Die Liese (ABC-Extraetüde)

Der März 2020 war außergewöhnlich lang, so verwundert es nicht, dass er fünf Sonntage hatte und in solchen Monaten werden bei Christiane Extraetüden angerichtet, fünf gespendete Wörter in 500 Wörtern verpackt.

Die Wörterspenden stammen aus den beiden vorigen Etüdenrunden, in diesem Fall von von Elke Speidel und Corly

Die Geschichte von der Liese trage ich schon die ganze Woche mit mir herum, auf die Idee eine Etüde daraus zu machen, bin ich erst jetzt gekommen.

Meine verlorene Freundin zitierte immer wieder Kurt Tucholsky (und da ich die Quelle nicht weiß, kann ich jetzt nur aus dem Kopf zitieren): Wie können nicht einen Sinn stärken, der über dem Menschen die Menschlichkeit vergisst. Weiterlesen

Drei Wünsche — Julian und Cardámine 3

Eine nicht repräsentative Auswahl von Begründungen über Achtzigjähriger aus dem Nestumfeld , warum sie zurzeit ganz dringend alleine einkaufen müssen:

“ Der Laden ist doch direkt nebenan, was soll da schon passieren.“

„Mein Nachbar kennt sich mit Sojaprodukten nicht aus, der kauft bestimmt die falschen.“

„Das kann ich euch doch nicht auch noch zumuten“

und mein Schönstes: „Ich wasche mir jetzt doch immer ganz gründlich die Hände, wenn ich aus dem Hühnerstall komme“ Weiterlesen

Kringelzeiten und Aprilfeen

Ist es momentan dekadent die vom Kind liegen gelassenen Nudeln an die Hühner zu verfüttern? Wo Nudeln doch zurzeit so schwer zu bekommen sind.

Nicht der einzige sonderliche Gedanke, den die letzte Zeit hervorgebracht hat.

Im Nest herrscht gewissermaßen Ausnahmezustand deluxe, wir sind einigermaßen gesund, verfügen über ein krisenfestes Einkommen und die innere Stabilität über seltsame Kinderverhaltensweisen weder gewalttätig noch mutlos zu werden, vom Dach über dem Kopf und dem Schrebergarten in der Nähe ganz zu schweigen.

Keine Termine bei Jugendämtern, Theapieeinrichtungen, Diagnostikern, Schulämtern, alles was so wichtig für unser Leben gewesen sein soll, so unverzichtbar, dass der Frau Fundevogel mit dem Jugendamt gedroht werden muss, weil sie den Therapiewald auslichten wollte, hat keine Relevanz mehr. Weiterlesen

Frühjahrsdurchsicht (ABC-Etüde)

Es ist mir nicht gelungen.
Ich wollte zu Elke Speidels inspirierender Wortspende Forsythien, lächerlich, erfrieren eine garantiert coronafreie Fantasyetüde schreiben, aber das Thema dringt mit seinen langen, bohrenden Wurzeln invasiv in jeden Winkel des Kopfes vor.

Im Augenblick antworte ich auf 90 Prozent der Fragen meiner Kinder: Nein, ist nicht– wegen Corona. Besonders der Große Fundevogel, der sich noch nie allein beschäftigen konnte und fast immer unterwegs ist, ist sehr unausgeglichen. Weiterlesen

Heute kann es regnen, coronan oder schnei’n…

Seit Freitag bröselten die Fundevogelgeburtstagspläne dahin. Beim Abholen aus der Kita war klar, dass die Geburtstagsrituale der Kita für den Kleinen Fundevogel diesmal nicht stattfinden würden, jedenfalls nicht an seinem Geburtstag. Am Sonntag sagte ich dann den Gästen für nachmittags auch ab. Das Vögelchen war und ist ordentlich am Husten. Wie bei jedem kleinsten Infekt vermutlich wochenlang, das kennen wir schon und die Hustenhygiene sitzt noch immer nicht, obwohl schon lange vor Corona eingeführt. Feiern mit der Oma und den ebenfalls hochbetagten Großeltern aus Leidenschaft wurden deswegen ebenfalls gestrichen. Gestern noch hegte ich -meiner Abneigung gegen Zoos trotzend – den Plan zur Feier des Tages einmal leibhaftige Elefanten anzugucken, vorausgesetzt der Husten sei soweit eingedämmt, dass man sich in eine U-Bahn wagen könnte. Weiterlesen

Fremde Federn

„Man soll sich mit fremden Federn schmücken, solange man welche hat“, steht auf einem Kühlschrankmagneten.

Lange war ich hin-und hergerissen, ob ich eine regelmäßige Linksammlung hier im Fundevogelnest haben will oder nicht. Ist das nicht einfach Blogfüllerei, schnödes Fischen nach Klicks? Wobei es eigentlich völlig egal ist, wie oft meine Website angeklickt wird, sie ist schließlich nicht mehr als ein unkommerzieller, unprofessioneller, in keinster Weise weltbewegender Zeitvertreib einer Vogelmama, die vor dem Einschlafen gern mit Wörtern spielt. An den Klickzahlen kann bestenfalls ich mich in zaghaften Stunden erfreuen. Weiterlesen