Gewölle — Julian und Cardámine 32

Endlich ist der Regen da. Und Cardámine wird es auch bald besser gehen.


Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Mein Körper fühlte sich an, als habe ein käfersuchender Specht ihn mit dem Schnabel bearbeitet. Immer noch war mir übel, pausenlos flossen Tränen aus meinen lodernden Augen. Diese Beschwerden würden vergehen, Ortigas Bann war ganz und gar von mir genommen. Nur die Steinangst weigerte sich abzusinken, zäh wie ein Algenteppich im Hitzesommer lag Panik auf meinen Gedanken. Immer noch fühlte ich eisiges Pfützenwasser an mir hochsteigen. Nur eine schmale Mädchenhand hatte mich gerettet vorm feenzugedachten Tod. Weiterlesen

Mitternächtliches

Gegen Abend nun fängt es endlich an zu regnen, sehr, sehr zaghaft noch und keineswegs ausreichend. Das erleichterte Seufzen von Gras und Bäumen bilde ich mir bestimmt nur ein. Der Duft aber ist einer der geliebtesten. Petrichor heißt das — habe ich beim Bloggen gelernt. Nachdem der Große Fundevogel und ich, mal mit der Materie, mal eher miteinander ringend, die Matheaufgaben besiegt und ich das Durcheinander in Küche und Diele halbwegs beseitigt habe, hält mich nichts mehr. Ich vertraue das schlafende Fundevögelchen seinem Bruder an, schlüpfe in die Schuhe und laufe los, einmal um den (Feen-)Teich, sauge Petrichor in meine Lungen, dazu den Duft der blühenden Ahlkirschen, zu frühen Weißdorns und Flieders. Genieße jeden Tropfen in meinem Gesicht. Weiterlesen