Cardámines Garten (5)

Trotz der Regenfälle sieht Cardámines Garten im Vorbeigehen immer noch aus wie eine Wüste.

Kahl anmutendes Stück Wiese

Drum herum ist schon wieder gemäht worden, das Abstecken eines Stücks, dass ohne Vorbehandlung einfach wachsen darf, hat nicht geklappt. Ohne den nicht im Hamburg weilenden Vereinsvorsitzenden ist eine Kommunikation unmöglich, weil er auf den Telefonnummern hockt, wie Fafnir auf seinem Hort.

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Rührteig, Eigewichtsklassen und die fünf Säulen der Sozialversicherung

… beschäftigen das Nest gerade vollauf. Der Erzählvogel schlägt Kapriolen und behängt sich mit glitzernden und umgefärbten Federn, um den hadernden Großen Fundevogel bei der Lernstange zu halten und der zwanzig Jahre alten Geschichte Ich kann das ja sowieso nicht ein überraschendes Kapitel hinzuzufügen.

Niemals hätte ich gedacht, was Fachpraktiker Hauswirtschaft alles wissen müssen. Und der Kleine Fundevogel gibt alles, um bloß keine dreieinhalb Sekunden zwischen Hefeteig und dem Unterschied zwischen Frischmilch, Rohmilch, H-Milch und ESL-Milch in Vergessenheit zu geraten.

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Immer wieder Igel und Mauersegler

Beim Nachhausekommen eine Karte aus dem Kasten gefischt Ihre Postsendung wurde bei den Nachbarn hinterlegt, ah, endlich das Geschenk für den Studenten der Geowissenschaften, drei Wochen nach seinem Geburtstag.

Die Nachbarin wuchtet ein riesiges Paket in den Hausflur, schwer ist es, auch wenn ein Brettspiel Dinosour Island heißt, muss es nicht das Gewicht eines Minisauriers haben. Weiterlesen

Das Rauschen in den Kronen

Der Kleine Fundevogel schläft schnuffelnd unter seiner Marienkäferlampe, die Spülmaschine brummt dezent vor sich hin. Die Großen sind nicht da.

Ich trete auf den Balkon, fülle die Vogeltränke, gieße die Kräutertöpfe, hänge Wäsche ab und Wäsche auf, wie die Gezeiten über einen alten Stein im Wattenmeer laufen die Wäschestücke regelmäßig durch meine Hände, auf den Wäscheständer und wieder herunter, Ebbe und Flut, Aufhängen und Abhängen bis in alle Ewigkeit.

Es rauscht, nicht die Gezeitenwäsche ist das, die Baumkronen rauschen, die Baumkronen, die unser Nest so kuschelig umgeben, als hätten wir es wirklich in die Äste hineingebaut zwischen Hainbuchen, Spitzahorn, Ahlkirsche und Weißdorn. Endlich rauscht ihr volles Sommerlaub wieder im Winde. Ohne dass es mir bewusst war, fehlte mir dieses Geräusche den ganzen blattlosen Winter lang wie die Schreie der Mauersegler. Weiterlesen

Mauerseglertag

Endlich ist sie da, die erste grazile halbmondförmige Silhouette vor lila Regenwolken. Erhaben kreisend über dem normalen Elster-Meisen-Ringeltaubenverkehr, der sich in der Höhe unseres Zuhauses zwischen den Baumkronen abspielt. Wie kleines Gewusel müssen wir von ihrer Höhe aus wirken. Kühn segelnd, Kinder der Lüfte, die beim Fliegen schlafen und sich im Flug paaren können, Körper gewordene Eleganz.

Keinen Mauersegler wird interessieren, dass sein bloßer Anblick für mich reines Glück ist. Jahr für Jahr fange ich spätestens am 29.April, meinem Geburtstag, an in die Luft zu starren, da muss doch irgendwo … Noch bin ich gegen keinen Laternenpfahl gerannt, aber ein bisschen komisch sieht sie bestimmt aus, dieses Frau, die da in der Luft nach irgendetwas sucht, als hätte sie es verloren. Weiterlesen