Im feinen Geflecht des Respekts (für Lydias Blogparade)

Bereits zum zweiten Male lasse ich mich von Lydia zur Blogparade einladen. Sie fragt in die Runde, was wir mit dem Thema Respekt verbinden. Wo wir ihn empfinden, erwarten, vermissen, verweigern, was auch immer.

Während ich dieses Thema die letzten Tage mit dem Erzählvogel auf meiner Schulter leise diskutierte, wurde uns klar: Es ist ein Riesenthema, mit so vielen Aspekten, dass man sich schnell darin verheddern kann.

Respekt verleiht dem Geflecht des Miteinanders Stabilität. Er findet sich in den roten Fäden des Lebens, genau wie in den vielen losen Enden, die verwirrend in mein Leben baumeln, an denen ich ratlos herumzupfe, ohne sie einordnen zu können. Weiterlesen

Werbeanzeigen

Auf der Zwei (ABC-Etüde)

Die Mauersegler sind fort und morgens schalten wir das Licht an. Die Sommerpause ist vorüber und damit nehmen auch die Etüden ihren vertrauten Rhythmus wieder auf, von Christiane wie immer rundum betreut.

Ja, ich hatte schon Sehnsucht nach ihnen.Und dass ich mehr Zeit zum Schreiben haben werde, ist eigentlich der erfreulichste Aspekt beim Blick auf die kommende dunkle Zeit des Jahres. Weiterlesen

Was sind das für Zeiten

Letzte Nacht hat es endlich wieder geregnet, was sage ich, geschüttet hat es, geblitzt, gedonnert, gehagelt. Es war eine rechte Wonne dem zuzusehen.

Auf dem Weg zur Kita zeigt der Kleine Fundevogel sich von den immer noch strömenden Wassermassen beeindruckt, so viel Regen.

Es ist gut, dass es regnet, sage ich, die Bäume brauchen diesen Regen so dringend.

Hallo Bäume, sagt der Kleine Fundevogel zu den Linden am Straßenrand, seid ihr jetzt fröhlich? Und er hält sein Ohr an einen Stamm und bestätigt: Sehr, sehr fröhlich.  (Wie gut tut nach einem schwierigen Morgen so ein Moment, in dem die Liebe überquillt) Weiterlesen

Denken an M., W. und viele andere

Am Wochenende nun schraubte ich Möbel auseinander, nur um sie im Nachbarzimmer wieder zusammenzuschrauben, denn Ende des Monats wird es so weit sein: Der Mann der Herzensfreundin wird mit Unterstützung eine Pflegedienstes aus dem Pflegeheim zurück zu seiner Frau ziehen.

Meine Mutter ist krank, mal wieder, viel hin und viel her, ein Richtig lässt sich nicht finden, aufreibende Telefonate und das innere Aufatmen, dass auch sie bald in der erweiterten Nestumgebung wohnen wird.

Alles zieht sich zusammen zurzeit.

Soches muss als Entschuldigung herhalten, dass ich zwar noch Nachrichten einschalte, aber nicht mehr recht zuzuhören scheine. Mich erst empöre, wenn die rührige dergl in meinen Reader spült, dass Minister Spahn, das ewige Ärgernis, plant langzeitbeatmeten Menschen das Recht auf ein Leben im eigenen Zuhause zu entziehen. Weiterlesen

Etüde mit Krönchen (Etüdensommerpausenintermezzo)

Nach den Etüden unserer Herzen fragt Christiane im zweiten Etüdensommerpausenintermezzo nun nach unserer erfolgreichsten, also angeklicktesten, geliktesten, höchst kommentierten Etüde und schickt uns statt in den Keller ins Statistikbüro.

Für mich eine Gelegenheit mich überhaupt mal näher mit der Statistik dieses Blogs zu befassen, der laut einer Nachricht, die WordPress mir sandte, gerade seinen zweiten Geburtstag erlebte. Das war an dem Tag allerdings ein Versehen gewesen. Ich wollte nur probehalber ganz unverbindlich gucken, ob der Blogname Fundevogelnest verfügbar sei und schon hatte ich einen Blog dieses Namens registriert. Geschrieben habe ich erst ab Oktober und natürlich gelegentlich geschaut, wie oft meine Beiträge gelesen werden, doch wie bitte schön kann es sein, dass ein Beitrag zwei Likes, einen Kommentar, aber keinen Aufruf zu verzeichnen hat? Das geschieht immer mal wieder, weshalb ich der WordPress-Statistik nur mäßig vertraue…

Weiterlesen

Aus dem Nestalltag (5) – Putzen, putzen …

Vor zwei drei, vier, fünf Wochen schon bat Ulli Gau um neue Beiträge für ihre Sammlung von Texten und Bildern, die nicht die Gipfel und Abgründe, sondern das Gewöhnliche unseres Lebens beschreiben, den Alltag, das was unsere Tage füllt.

Wahrscheinlich bin ich nicht die Einzige, die von just diesem Alltag permanent am Schreiben gehindert wird, wenn ich auch versuche wenigstens ein paar Zeilen abends im Kalender festzuhalten. Ich bin dabei schon mit dem Kuli in der Hand eingeschlafen. Weiterlesen

Proud & platt

Power-Spin-off-was-weiß-ich-Yoga, Marathon, Iron Man – kann man alles machen. Aber wenn man mal so richtig ausgepowert und platt vor Erschöpfung sein will, empfehle ich den Besuch des CSD mit vier aufgeregten Jugendlichen und einem hyperaktiven Kleinkind mit Weglauftendenz.

Ohne Erwachsenenbegleitung hätte die Fundevogelfreundin  (nein, ich soll schreiben Verlobte) nicht mitgedurft und da sie gerade — wie den Großteil des Sommers — hier weilt, war es Ehrensache mitzukommen.

Einhörner tanzen in Netzstumpfhosen. Wasserstoffblonde Engel breiten ihre schwarzen Flügel aus. Überall Farbe, Glitzer und Freundlichkeit. Wer mit großem Rucksack durch eine dichte Menschenmenge einem Kleinkind hinterherrennt und immer noch auf Wohlgesonnene stößt, ist unter außergewöhnlich freundlichen Menschen gelandet. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt IV (Etüdensommerpausenintermezzo)

Erste Äpfel reifen, Brombeeren und Bohnen auch. Was man jetzt nicht gepflanzt hat, wird dieses Jahr nichts mehr. Die ersten Zeichen, dass auch dieser Sommer in seine letzte Runde geht, noch drei, vier Wochen, dann werden die Mauersegler davonziehen. Ich möchte ihre Schreie, ihren Anblick in mich saugen, die Wärme, die Helligkeit, das Bild der Hummeln auf der Goldrute, denn die Wucherblume ist schon vorbei, einen Seelenwintervorrat anlegen möchte ich in mir, weiß, dass ich mich sehnen werde, monatelang. Feuchte Wärme, ich weiß,  vielen ist sie eine Qual, mir ist sie ein Lebenselixier. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt III (Etüdensommerpausenintermezzo)

Konnten wir nicht auch in Wagen Neun steigen?, jammert der Kleine Fundevogel beim Ins-Bett-bringen, denn dem (Zug-)wagen Neun haben haben wir vorhin nachgewinkt und unsere wunderbaren Gäste entschwinden sehen

Innerlich zappelig war ich die Tage zuvor. Würde ich die Frau Taugewas im wirklichen Leben genauso mögen würde wie in ihrer Blogform? Und was soll ich sagen, „in echt“ ist sie noch liebenswerter und ihre beiden Kinder sind einfach bezaubernd.

Zu diesem Besuch demnächst mehr, denn noch sind Kitaferien und die Schreibzeit ist noch rationierter als sonst. Gar nichts gäbe es hier, wenn nicht Christiane die Etüdenverrückten gebeten hätte ihre Lieblingsetüden aus dem virtuellen Keller zu holen und noch einmal einzustellen. Weiterlesen

Aus dem Keller geholt II (Etüdensommerpausenintermezzo)

Das ist Sommer: Nach Hause kommen mit müden Kindern nach einem Tag am Meer, bei der Oma gewesen, noch wohnt sie an der Neustädter Bucht. Schwesterchen hat ihren Geburtstag gefeiert, alle Jahre wieder mit Freundinnen und Freunden am Strand, fröhlich, aber nicht unbeschwert, immer wieder sind wir bei dem Mädchen, das starb.

Beim Öffnen der Türe riecht man die Süße schon und das wabige Wachs. In der Stube stehen die Honigeimer, versuche noch den letzten Rest der kostbaren Süße aus den Waben zu pressen. Die Wärme staut sich, denn die Fenster bleiben zu, sonst hätten wir alle Bienen des Stadtteils im Nest, die nicht ganz unberechtigt einforderten, was ihnen gehört.

Die Türklinken kleben und das leicht ziehende Geräusch beim Gehen verrät: Die Böden auch. Eigentlich alles, einschließlich unserer selbst. Weiterlesen