Weihnachtsunruhen

Tage nach Nachtdiensten sind seltsame Tage. Ich schlafe zwar bis mittags und fühle mich ausgeruht, bin aber innerlich nicht so richtig da, schnell mit den Gedanken woanders, schnell zum Weinen zu bringen, im Nu zu entmutigen.

Beim Aufwachen das Gefühl, Weihnachten schaffe ich nie, ich wollte doch noch… Karten schreiben, Geschenke einwickeln und eigentlich auch noch eine Weihnachtsgeschichte schreiben. Die Weihnachtsgeschichte ist kapriziös, schleicht sich an, will springen und sitzt dann dann kläglich da, als belangloses, kitschiges, unausgegorenes, letztlich verworfenes Etwas, seit zwei Wochen mindestens.

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Vorweihnachtsgeist

Die Hamburger Hochbahn wünscht ihren Fahrgästen filmreife Weihnachten.

Was soll das denn sein?

Brennender Tannenbaum? Spektakuläre Schlägerei um das letze Stück Stollen? Verhaftung des Weihnachtsmanns durch ein Sondereinsatzkommando während der laufenden Bescherung? Danke, ich verzichte und wünsche mir ein Fest, bei dessen Verfilmung das Publikum nach zehn Minuten vor Langeweile das Kino verlässt.

Ich schiebe es ein bisschen auf die wundersame Wirkung des Adventüdenkalenders, jedenfalls fühle ich mich dieses Mal Weihnachten gewachsen: Sonst erschien mir dieses Fest Jahr für Jahr wie eine Flut, in der es möglichst nicht unteruzugehen galt. Doch 2019 plansche ich recht vergnügt durch gewaltige Wassermassen und sehe mir erstaunt dabei zu. Weiterlesen