Salz der Erde

Kleines zartes Wesen in meinen Arm gelegt, zwanzig Minuten bloß, eine halbe Stunde vielleicht, so lang wie deine Mutter im Sprechzimmer des Arztes verweilen wird.

Dreizehn Tage bist du alt, gerade erst hast du den schmerzhaften Weg aus der warmen Geborgenheit hinter dich gebracht, einen der beiden schmerzlichen Wege, die keinem Menschen erspart bleiben.

Sonst aber bist du unversehrt. In Liebe empfangen, in voll ausgekosteter Sehnsucht erwartet, heil und zur rechten Stunde durch den Geburtskanal gerutscht, auf einer warmen Brust von liebkosenden Händen mütterlich, väterlich willkommen geheißen, mit süßer Milch aus dieser Brust genährt.

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