Schreimutter

In unseren Haushalt hat sich ein Buch („Schreimutter“ von Jutta Bauer, erschienen bei Beltz&Gelberg) geschlichen. Ich finde die Geschichte schrecklich, aber der Kleine Fundevogel möchte sie dauernd vorgelesen bekommen:

Eine Pinguinmutter schreit ihr Kind so heftig an, dass es auseinanderfliegt. Die einzelnen Körperteile fliegen in alle Himmelsrichtungen, landen im Meer, im Dschungel, sogar im Weltall. Nur die Füße sind noch da und rennen verzweifelt los –  ohne Augen, die sehen könnten, ohne Schnabel, der um Hilfe schreien könnte, nicht einmal Flügel hat er mehr, mit denen er ängstlich flattern könnte.

Schreimutter sammelt alle Teile ein, näht ihr Kind wieder zusammen und sagt „Entschuldigung“. Damit soll alles wieder gut sein. Flügel in Flügel stehen sie sichtbar vergnügt an der Reling eines irgendwie fliegenden Schiffes. Als sei nichts geschehen.

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Mir schnürt es beim Lesen den Hals zu.

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