Flüchtiger Sommergruß

Der letzte Kitatag im Leben des Kleinen Fundevogels ist gewesen, der Bauspielplatz hat geschlossen. Seit der Kleine Fundevogel ein Medikament nimmt, kann er sich in der ersten Tageshälfte ganz passabel regulieren, in der zweiten nicht mehr. Aber am Einschlafen hindert ihn das Zeugs auch in der ersten Nachthälfte noch ganz gewaltig. Die Tage fließen ineinander. Das Liegengebliebene wächst zu imposanten Wällen heran.

Das Ungeschriebene auch. Ich schreibe in winzigsten Portionen einen Text über ein Thema, über das zu schreiben mich schmerzt und heilt zugleich und in noch winzigeren Häppchen an der Etüdenpausensommergeschichte. Die Adventüde mag sich noch nicht materialisieren, braucht noch Zeit.

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Cardámines Garten (5)

Trotz der Regenfälle sieht Cardámines Garten im Vorbeigehen immer noch aus wie eine Wüste.

Kahl anmutendes Stück Wiese

Drum herum ist schon wieder gemäht worden, das Abstecken eines Stücks, dass ohne Vorbehandlung einfach wachsen darf, hat nicht geklappt. Ohne den nicht im Hamburg weilenden Vereinsvorsitzenden ist eine Kommunikation unmöglich, weil er auf den Telefonnummern hockt, wie Fafnir auf seinem Hort.

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Krik und Krak, die Fortsetzung

Neunzehn Tage lang wechselten Krik und Krak sich getreulich auf ihren Eiern ab und es war rührend anzusehen wie offensichtlich zärtlich sie beim „Schichtwechsel“ miteinander umgingen. Stoisch ertrugen sie Sturm, Hagel, Starkregen, Schnee, nächtliche Fröste und unsere menschliche Neugier.

Dann plötzlich tat sich etwas, immer wieder tauchte unter dem Gefieder des großen Vogels etwas kleines graues Puscheliges auf, das aus dem Schnabel seines Elternteils zu trinken schien. Tauben beiderlei Geschlechts geben wohl tatsächlich eine Art Milch, die sich durch Hormoneinfluß in ihrem Kropf bildet. Auch jetzt nach dem Schlupf des Kükens (der Küken?) blieben Krik und Krak unserer Stalkerei gegenüber völlig entspannt.

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Der Nöck (ABC-Etüde)

November ist es und ich ernte noch Bohnen und Broccoli. Alles scheint im Wandel zu sein. Ist das gut, ist das schlecht?

Weg mag das bewerten.

Nur gelingen mir keine heiteren Texte zurzeit. Nichts zu machen.

Kain Schreiber danke ich für seine wunderschöne Wortspende (Nachtlicht, teilen, lieblich) zur vorletzten Etüdenrunde des gar seltsamen Jahres 2020.

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Der Engel auf dem Parkdeck (ABC- Etüde)

Heute sind den ganzen Tag Wildganskeile über unser Nest hinweggeflogen, ihr unverwechselbarer Schrei bringt wohl nicht nur in meiner Seele viel Widersprüchliches zum Klingen.

Im Nest toben weiterhin schwere Stürme, die mich vollauf beschäftigen. Daher bin ich froh, nicht nur endlich meine Adventüde (Danke für die Geduld, liebe Christiane), sondern auch noch einen Beitrag zur ersten Etüdenrunde des Herbstes fertigbekommen zu haben. Schreiben tut mir immer gut – nur muss ich halt dazu kommen. Eine Lehre der letzten Monate ist. weder dafür noch für anderes am Schlaf zu sparen.

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Schlamm — Julian und Cardámine 35

Für alle, die jetzt erst einsteigen: Hier fängt die Geschichte an und geht dann fortlaufend nummeriert weiter:

Jo weinte. Nicht vor Wut, sondern echt. Lautlos liefen Tränen über ihre Wangen das Kinn hinab, ohne dass sie eine jener Taschentücherpackungen zückte, die sonst wie Laptop und Handy fast Körperteile von ihr zu sein schienen. Jos Hände waren gefüllt mit dem traurigsten Anblick der Welt. Julian weinte augenblicklich mit. Alle Rettungspläne hatten sich als so sinnlos erwiesen, wie sie sich die ganze Zeit angefühlt hatten. Wolfgang legte den Arm um Julians Schultern und drückte ihn fest ohne etwas zu sagen. Weiterlesen