Denken an N.

Vielleicht liegt es daran, dass gerade mein zweites Kind volljährig geworden ist, jedenfalls laufen meine Gedanken in schlaflosen Nächten kindheitenweit zurück.

Vielleicht werde ich auch einfach nur selbst alt.

Den größten Teil meiner eigenen Kindheit verbrachte ich einer Reihenhaussiedlung, Reihe um Reihe stand ins ehemalige Feld gebaut und jedes Scheibchen Haus mit Gärtchen war wie das andere. Das hatte den Vorteil, dass Nachbarskinder nie irgendwo fragen mussten, wo denn bitte das Klo sei. Manchmal war es auch verwirrend, denn es konnte sein, dass da, wo das Kinderzimmer hingehörte überraschenderweise das Elternschlafzimmer lag. Weiterlesen

Werbeanzeigen

Schuppenzeiten (ABC-Etüde)

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Kurz vor Schluss der aktuellen Runde noch meine Etüde mit den von Petra Schuseil gespendeten Wörtern:

Winterreifen

stolpern

eifersüchtig

die in einen Text mit maximal 300 Wörtern eingearbeitet werden sollten. Das Genre des Textes ist frei. Alle zusammengekommen Texte präsentiert wie immer Christiane in ihrer Schreibeinladung. Von ihr stammt auch die Illustration. Weiterlesen

Denken an D.

Seit ein paar Tagen muss ich wieder an D. denken. Unsere letzte Begegnung liegt an die 40 Jahre zurück und ich hätte ich ihn gern längst vergessen.

D. war eine Pestilenz, ein Quälgeist, eine wandelnde Demütigung.

Ich kann nicht mehr richtig klein gewesen sein, denn der Weg, auf dem er mir auflauerte, war nicht der von der Grundschule, sondern der vom Gymnasium.

Ich war klein, sehr klein für mein Alter, das Adjektiv zart traf damals in fast jeder seiner Bedeutungen auf mich zu, allerdings nicht zart wie ein graziles Reh, eher unbeholfen. D. war fast einen Kopf kleiner als ich, ziemlich kompakt und vermutlich ein paar Jahre jünger. Weiterlesen

Wie der Januar roch (inspiriert von Fräulein Read On)

Der Februar ist schon eine Woche alt und ich hoffe das Fräulein Read On sieht es mir nach, wenn ich erst jetzt dazu komme meinen Beitrag zu ihrer monatlichen Gerüchesammlung zu verfassen.

Fräulein Read On hat ihren Schnupperjahreskreis im Januar vollendet, so erscheint dieses mir lieb gewordene Format zum letzten Male. Weiterlesen

Aus dem Nestalltag (für das Projekt Alltag von Ulli Gau)

Ulli Gau aus dem schönen Café Weltenall (es gibt so wunderbare Blognamen!) lädt ein, einmal im Monat über den Alltag zu schreiben, also über das, was wir den ganzen Tag wirklich tun, das was unser Leben am Leben hält, wenn wir die Zeit auch — häufig theatralisch seufzend — gern mit anderem verbringen würden.

Was dem einen Alltag ist, kommt der anderen oft gar wunderlich vor. So habe ich mir einen eher ungewöhnlichen und für meinen Teil auch ungeliebten Aspekt des Fundevogelnestalltags herausgepickt. Weiterlesen

Kleine Reminiszenz

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Eine Sache vorweg: Wer nicht ohnehin schon bei dergl liest, schaue doch hier und dort. Es geht um das Recht auf selbstbestimmtes Leben, das wir alle so dringend wollen und das vielen Menschen verwehrt wird.

Hier im Nest wird zurzeit viel gekrächzt, gegrummelt und liegen gelassen (und darum, liebe dergl, musstest du auch erst deutlich werden). Das haben sie im Moment alle wochenlang, versichert die Hausärztin und seufzt.

Im Februar müssen wir aber wieder richtig gesund sein, versichern wir uns gegenseitig. Im Februar wird der Große Fundevogel volljährig. Weiterlesen

Die Suche nach dem Dazwischen (für Lydias Blogparade)

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Zum ersten Mal beteiligt sich das Fundevogelnest mit diesem Beitrag an einer Blogparade, der Aufruf dazu stammt von Lydias Welt, einem Blog, den ich kürzlich entdeckt und schon ins Herz geschlossen habe.

Durch Charlottes Adoptionsblog fand ich zu Lydias Frage Was darf man Kindern zutrauen?

Eine Frage auf die es im vielfältigen Fundevogelnest, vielfältige Antworten gibt. Weiterlesen

Brilles Abwege

Am Samstagmorgen nun ist Brille weg, irgendwie zwischen gemütlichem Wochenendmorgenvorlesen und Aufstehen verschwunden. Das ist nicht besonders aufregend, Brille ist die geborene Abenteurerin. Solange wir wissen, wo Ersatzbrille ist, die zwar veraltet und nicht optimal ist, aber den Kleinen Fundevogel vor Kollisionen mit dem Türrahmen bewahrt – das passiert wirklich – , ist alles gut. Ich schüttel ein bisschen am Bettzeug herum und schlüpfe für alle Fälle in einen Gummihandschuh, nein in den Abflussrohren der Toiletten ist Brille dieses Mal nicht gelandet und wenn doch, ist es schon zu spät.

Meistens taucht Brille so unvermutet wieder auf, wie sie verschwindet, bevorzugt an Plätzen, an denen man schon dreimal nach ihr gesucht hat.

Sonntagmorgen genießen der Kleine Fundevogel, Ersatzbrille und ich wieder das vorlesende Faulenzerglück, bis mir plötzlich etwas einfällt.

Fundevogel, sage ich, Brille muss wieder her, wir haben morgen einen Termin beim Augenarzt.
Weiterlesen

Das mittlere Glück (ABC-Etüde)

Die Wörterspende für die erste Etüdenrunde des Jahres 2019 stammt vom Etüdenerfinder Ludwig Zeidler, der sein geistiges Kind längst vertauensvoll in Christianes Arme gelegt hat.

Bei ihr (erster Link) finden sich alle eingetrudelten Geschichten zum Nachlesen, auch die Illustration hat sie erstellt. Die Etüden sind ein offenes Angebot, alle, die möchten, dürfen sich beteiligen, auch ohne eigenen Blog Weiterlesen