Aus dem Keller geholt IV (Etüdensommerpausenintermezzo)

Erste Äpfel reifen, Brombeeren und Bohnen auch. Was man jetzt nicht gepflanzt hat, wird dieses Jahr nichts mehr. Die ersten Zeichen, dass auch dieser Sommer in seine letzte Runde geht, noch drei, vier Wochen, dann werden die Mauersegler davonziehen. Ich möchte ihre Schreie, ihren Anblick in mich saugen, die Wärme, die Helligkeit, das Bild der Hummeln auf der Goldrute, denn die Wucherblume ist schon vorbei, einen Seelenwintervorrat anlegen möchte ich in mir, weiß, dass ich mich sehnen werde, monatelang. Feuchte Wärme, ich weiß,  vielen ist sie eine Qual, mir ist sie ein Lebenselixier. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt III (Etüdensommerpausenintermezzo)

Konnten wir nicht auch in Wagen Neun steigen?, jammert der Kleine Fundevogel beim Ins-Bett-bringen, denn dem (Zug-)wagen Neun haben haben wir vorhin nachgewinkt und unsere wunderbaren Gäste entschwinden sehen

Innerlich zappelig war ich die Tage zuvor. Würde ich die Frau Taugewas im wirklichen Leben genauso mögen würde wie in ihrer Blogform? Und was soll ich sagen, „in echt“ ist sie noch liebenswerter und ihre beiden Kinder sind einfach bezaubernd.

Zu diesem Besuch demnächst mehr, denn noch sind Kitaferien und die Schreibzeit ist noch rationierter als sonst. Gar nichts gäbe es hier, wenn nicht Christiane die Etüdenverrückten gebeten hätte ihre Lieblingsetüden aus dem virtuellen Keller zu holen und noch einmal einzustellen. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt II (Etüdensommerpausenintermezzo)

Das ist Sommer: Nach Hause kommen mit müden Kindern nach einem Tag am Meer, bei der Oma gewesen, noch wohnt sie an der Neustädter Bucht. Schwesterchen hat ihren Geburtstag gefeiert, alle Jahre wieder mit Freundinnen und Freunden am Strand, fröhlich, aber nicht unbeschwert, immer wieder sind wir bei dem Mädchen, das starb.

Beim Öffnen der Türe riecht man die Süße schon und das wabige Wachs. In der Stube stehen die Honigeimer, versuche noch den letzten Rest der kostbaren Süße aus den Waben zu pressen. Die Wärme staut sich, denn die Fenster bleiben zu, sonst hätten wir alle Bienen des Stadtteils im Nest, die nicht ganz unberechtigt einforderten, was ihnen gehört.

Die Türklinken kleben und das leicht ziehende Geräusch beim Gehen verrät: Die Böden auch. Eigentlich alles, einschließlich unserer selbst. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt (Etüdensommerpausenintermezzo)

Urlaub, Sommer, Sonne, Honigernte, Bach planschen, Muße…. Äh, was bitte? Muße?

Nein, Muße fällt aus. Erst wenn ich den Kleinen Fundevogel 24 Stunden um mich habe, merke ich, was ich während 4,5 Stunden Kita alles geregelt bekomme. Ich bin zwar keine Vormittags, – sondern eher eine Nachtschreiberin. Aber in diese Stunden rutscht nun, was ich tags hätte erledigen sollen. Und egal wieviel Ferien wir haben, der Kleine Fundevogel kräht pünktlich in der Früh. Weiterlesen