Monika (ABC-Etüde)

„Sie haben aber eine erhebliche Lücke da in Ihrem Lebenslauf“

„Das war die Zeit, in der ich versucht habe für meine Eltern einen Impftermin zu bekommen.“

Diesen Witz hat mir mein Sohn heute morgen erzählt und ich finde ihn ziemlich gelungen. Meine Mutter ist diesbezüglich relativ selbstständig bzw. möchte meine Hilfe nicht, aber der größte Teil meiner Zeit geht mit irgendetwas den Coronaumständen geschuldetem ins Land.

Weiterlesen

Rettendes — die Wunderbaren

Um ein Kind zu aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.

ist ein Spruch, der immer wieder im Zusammenhang mit Kindererziehung zitiert wird. Angeblich handelt es sich um ein „afrikanisches Sprichwort“, aus welcher Region und welcher Sprache auch immer (stelle man sich mal kurz „europäisches Sprichwort“ als Quellenangabe vor).

Ich fand die Vorstellung immer ein klein wenig erschreckend – ein ganzes Dorf, das sich in alles und jedes einmischt, ist eigentlich das Letzte, was ich noch gebrauchen kann. Mir reichen die, die ohnehin schon alles immer besser wissen.

Weiterlesen

Der Engel auf dem Parkdeck (ABC- Etüde)

Heute sind den ganzen Tag Wildganskeile über unser Nest hinweggeflogen, ihr unverwechselbarer Schrei bringt wohl nicht nur in meiner Seele viel Widersprüchliches zum Klingen.

Im Nest toben weiterhin schwere Stürme, die mich vollauf beschäftigen. Daher bin ich froh, nicht nur endlich meine Adventüde (Danke für die Geduld, liebe Christiane), sondern auch noch einen Beitrag zur ersten Etüdenrunde des Herbstes fertigbekommen zu haben. Schreiben tut mir immer gut – nur muss ich halt dazu kommen. Eine Lehre der letzten Monate ist. weder dafür noch für anderes am Schlaf zu sparen.

Weiterlesen

Abhängigkeiten

Den einen Abend nun will die Frau Fundevogel zu Bett, muss aber erst mal wieder etwas suchen,

Mandy sucht wieder ihr Handy, spottet gutmütig der Student der Geowissenschaften und wählt hilfsbereit die Nummer. Es klingelt – nicht.

Dieses Mal steckt es nicht in Ach-diese-Jacke-hatte -ich -an. Im Garten vergessen? Unterwegs verloren?

Nun ja, kümmer ich mich morgen drum. Ich habe ja den Kleinen Fundevogel, da macht es nichts , wenn das Telefon mich nicht weckt, sage ich cool und gehe schlafen. Schlafen? Von wegen. Ich liege im Bett und mache mir Sorgen um mein Telefon. Hoffentlich find ich es wieder. Hoffentlich liegt das arme Ding irgendwo warm und trocken und scheidet nicht in nassem Gras und Regen elendig dahin. Weiterlesen

Freundschaftsgeschichten (verspätete ABC-Extraetüde)

Keine Etüde von mir in der letzten Runde und die Extraetüde nun mit Verspätung. Ich bin noch immer mit meiner inneren Mauser zugange. Meine Mausertexte behalte ich für mich, mag nicht entblößt im Internet stehen.

Dieser Etüde liegt allerdings ein Mausertext zugrunde. Der wäre aber vermutlich nur noch für Leute die mich gut kennen wiederzuerkennen und so ist es mir auch recht. Weiterlesen

Regenwesen

Leise nieselt es vor sich hin und eine, die ich sehr lieb habe, schaut in den Himmel und sagt: Hoffentlich wird das besser, bevor ich in den Urlaub fahre. Ich brauch Helligkeit, ich brauche Licht. Und zwar nicht nur für die wunderbar ästhetischen Fotos, die sie garantiert von dieser Reise mitbringen wird, und wenn sie sie in der einzigen hellen Stunde ihres Urlaubs aufnehmen wird.

Bedrückend ist dieses Jahr, in dem Land und Pflanzen nach Wasser schreien und ich gefühlt an jeden kräftigen Schauer eine Ode verfassen möchte..

Aber es gibt halt auch Seelenwetter.

Meine Seele, die durchaus Sonnentage zu genießen weiß, beherbergt ein Regenwesen. Schwermut liegt den Regenwesen fern an durchweichten Tagen, wenn keine Ghettoblaster dröhnen, von den Grillgeruch die Gärten umhüllt und das Laub Klumpen bildet, an denen die Laubbläser endlich zu ersticken drohen. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt II (Etüdensommerpausenintermezzo)

Das ist Sommer: Nach Hause kommen mit müden Kindern nach einem Tag am Meer, bei der Oma gewesen, noch wohnt sie an der Neustädter Bucht. Schwesterchen hat ihren Geburtstag gefeiert, alle Jahre wieder mit Freundinnen und Freunden am Strand, fröhlich, aber nicht unbeschwert, immer wieder sind wir bei dem Mädchen, das starb.

Beim Öffnen der Türe riecht man die Süße schon und das wabige Wachs. In der Stube stehen die Honigeimer, versuche noch den letzten Rest der kostbaren Süße aus den Waben zu pressen. Die Wärme staut sich, denn die Fenster bleiben zu, sonst hätten wir alle Bienen des Stadtteils im Nest, die nicht ganz unberechtigt einforderten, was ihnen gehört.

Die Türklinken kleben und das leicht ziehende Geräusch beim Gehen verrät: Die Böden auch. Eigentlich alles, einschließlich unserer selbst. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt (Etüdensommerpausenintermezzo)

Urlaub, Sommer, Sonne, Honigernte, Bach planschen, Muße…. Äh, was bitte? Muße?

Nein, Muße fällt aus. Erst wenn ich den Kleinen Fundevogel 24 Stunden um mich habe, merke ich, was ich während 4,5 Stunden Kita alles geregelt bekomme. Ich bin zwar keine Vormittags, – sondern eher eine Nachtschreiberin. Aber in diese Stunden rutscht nun, was ich tags hätte erledigen sollen. Und egal wieviel Ferien wir haben, der Kleine Fundevogel kräht pünktlich in der Früh. Weiterlesen

In freundschaftlicher Sorge (ABC-Etüde)

Mein Kopf ist gerade sehr beschäftig, der Erzählvogel kommt kaum noch zu Wort, manches schreibe ich auf, manches von dem Geschriebenen stelle ich hier ein. Hintenrunter fallen dabei die von „aussen“ angefragten Texte, Ullis Alltagsprojekt zum Beispiel und auch die Etüden. Aber ohne Etüde fühlt es sich einfach nicht gut an, also habe ich diesmal keine Geschichte geschrieben, sondern meine ausfüllenden Gedanken mit der schönen Wörterspende vom Blog Kopf und Gestalt,(wo ich zurzeit meistens die faszinierenden Insektenbilder bewundere) kombiniert

Füße

harmonisch

wünschen Weiterlesen