Cardámines Garten

Es irrt, wer glaubt, die Rettungsmission der Fee Cardámine und des Erzählvogels sei eine einmalige Angelegenheit gewesen. So einfach macht die Frau Fundevogel es ihnen nicht. Und sich selbt schon mal gar nicht.

Die Fee ist mittlerweile eingezogen bei der, die sich in übermütigen Momenten noch einbildet ihre Schöpferin zu sein, und sich von Tag zu Tag mehr auf ihren kleinen libellenflügeligen Coach verlässt.

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Rührteig, Eigewichtsklassen und die fünf Säulen der Sozialversicherung

… beschäftigen das Nest gerade vollauf. Der Erzählvogel schlägt Kapriolen und behängt sich mit glitzernden und umgefärbten Federn, um den hadernden Großen Fundevogel bei der Lernstange zu halten und der zwanzig Jahre alten Geschichte Ich kann das ja sowieso nicht ein überraschendes Kapitel hinzuzufügen.

Niemals hätte ich gedacht, was Fachpraktiker Hauswirtschaft alles wissen müssen. Und der Kleine Fundevogel gibt alles, um bloß keine dreieinhalb Sekunden zwischen Hefeteig und dem Unterschied zwischen Frischmilch, Rohmilch, H-Milch und ESL-Milch in Vergessenheit zu geraten.

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Das Rettungskomittee

Der erste heftige Frühlingsregen fiel im Haselkätzchenmond, das Erdreich trank, wie es lange nicht hatte trinken dürfen und alles Lebendige barst vor Eifer zu wachsen und zu erblühen. Die Au glitzerte breit in der Sonne. Sie war ein wenig über die Ufer getreten und die Enten schwammen um die Erlenstämme herum.

Cardámine, die Fee, war sobald Sturmböen und Schauer nachgelassen hatten, aus ihrem Nest gekrochen und saß nun in der Frühlingssonne, winkte einer geschäftigen Erdhummelkönigin zu, sog den feuchten Duft in sich ein, auch sie unendlich dankbar für soviel Wasser, auf das kein Verlass mehr war.

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Nach dem Winterschlaf (ABC-Etüde)

Lilly band sie sich ihre Strickjacke um die Hüften, die Märzsonne wärmte. Eben hatten sie und Julian die Bienenstöcke durchgesehen. Alles strotzte vor Honig, die Immen schwankten fast unter der Last der Pollen, die sie an ihren Hinterbeinen heranschleppten.

Und doch fühlte sie sich verwundet, seit sie in den letzten Februartagen fassungslos zugesehen hatten, wie ein Großteil ihrer geliebten Schlehen von einem Trupp Arbeiter abgesägt und in Holzhäckselmaschinen gestopft worden war.

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Stürmisch

Am Sonntag nun haben der Kleine Fundevogel und ich mit meiner Mutter telefoniert, und wir konnten die Ostsee toben hören, wenn sie das Telefon ans geöffnete Fenster gehalten hat, sehen kann man das Meer übrigens nicht, so dicht am Strand wohnt sie nun auch wieder nicht.

Sie schläft jetzt wieder, sagt der Erzählvogel in mein Ohr und es klingt wie, das hast du nun davon.

„Sie“ ist meine kleine libellenflügelige Freundin, die Fee Cardámine, die kurzfristig aus dem Winterschlaf erwacht war und dieses Abenteuer in Form einer Abc-Extra-Etüde teilen wollte, einem Geschichtenformat, das bei Christiane in Monaten mit Extrasonntagen serviert wird.

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E-Mail — Julian und Cardámine, letzter Teil

Heute kommt der letzte Teil der Geschichte von Julian und der Fee Cardámine und ich hoffe, ich habe keinen Strang zu lösen vergessen, sonst fragen Sie gern.

Und denen, die noch mehr lesen wollen von Frau Fundevogel, empfehle ich mein – feenfreies-Buch Zwischenzeit. Es ist im Buchhandel erhältlich. Wenn Sie es direkt bei mir bestellen, lässt sich über den Preis gern reden.


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Jo arbeitete während der gesamten Sommerferien, von frühmorgens bis mitten in der Nacht. Julian regte sich nicht mehr darüber auf. Er war sogar stolz auf seine Mutter, die in den letzten Wochen fast berühmt geworden war, weil sie sich so unermüdlich für Wiesen und Teiche einsetzte und natürlich, weil sie das weltbekannte Phänomenfoto gemacht hatte. Berühmter war nur der der auf den Fotos zu sehen war: Wolfgang Schröter. Er stieg nur noch selten in Müllcontainer. Den Supermärkten des Viertels war es eine Ehre, dem Retter ihre abgelaufene Ware frei Haus zu liefern. Nichtsdestotrotz waren einige Supermärkte dazu übergegangen Wachmänner auf ihren Hinterhöfen aufzustellen, denn in Containern nach Essbarem zu suchen, war zur coolsten Masche dieses Sommers geworden, wie das „Neue Tageblatt“ in einem langen Artikel verwundert feststellte. Wenn man sie gut kannte, konnte man auf dem unscharfen Schwarz-Weiß-Foto Isabella, Desdemona und den Kameramann mit dem Drachentatoo erkennen. Weiterlesen

Kastenzauber — Julian und Cardámine 65

Nun ist die Geschichte fast zu Ende – aber eine wichtige Sache har Cardámine noch zu erledigen …


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Rund wie die Sonne versank der Mond im Westen. Die vier leuchtenden Sterne des Pegasus prangten am östlichen Himmel. Verführerisch duftete die Nacht, trotzdem schlug ich Anemonas Einladung zum Tanzen aus. Den Weg zu Julians Kobel hätte ich mittlerweile im Schlaf fliegen können. Nur weil ich wusste, dass die Menschen nachts ihre Einfluglöcher versiegeln, bat ich Achillea mich hinzuwünschen und freute mich schon jetzt auf den Rückflug durch die erste warme Himbeermondnacht. Weiterlesen

Julian – Julian und Cardámine 64

Ich mag den Julian so sehr – und in diesem Kapitel bin ich unendlich stolz auf ihn. Mehr innere Größe kann ein Junge seines Alters eigentlich kaum beweisen.


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Am Mittwoch waren die Feenferien – wie Pamina sie getauft hatte – zu Ende. Müde starrte Julian in seine Müslischüssel. Die beste Nachricht war, dass Frau Steffke zur kommissarischen Schulleiterin ernannt worden war. Über das Leiden der Frau Schmidt-Bruhns wurde allerlei gemunkelt. Angeblich wurde sie von der Wahnvorstellung heimgesucht, ihr liefe glitzernder Schleim aus der Hand, mit der sie vor ein paar Tagen einen Schüler der dritten Klasse geschlagen hatte. Dabei hatte sie Dennis gar nicht gehauen, grübelte Julian. Doch Gerüchte hatten bekanntlich ein ganz spezielles Eigenleben. Weiterlesen

Nachtigall — Julian und Cardámine 63

Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Die Menschen und der Hund waren schlafen gegangen. Wir waren hellwach und saßen noch lange auf dem breiten Ast mit der ungewohnt hellen Rinde. Ich fühlte mich federleicht und quoll beinahe über vor Freude. Immer wieder strich ich über meinen neuen Zauberstab. Süße Vertrautheit duftete aus dem rötlichen Holz. Weiterlesen

Feentanz — Julian und Cardámine 62

Langsam wird so manches besser. Die Feen tanzen wieder und der Kleine Fundevogel ist in der Kita zwar noch immer nicht erwünscht – aber der Bauspielplatz hat zumindest für sechs Kinder gleichzeitig wieder offen. Zwei Stunden am hellichten Tage ohne jede Verantwortung – meine Ohren klingen noch immer von dieser Stille und der Kleine Fundevogel schläft angefüllt mit Seligkeit. Weiterlesen