Jakobs Schicksal (ABC-Etüde)

Das Schwein kommt im strömenden Regen, gerade als der Jakob eine raucht.

Das Schwein kommt durch die Gartenpforte getrottet , die hat der Pflegedienst mal wieder offen gelassen.

Das Schwein guckt den Jakob an und da ist es schon ganz gut, dass es für den Jakob ein Tag ist, an dem er beschlossen hat, sich über nix mehr zu wundern. Seit dem Aufstehen guckt er durch den Fernseher nach Lützerath und denkt, er sollte vielleicht dort sein aber der Daniel kommt später. Aus zwei Tagen sind vier geworden und die Jenni, die tut den ganzen Tag die erstaunlichsten Dinge, gerade hat der Jakob die Topflappen aus dem Kompost gefischt.

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Neujahrsbegegnung

Eng an ihre Mitfeen gekuschelt lag Cardámine in ihrem weichen Winterlager, dicht hatten sie ihre Nester gepolstert mit Rohrkolbensamen, aus Stacheldrahtzäunen geklaubter Schafwolle und dem geschnittenen Haar ihrer menschlichenn Feunde Cardámine, die Wachste und Neugierigste, die seit Feengedenken geschlüpft war, war in jedem Jahr die erste, die aus dem Winterschaf erwachte, wenn die Temperaturen stiegen und das Herz ihrers wechselwarmen Körperchens schneller zu schlagen begann. Wenn feuchte Luft mit einer Ahnung von Wärme in ihren Kobel drang und eine frühe Hummel oder Biene vorbeisummte, wachte sie auf, schaute manchmal auf Reste tauenden Schnees, schnupperte an den Spitzen der ersten Frühblüher und grüßte die Eisvögel und Kormorane, die nur Wintergäste an der Au waren. Wurden die Tage wieder kälter, legte sie sich neben ihre Gefährtinnen, die wenn sie denn endlich erwachten, milde zweifelnd den Wintergeschichten ihrer Freundin lauschten.

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22.12. – Dritter Besuch | Adventüden

Wer Christianes wunderbaren Adventskalender liest, hat heute meinen Beitrag hinter dem Türchen des Tages vorgefunden. Ein bisschen aufregend ist das schon, steht man dort doch auf größerer Bühne als imNest , dass doch eher im verwunschenen Winkel des Blogwaldes liegt.

Wieso meine im Sommer geschriebene Geschichte unter anderem von dem Thema handelt, das mir später den ganzen November und Dezember zerfressen sollte, bleibt Ziegenbarts Geheimnis.

Ich hatte es aber – noch – einfacher als die Erzählerin der Geschichte. Das Kindchen bleibt hier.

Zerzaust bin ich trotzdem und wünsche derartig derangiert allen Gästen des Nestes Frohe Weihnachten.

Wer mehr von Ziegenbart und seinen Kollegen lesen möchte, gebe ihn einfach in die Suchfunktion dieses Blogs ein.

Irgendwas ist immer

Nachts wandert sie jetzt zwischen den Welten.

Lukas macht das Sorgen, er befürchtet einen Sturz oder dass der Eintopf auf dem Herd verkohlen könnte, dabei isst sie kaum noch etwas. Dann und wann ein Plätzchen genügt.

Kreuzkümmelduft steigt aus der Gebäckdose und sie weiß, heute kommt er zum dritten Mal. Ein Weihnachtswichtel ist er, Ziegenbart sein Name, kein liebenswerter Tunichtgut aus der Art der Geschichten, die sie Lukas und Joyce beim Öffnen der Adventskalender vorgelesen hatte. Ziegenbart kommt aus einer Welt, in der Zartheit und Mut das sind, was gilt.

Bei der ersten Begegnung war sie zehn gewesen, der Duft geheimnisvoll, mit Kreuzkümmel hatte damals in diesen Breiten niemand gekocht. Unendlich verlassen hatte sie sich gefühlt, weiß längst nicht mehr wieso, als er vor ihr gestanden und freundlich um die Batterien ihrer Taschenlampe gebeten hatte, für den Weihnachtsmann. Sie legte sie in seine schmale Hand und alle Verlassenheit verflog. In…

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Vorweihnachtliche Wonnen

Auch dieses Jahr haben wir reichlich Wachs aus unseren Bienenstöcken geholt, ungewöhnlich dunkles diesmal, fast ein bisschen grünlich, ob das eine Verunreinigung ist oder die Immen dieses Jahr halt solches Wachs gemacht haben, ist mir nicht ganz klar. Eher ersteres denke ich. duften tut es auf jeden Fall.

Der Kleine Fundevogel zieht emsig und für seine Verhältnisse ausgesprochen ausdauernd seine eigenen Kerzen,

Richtig dick sollen die werden.

Dullikerzen , nennt er sie und freut sich an dieser Wortkreation fast mehr als an den Kerzen selbst.Und alles Weitere finden Sie auf www.dulli.de. Dieses Kind hört zu viel Privatsender.

Die Dullikerzen sind jedenfalls tolle Unikate und ich sage dann hast du ja ganz wunderbare Weihnachtsgeschenke für alle deine Lieben.

Weihnachtsgeschenke????

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Was war denn los im Nest? Ein paar Stichpunkte

  • viele Zettel vollgeschrieben und keinen einzigen, davon abgetippt
  • warum denn bloß?
  • die komplette Finanzierung des Schulbegleiters des Kleinen Fundevogels organisiert, mit einem in Hamburg wohl einzigartigen Mischfinanzierungsmodell
  • ein Wochenende auf einem wunderschönen Bauerhof zusammen mit anderen Pflegefamilien verbracht
  • der Kleine Fundevogel ist an an diesem Wochenende vom Kettcar nur zum Schlafen und Essen abgestiegen und auch das nur unter Protest
  • die Frau Fundevogel sah dabei den Kranichen beim Ziehen zu
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Das Leben ist manchmal doch eine Waldorfschule (für Sarah Zöllners Blogparade)

Sarah vom Mutter-Sohn-Blog hat aufgerufen zu schreiben, was uns zum Thema Schulstart einfällt.

Vielleicht sollte ich diesem Beitrag eine Warnung voranstellen: Lesen Sie ihn lieber nicht, falls Sie vorhaben Ihr seelisch behindertes Kind an einer Waldorfschule anzumelden oder bedenken Sie einfach, dass es so wie bei uns nun wirklich nicht kommen muss.

Gemeinhin stellt man sich das Waldorfleben ja eher putzig vor, behütet, mit handgefilzten Zwergen und so. Der titelgebende Spruch Das Leben ist keine Waldorfschule spielt auf diese inszenierte Beschaulichkeit an.

Im Sprech der Schulbehörden gilt der Kleine Fundevogel als Kind mit besonderem Förderbedarf,.

Das Wort behindert wird da kaum in den Mund genommen, obwohl wir nicht müde werden unseren Kindern beizubringen Behindert ist kein Schimpfwort!

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Montags im Jugendclub (ABC-Etüde)

Humaira, spielst du mit?

Wenn ihr die Musikbox ausmacht.

Ey, haste was gegen Domiziana, oder was?

Billard musst du hören, das Klicken, das Klacken, das Rollen, sonst ist es nur der halbe Spaß.

Echt jetzt?

Ihr dürft gern allein spielen,

Arthur dreht schon am Regler. Ziemlich schnell bringe ich sie zum Schwitzen. Kleine lasse ich gern gewinnen. Aber Jungs wie Arthur, Halil und Steven durchschauen jedes Anbiedern gnadenlos.

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Tief im Hirnstoffwechsel

Nach langem Zaudern und Zögern habe ich mich vor rund zwanzig Monaten entschlossen im Koboldkrieg zu chemischen Waffen zu greifen, sprich dem Kleinen Fundevogel Medikamente zu verabreichen, die in tief den Hirnstoffwechsel eingreifen.

Das hört sich nicht nur gruselig an, es sind auch gruselige Sachen passiert.

Nur ohne wurde es auch zunehmend gruselig, wir haben vieles, vieles gegen die Kobolde unternommen, mit Umsicht, Geschick und therapeutischer Hilfe und ja auch mit diesem und jenem Nahrungsergänzungs- oder homöopathischen Mittelchen.

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Briefe für Mubende

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Nach wie vor fühle ich mich den Menschen in Mubende/Uganda verbunden, die vor mittlerweile 21 Jahren gewaltsam durch die Armee vertrieben wurden, um Platz zu schaffen für die Kawerid-Kaffee-Plantage des Hamburger Kaffeekonzerns Neumann.

285 Familien von Vertriebenen haben eine relativ Entschädigung auf dem Klageweg erstritten- deren Auszahlung nun verschleppt wird. Vielen der Vertriebenen und ihren Kindern fehlt es wirklich am Allerlebensnotwendigsten.

Deshalb beteilige ich mich an der Briefaktion der Menschenrechsorganisation FIAN, die den Fall seit vielen Jahren begleitet.

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Dereinst (ABC-Etüde)

Dereinst, wenn meine Bewegungen nicht mehr wohlwollend behäbig genannt werden können, sondern nur noch Zittern, Zaudern und Stolpern sind; wenn die Systeme meines Leibes nur durch Kästchen vielfarbiger Tabletten unvollkommen am Zusammenbruch gehindert werden: wenn mein Geist und die Gegenwart einander nicht mehr erkennen, meine Seele zwischen den Welten herumgeistert und durch eine Zeitlupe blickend nach Mustern sucht, in dem was so verwirrend mein Leben gewesen sein soll, dann habt Nachsicht mit mir.

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