Zlata und Matilda (ABC-Etüde)

Die Magnolie blüht, die Tulpen auch. Zlata schiebt ihr Püppi im Puppenwagen von Matildas Tochter herum, jahrelang hatte der ungenutzt auf Enkel wartend auf dem Boden gestanden. Die Kleine geht jetzt in die Kita und versteht jeden Tag mehr, so lang dauert dieser verdammte Krieg nun schon.

War das mit dem Deutsch bei Frau Rahloff und ihr damals auch so flott gegangen? Sie weiß es nicht mehr.

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Das Sportfest (ABC-Extra-Etüde)

Vorbemerkung:

Kobolde ernähren sich vorwiegend von menschlicher schlechter Laune, Gereiztheit, Nörgelei und Wutausbrüchen. Diese Grundnahrungsmittel erzeugen sie mit großem Fleiß selbst.

Zu besonderen Gelegenheiten jedoch lieben sie Passasa, eine Leckerei, die im Wesentlichen aus einer Mischung aus Schokoladenpudding und Beton besteht. Beim Schlingen knistert sie verheißungsvoll in der Kehle, wegen der eingearbeiteten Gummibären, Nägel, Reißzwecken und Luftpolsterfolienschnipstel.

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Eine kleine Decke (ABC-Etüde)

Da manche von Ihnen das gern vorher wissen; Es ist eine durchaus traurige Geschichte, denn sie erzählt vom Tod zur Unzeit.

Tage hat sie gebraucht, um überhaupt dieNummer zu wählen, beim ersten Versuch dann was von verwählt genuschelt und rasch aufgelegt.

Nun aber ist sie unterwegs zu Frau Fabian, die große Einkaufstasche prall gefüllt mit Neles Sachen, samtene Strampler, naturfarbene Wollhemdchen, geringelte Bodys, der kleine Pulli mit Weihnachtsmotiv, gekauft für ein Fest, das es nie gab. Wegwerfen wäre unverzeilich, die Tasche ewig stehen lassen eigentlich auch, denn sie muss ja weiterleben. Muss. Irgendwie uneingestanden will sie es sogar, ist doch noch keine dreißig und kann nicht Jahrzehnte verbringen mit einer Tasche voll Samtstramplern, Wollhemdchen und einem winzigen Weihnachtpulli.


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Frühstück mit Tante Polly (ABC-Etüde)

Und dann stell ich mir vor, ich träfe mich mit Tante Polly im Café. Zum Frühstück vielleicht, dann sind unsere Jungs in der Schule und wir können kurz nachlassen in unserer Daueraufmerksamkeit, die Sorgen ein Käffchen lang in die Handtaschen stecken. Wir sollten unsere kostbare Freizeit nicht nur mit Putzen und Kochen verbringen. Wir brauchen Zuwendung, um durchhalten zu können.

Polly, würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich Sie in ein Café im Jahre 2021 einladen würde? Es ist keine gute Zeit, vielleicht ist es die letzte, aber ehrlich gesagt, Ihre ist mir noch unheimlicher. Die Sklaverei, der Rassismus, mir grauts allein schon beim Vorlesen. Dass Sie einen Sklaven haben, habe ich erst als erwachsene Leserin kapiert.

Wie sollt ich das denn wohl schaffen ohne den Jim, sagt sie, da hätt‘ ich gut reden mit meiner Spülmaschine. Und für Gesellschaftskritik habe sie keine Kraft.

Früher habe ich Sie ausgelacht, Polly, mit Ihrer komischen Haube waren Sie das hartnäckigste Hindernis bei Toms wunderbaren Abenteueren. Wie habe ich gejubelt, wenn er Sie reinlegen konnte.

Heute bin ich die lächerliche Figur, die mit zerzausten Haaren ihrem Kind nachrennt, voller Panik es könnt in ein Auto laufen, während Sie Ihres ertrunken im Schlick des Missisippi wähnen.

Wer sein Kind liebt, der züchigt es, die Bibel gibt Ihnen die Erziehung vor. Genutzt hat die Rute nichts, können Sie selbst nachlesen. Heute sind Schläge verboten wie die Sklaverei. Gottlob. Aber ich kenne den Zorn, der der zu großen Sorge entspringt viel zu gut.

Ihr Familienverhältnisse erscheinen mir lesend immer reichlich ominös. Sie, Tom, Sid, Mary. Wessen Kinder sind das alles? Haben die auch Väter?

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Das alte Pferd (ABC-Etüde)

Das alte Pferd steht in der noch zögerlichen Frühlingssonne und lässt sich von Ebba den Rücken massieren. Mager ist es geworden, allen Kraftfutter- und Vitamingaben zum Trotz.

Irgendwann werden wir es einschläfern lassen müssen, hat Julia gerade wieder gesagt. Sie behauptet das alte Pferd hat Schmerzen, vielleicht hat sie sogar recht damit. Es läuft kaum noch, steht meist einfach herum, den Apfel, den Ebba ihm hinhält zermalmt es dennoch mit Genuss.

Ohne das Pferd hätten sie das Café nie eröffnen können.

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Eine Art Nestbeschmutzung (ABC-Etüde)

Nach dem wunderbaren Etüden-Adventskalender, der mir wirklich große Freude bereitet hat, starten die Etüden wieder im „Normalbetrieb“, etwas das ich vom Nest nicht behaupten kann. Keine Schule für den Großen Fundevogel, sondern Digitalunterricht, dem er ohne mich an seiner Seite komplett hilflos ausgeliefert wäre. Keine Kita, kein Bauspielplatz für den Kleinen Fundevogel, der nach jeder fachlichen Einschätzung im Wachzustand Nonstopaufsicht braucht. Fällt da jemanden etwas auf?

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Der Hamster und seine Rumpelkammer (ABC-Etüde)

Das noch immer im unruhigen Dornröschenschlaf dahintreibende Krankenhaus hat mir heute zwar nicht ganz frei, aber einen Rufdienst gegeben, der bis jetzt nicht angefordert wurde und nun auch vermutlich nicht mehr wird. So entstand tatsächlich noch Raum für eine Art Etüde, man könnte sie auch schlicht als Gedankensalat bezeichnen, herum geschrieben um die Wörtespende (Rumpelkammer, mutvoll, zehren) des Etüdenerfinders Ludwig Zeidler, derzeit leider ohne Blog. Weiterlesen

Freundschaftsgeschichten (verspätete ABC-Extraetüde)

Keine Etüde von mir in der letzten Runde und die Extraetüde nun mit Verspätung. Ich bin noch immer mit meiner inneren Mauser zugange. Meine Mausertexte behalte ich für mich, mag nicht entblößt im Internet stehen.

Dieser Etüde liegt allerdings ein Mausertext zugrunde. Der wäre aber vermutlich nur noch für Leute die mich gut kennen wiederzuerkennen und so ist es mir auch recht. Weiterlesen

Auf der Zwei (ABC-Etüde)

Die Mauersegler sind fort und morgens schalten wir das Licht an. Die Sommerpause ist vorüber und damit nehmen auch die Etüden ihren vertrauten Rhythmus wieder auf, von Christiane wie immer rundum betreut.

Ja, ich hatte schon Sehnsucht nach ihnen.Und dass ich mehr Zeit zum Schreiben haben werde, ist eigentlich der erfreulichste Aspekt beim Blick auf die kommende dunkle Zeit des Jahres. Weiterlesen

Die Astronautin (ABC-Etüde)

Welch‘ Überraschung, die Etüden sind ein Jahr alt, ich hatte sie für viel älter gehalten, nicht weil sie antiquiert rüber kommen, sondern … hm … vielleicht wegen der schnurrenden Selbstverständlichkeit, mit der sie Woche um Woche jede Menge Kreativität hervorlocken.

Wortspender der Woche ist diesmal der Etüdenerfinder- und illustrator Ludwig Zeidler höchstpersönlich Weiterlesen