Rührteig, Eigewichtsklassen und die fünf Säulen der Sozialversicherung

… beschäftigen das Nest gerade vollauf. Der Erzählvogel schlägt Kapriolen und behängt sich mit glitzernden und umgefärbten Federn, um den hadernden Großen Fundevogel bei der Lernstange zu halten und der zwanzig Jahre alten Geschichte Ich kann das ja sowieso nicht ein überraschendes Kapitel hinzuzufügen.

Niemals hätte ich gedacht, was Fachpraktiker Hauswirtschaft alles wissen müssen. Und der Kleine Fundevogel gibt alles, um bloß keine dreieinhalb Sekunden zwischen Hefeteig und dem Unterschied zwischen Frischmilch, Rohmilch, H-Milch und ESL-Milch in Vergessenheit zu geraten.

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Leerdrehende Glucke

364 Tage ist es nun her, dass ich diesen Blogbeitrag zum sechsten Fundevogelgeburtstag verfasst habe, nun steht wieder ein Kuchen im Ofen und ich warte händeringend auf ein Paket, das morgen gerne im Geschenkpapierkleid auf dem Frühstückstisch stehen dürfte. Corona ist nichts Besonderes mehr und meinen geschätzten Lesenden wird nicht entgangen sein, wie müde die Frau Fundevogel in diesem Jahr geworden ist.

Wie sie kämpft, um menschlich zu bleiben, nicht zu verdriften in einem Strudel aus Nörgelei und lasst micht doch alle in Ruhe.

Der Kleine Fundvogel und ich haben in diesem Jahr drei Hochbeete gemeinsam gebaut, ein Viertel Gartenhaus abgeschliffen und neu gestrichen, wir sind nach Nütschau gewandert, nach Ahrensburg, Großensee und Tremsbüttel und mehrfach nach Hamburg-Barmbe, mehrere spannende Kilometer an der U-Bahn lang. Im Naturschutzgebiet Höltigbaum werden wir uns nie wieder verirren. Wir haben die gesamte „Sams“-Reihe und viele andere Bücher gelesen. Er kann seit der Große Fundevogel für die Prüfungen lernen muss, jeden Tag meht Englisch und wie ein gelernter Kellner Teller einsetzen und ausheben – so heißt Tisch auf- und abdecken, wenn man das studiert. Auch ich lerne dazu.

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Rettendes — die Wunderbaren

Um ein Kind zu aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf.

ist ein Spruch, der immer wieder im Zusammenhang mit Kindererziehung zitiert wird. Angeblich handelt es sich um ein „afrikanisches Sprichwort“, aus welcher Region und welcher Sprache auch immer (stelle man sich mal kurz „europäisches Sprichwort“ als Quellenangabe vor).

Ich fand die Vorstellung immer ein klein wenig erschreckend – ein ganzes Dorf, das sich in alles und jedes einmischt, ist eigentlich das Letzte, was ich noch gebrauchen kann. Mir reichen die, die ohnehin schon alles immer besser wissen.

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Das Nest-ABC (ABC-Etüde, aber sowas von)

Der Sommer schreitet voran, die Mauersegler sind abgereist. Die Kürbisse reifen, wenn man sie täglich gießt, die Bohnen und die ersten Äpfel auch.. Goldrutengold wispert: Kein Sommer währt ewig und hoffentlich auch keine Trockenheit. (Nein tut sie nicht, jetzt endlich fällt Wasser vom Himmel.)

Im zweiten Teil der ABC-Etüdensommeredition hat Christiane uns aufgegeben uns einmal durch ganze ABC zu einem selbst gewählten Thema hindurch zu etüden und auch bei Q, X und Ypsilon nicht zu zagen.

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Mitternächtliches

Gegen Abend nun fängt es endlich an zu regnen, sehr, sehr zaghaft noch und keineswegs ausreichend. Das erleichterte Seufzen von Gras und Bäumen bilde ich mir bestimmt nur ein. Der Duft aber ist einer der geliebtesten. Petrichor heißt das — habe ich beim Bloggen gelernt. Nachdem der Große Fundevogel und ich, mal mit der Materie, mal eher miteinander ringend, die Matheaufgaben besiegt und ich das Durcheinander in Küche und Diele halbwegs beseitigt habe, hält mich nichts mehr. Ich vertraue das schlafende Fundevögelchen seinem Bruder an, schlüpfe in die Schuhe und laufe los, einmal um den (Feen-)Teich, sauge Petrichor in meine Lungen, dazu den Duft der blühenden Ahlkirschen, zu frühen Weißdorns und Flieders. Genieße jeden Tropfen in meinem Gesicht. Weiterlesen

Wahlsonntag

Vor ein paar Wochen nun plumpsten drei dicke Umschläge in den Nestbriefkasten, die Unterlagen zur Teilnahme an der Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft.

Der Große Fundevogel reagierte alarmiert: Muss ich das? Beißt das? Da beschäftige ich mich später mit. Vergesse ich lieber einfach.

Könnte man natürlich so laufen lassen, es gibt keine Wahlpflicht in Deutschland, aber es widerstrebt mir. Habe ich nicht Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um dem Fundevogel eine gesetzliche Betreuung zu ersparen? Gehört in einer Demokratie leben zu lernen nicht irgendwie auch zum Erziehungsauftrag? Weiterlesen

Vom Aushalten

Letzthin waren wir im Kino, der Große Fundevogel, die Fundevogelfreundin und ich.  Den Film Systemsprenger wollte ich den Großen Fundevogel – volljährig oder nicht- auf gar keinen Fall allein schauen lassen. Zuviele Gespenster könnte die Geschichte der verlassenen und traumatisierten „Benni“ wecken, fürchtete ich. Die Neunjährige – beklemmend gut dargestellt von einer Zehnjährigen -, die so wenig Halt mehr in dieser Welt hat, dass ein Minimum an Zurückweisung und sei es nur eine Anweisung oder ein nicht jetzt, sondern später reicht, um sie Vernichtungsangst spüren zu lassen, sie regelrecht expoldieren zu lassen. Sie wird gewalttätig und läuft fort. Wehe dem oder der, die sich ihr in den Weg stellen. In ihrem Zorn und ihrer Verzweiflung hat sie keinen Zugang mehr zu ihrem Verstand oder ihrer sonst durchaus vorhandenen Empathie.

Nur Erwachsene hier, der Große Fundevogel sieht sich beklommen im Kinosaal um, den Rest des Films verbringen die Freundinnen eng aneinandergeschmiegt, Popcorn essend, scheinen meine gelegentlichen besorgten Blicke nicht wahrzunehmen, bin wohl gerade nicht notwendig und lasse mich in „Bennis“ schwer auszuhaltendes Leben ziehen. Weiterlesen

Proud & platt

Power-Spin-off-was-weiß-ich-Yoga, Marathon, Iron Man – kann man alles machen. Aber wenn man mal so richtig ausgepowert und platt vor Erschöpfung sein will, empfehle ich den Besuch des CSD mit vier aufgeregten Jugendlichen und einem hyperaktiven Kleinkind mit Weglauftendenz.

Ohne Erwachsenenbegleitung hätte die Fundevogelfreundin  (nein, ich soll schreiben Verlobte) nicht mitgedurft und da sie gerade — wie den Großteil des Sommers — hier weilt, war es Ehrensache mitzukommen.

Einhörner tanzen in Netzstumpfhosen. Wasserstoffblonde Engel breiten ihre schwarzen Flügel aus. Überall Farbe, Glitzer und Freundlichkeit. Wer mit großem Rucksack durch eine dichte Menschenmenge einem Kleinkind hinterherrennt und immer noch auf Wohlgesonnene stößt, ist unter außergewöhnlich freundlichen Menschen gelandet. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt III (Etüdensommerpausenintermezzo)

Konnten wir nicht auch in Wagen Neun steigen?, jammert der Kleine Fundevogel beim Ins-Bett-bringen, denn dem (Zug-)wagen Neun haben haben wir vorhin nachgewinkt und unsere wunderbaren Gäste entschwinden sehen

Innerlich zappelig war ich die Tage zuvor. Würde ich die Frau Taugewas im wirklichen Leben genauso mögen würde wie in ihrer Blogform? Und was soll ich sagen, „in echt“ ist sie noch liebenswerter und ihre beiden Kinder sind einfach bezaubernd.

Zu diesem Besuch demnächst mehr, denn noch sind Kitaferien und die Schreibzeit ist noch rationierter als sonst. Gar nichts gäbe es hier, wenn nicht Christiane die Etüdenverrückten gebeten hätte ihre Lieblingsetüden aus dem virtuellen Keller zu holen und noch einmal einzustellen. Weiterlesen

Wie der Froschkönig die Frau Fundevogel etwas lehrte (ABC-Etüde)

Die Wörterspende für die Etüden stamm dieses Mal von Viola, deren ehrlichen Texte ich sehr gern lese.

Froschkönig

trüb

helfen

heißen ihre Wörter, die in einem Text mit höchstens 300 Wörtern vorkommen sollen.

Alles mehr oder weniger Märchenhafte, das um Violas Wörter herum gesponnen wurde, findet sich bei Christiane, die wie immer alles vorbildlich organisiert und illustriert hat. Weiterlesen