinter ihren Kinder, Pflanzen, Geschichten und Haustieren herzutrotten.

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Die Falterbitte — wie es (nicht) weiterging

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Viele von Ihnen haben im April vergangen Jahres die Falterbitte, ein von mir so genannte Petion für eine genauerer Prüfung von Insektiziden vor ihrer Zulassung unterzeichnet.

Seit Monaten schon kümmert sich nun alle Welt nur um Corona und ebensoWichtiges wenn nicht noch Wichtigeres geht unbemerkt verloren.

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Dennis — Julian und Cardámine 9

An diesem Frühlingstag, der schon vom Sommer träumte haben die geschätzte Mitimkerin, der Kleine Fundevogel und ich die Bienenkisten geöffnet und das pralle Leben gesehen. Unzählige Bienen, viel Brut, aus der Arbeiterinnen und Drohnen schlüpfen werden und wir haben den unglaublichen Duft nach Wachs, Bienen und Holz und Honig schnuppern dürfen (mit Mundschutz!).

Bienen können so glücklich machen.

Als ich die Geschichte von Cardámine schrieb träumte ich noch davon mit Bienen zu leben, dafür hatten wir Meerschweinchen, an denen mein Sohn zärtlich hing. Sie leben längst nicht mehr. Beim Wiederlesen der Geschichtevermisse ich ihren Geruch und ihr behagliches Geschnurpsel, auch sie haben ziemlich viel Glücklichsein im Gepäck. Weiterlesen

Frühjahrsdurchsicht (ABC-Etüde)

Es ist mir nicht gelungen.
Ich wollte zu Elke Speidels inspirierender Wortspende Forsythien, lächerlich, erfrieren eine garantiert coronafreie Fantasyetüde schreiben, aber das Thema dringt mit seinen langen, bohrenden Wurzeln invasiv in jeden Winkel des Kopfes vor.

Im Augenblick antworte ich auf 90 Prozent der Fragen meiner Kinder: Nein, ist nicht– wegen Corona. Besonders der Große Fundevogel, der sich noch nie allein beschäftigen konnte und fast immer unterwegs ist, ist sehr unausgeglichen. Weiterlesen

19.12.19

Die Mütze nachlässig in die Hecke gelegt, den Bienen beim Fliegen zugesehen, den Meisen beim Flirten, die Jacke zur Mütze geworfen.

Das Kind singt Leise rieselt der Schnee.

Der orangen Ringelblumenblüte erweist eine Hainschwebfliege Winterschwebfliege in der Luft stehende Ovation.

Eine Fliege inspiziert einen Lebkuchenrest.

Ich pflücke Salat.

Morgen In drei Tagen Wintersonnenwende steht im Kalender.


Nachtrag am 21.12: Zwei Fehler in so einem kurzen Text, das muss man erst mal schaffen.

Zur Wintersonnenwende siehe Christianes Kommentar, und dass es Winterschwebfliegen gibt, habe ich bis eben noch gar nicht gewusst. Vielen Dank, liebe Puzzleblume.

Ich freue mich immer über Likes und Kommentare zu meinen Texten, muss aber darauf hinweisen, dass WordPress.com – ohne dass ich daran etwas ändern könnte — E-Mail und IP-Adresse der Kommentierenden mir mitteilt und die Daten speichert, verarbeitet und an den Spamerkennungsdienst Akismet sendet. Ich selbst nutze die erhobenen Daten nicht (näheres unter Impressum und Datenschutz). Sollte das Löschen eines Kommentars im Nachhinein gewünscht werden, bitte eine Mail an fundevogelnest@posteo.de, meistens werde ich es innerhalb von 48 Stunden schaffen dieser Bitte nachzukommen.

 

Aus dem Keller geholt II (Etüdensommerpausenintermezzo)

Das ist Sommer: Nach Hause kommen mit müden Kindern nach einem Tag am Meer, bei der Oma gewesen, noch wohnt sie an der Neustädter Bucht. Schwesterchen hat ihren Geburtstag gefeiert, alle Jahre wieder mit Freundinnen und Freunden am Strand, fröhlich, aber nicht unbeschwert, immer wieder sind wir bei dem Mädchen, das starb.

Beim Öffnen der Türe riecht man die Süße schon und das wabige Wachs. In der Stube stehen die Honigeimer, versuche noch den letzten Rest der kostbaren Süße aus den Waben zu pressen. Die Wärme staut sich, denn die Fenster bleiben zu, sonst hätten wir alle Bienen des Stadtteils im Nest, die nicht ganz unberechtigt einforderten, was ihnen gehört.

Die Türklinken kleben und das leicht ziehende Geräusch beim Gehen verrät: Die Böden auch. Eigentlich alles, einschließlich unserer selbst. Weiterlesen

Ins Schwärmen geraten …

… sind wir am vergangenen Wochenende.

Erst war der Samstag so ein Tag gewesen, den man am liebsten schnell verstreichen sähe. Irgendwie Halsschmerzen, ohne krank zu sein, ein Huhn, das auch nicht krank gewesen war, sondern plötzlich tot auf seinen Eiern lag, quengelige, streitlustige Kinder, betrüblich, unentschlossen, missgelaunt wie manche Tage halt sind.

Jetzt aber doch noch raus, beschließe ich gegen 17 Uhr, sonst werden wir hier alle vollends unleidlich. Dann fiept das Telefon, will eine SMS loswerden, die Nummer kenne ich nicht. Hallo, neben der Eissporthalle hängt ein Bienenschwarm im Baum, vielleicht sind es auch Wespen LG … Weiterlesen

Ein Falterknicks

Laut der Internetseite von Thomas Radetzki wurde die von ihm gestartete Petition an den Deutschen Bundestag gut 70.000 mal unterzeichnet. Der Petitionsausschss des Bundestages ist hiermit verpflichtet sich mit der gründlicheren und realitätsnahen Überprüfung neuer Pestizide auseinanderzusetzen.

Das ist ein erster Schritt. Ich werde an „meine“ Bundestagsabgeordnete (die hat schon öfter Post von mir bekommen) schreiben und sie bitten sich dieser Petition anzunehmen. Weiterlesen