Eine Art Nestbeschmutzung (ABC-Etüde)

Nach dem wunderbaren Etüden-Adventskalender, der mir wirklich große Freude bereitet hat, starten die Etüden wieder im „Normalbetrieb“, etwas das ich vom Nest nicht behaupten kann. Keine Schule für den Großen Fundevogel, sondern Digitalunterricht, dem er ohne mich an seiner Seite komplett hilflos ausgeliefert wäre. Keine Kita, kein Bauspielplatz für den Kleinen Fundevogel, der nach jeder fachlichen Einschätzung im Wachzustand Nonstopaufsicht braucht. Fällt da jemanden etwas auf?

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Eine Sammlung unsortierter Erinnerungen – geweckt durch aktuelle Diskussionen

Seit 1989 arbeite ich auf „meiner“ Station, dreißig Jahre sind es dennoch nicht, denn ich war nicht durchgehend dabei, aber doch gut die Hälfte meines Lebens, ich fühle mich dort zuhause.

„Meine“ Station ist eine interdisziplinäre Intensivstation für Kinder von null bis achtzehn Jahren, es gibt sie seit 1985.

Seit ihrem Bestehen dürfen die Eltern Tag und Nacht zu ihren Kindern, war das damals fortschrittlich. Heute ist alles andere vorsintflutlich.

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Anemona — Julian und Cardámine 10

Es braucht überhaupt kein Corona, um als Krankenschwester hopplahopp angerufen und angefleht zu werden, ob man nicht eben bitte, bitte zwei Stunden später zur Spätschicht erscheinen könnte. Das ist ganz normal. Nur hält das normalerweise niemand für applaudierenswert, sondern für schön blöd so einen Job zu machen.

Daher heute nur müde Grüße Weiterlesen

Coladose — Julian und Cardámine 4

Das Krankenhaus, von dem alle anerkennend mutmaßen, dass ich in diesen Tagen den Großteil meine Zeit dort aufopferungsvoll verbringe, liegt noch immer im Habachtsdämmerschlaf und die Leitung bittet darum Überstunden abzubauen.

Noch ist es so, wispert es in den Gängen, bleibt leise, um den Drachen nicht zu wecken. Vielleicht schläft er sich ja einfach aus, vergisst unsere Stadt und die Kapazitäten der Universitätskliniken werden ausreichen, um  alle krank Gewordenen zu versorgen. Weiterlesen

Kringelzeiten und Aprilfeen

Ist es momentan dekadent die vom Kind liegen gelassenen Nudeln an die Hühner zu verfüttern? Wo Nudeln doch zurzeit so schwer zu bekommen sind.

Nicht der einzige sonderliche Gedanke, den die letzte Zeit hervorgebracht hat.

Im Nest herrscht gewissermaßen Ausnahmezustand deluxe, wir sind einigermaßen gesund, verfügen über ein krisenfestes Einkommen und die innere Stabilität über seltsame Kinderverhaltensweisen weder gewalttätig noch mutlos zu werden, vom Dach über dem Kopf und dem Schrebergarten in der Nähe ganz zu schweigen.

Keine Termine bei Jugendämtern, Theapieeinrichtungen, Diagnostikern, Schulämtern, alles was so wichtig für unser Leben gewesen sein soll, so unverzichtbar, dass der Frau Fundevogel mit dem Jugendamt gedroht werden muss, weil sie den Therapiewald auslichten wollte, hat keine Relevanz mehr. Weiterlesen

Tetris im Keimzoo (ABC-Etüde)

Drei Wörter in einem höchstens 300 Wörter langen Text – Christianes Schreibeinladung ist immer wieder eine Herausforderung.

AliceWortspende (Grippe, gebleicht, knuddeln), die schön zur derzeitigen Erkältungswelle passt, nutze ich dieses Mal, um aus dem Nähkästchen Desinfektionsmittelfläschchen zu plaudern.

Alle anderen Endzeitdramen und Erkältungspossen finden sich bei Christiane, die auch die Illustration zur Verfügung gestellt hat, die Fotos unterm Text stammen von meinem Arbeitsplatz. Weiterlesen