Der Engel auf dem Parkdeck (ABC- Etüde)

Heute sind den ganzen Tag Wildganskeile über unser Nest hinweggeflogen, ihr unverwechselbarer Schrei bringt wohl nicht nur in meiner Seele viel Widersprüchliches zum Klingen.

Im Nest toben weiterhin schwere Stürme, die mich vollauf beschäftigen. Daher bin ich froh, nicht nur endlich meine Adventüde (Danke für die Geduld, liebe Christiane), sondern auch noch einen Beitrag zur ersten Etüdenrunde des Herbstes fertigbekommen zu haben. Schreiben tut mir immer gut – nur muss ich halt dazu kommen. Eine Lehre der letzten Monate ist. weder dafür noch für anderes am Schlaf zu sparen.

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Salz der Erde

Kleines zartes Wesen in meinen Arm gelegt, zwanzig Minuten bloß, eine halbe Stunde vielleicht, so lang wie deine Mutter im Sprechzimmer des Arztes verweilen wird.

Dreizehn Tage bist du alt, gerade erst hast du den schmerzhaften Weg aus der warmen Geborgenheit hinter dich gebracht, einen der beiden schmerzlichen Wege, die keinem Menschen erspart bleiben.

Sonst aber bist du unversehrt. In Liebe empfangen, in voll ausgekosteter Sehnsucht erwartet, heil und zur rechten Stunde durch den Geburtskanal gerutscht, auf einer warmen Brust von liebkosenden Händen mütterlich, väterlich willkommen geheißen, mit süßer Milch aus dieser Brust genährt.

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Das Nest-ABC (ABC-Etüde, aber sowas von)

Der Sommer schreitet voran, die Mauersegler sind abgereist. Die Kürbisse reifen, wenn man sie täglich gießt, die Bohnen und die ersten Äpfel auch.. Goldrutengold wispert: Kein Sommer währt ewig und hoffentlich auch keine Trockenheit. (Nein tut sie nicht, jetzt endlich fällt Wasser vom Himmel.)

Im zweiten Teil der ABC-Etüdensommeredition hat Christiane uns aufgegeben uns einmal durch ganze ABC zu einem selbst gewählten Thema hindurch zu etüden und auch bei Q, X und Ypsilon nicht zu zagen.

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Fremde Federn 2

Man soll sich mit fremden Federn schmücken, solange man welche hat“, steht auf einem Kühlschrankmagneten.

Umweltschutz ist wunderbar und sinnvoll. Es kann eine zeitraubende Aufgabe werden, eine zermürbende und viel zu oft lebensgefährlich.

Nicht dass ich mich zurzeit auch nur auf die harmloseste Weise groß im Umweltschutz oder für Menschenrechte engagiere. Ich muss akzeptieren, meine Aufgabe ist derzeit eine andere. Weiterlesen

3. Mai 2020 (ABC-Etüde, Sommeredition)

Sommer ist es, diesmal wieder mit Regentagen, besänftigend ist das und den Schnecken leider ein Jubelfest.

Keine vertrauten 300-Wörter-Etüden derzeit.

Stattdessen lädt Christiane zur Sommergeschichte ohne Limit, dafür mit mindestens sieben aus zwölf kunterbunt zusammengespendeten Wörtern, die auf der ebenfalls von Christiane gestaltetet Graphik zu finden sind, die von mir rausgepickten habe ich nicht „gefettet“, wie Olpo so schön sagt, weil mich das immer beim Lesen irritiert. Und ein Ort auf Erden sollte darin erkennbar sein, es wurden mehrere. Weiterlesen

Das Leben in den Zeiten der Koboldkriege

Keine Fantasy diesmal.

Leider.


Eine Armee ist in unser Nest eingefallen. Vor Jahren schon. Ein Heer listenreicher Koboldwesen. Viele sind sie.

Und gerissen.

Wenn meine Großmutter mal wieder ihre Brille verlegt hatte, rief sie da sitzt doch wohl schon wieder so ein Kobold drauf!

Erst wenn der sich wegbequemt hatte, wurde die Brille wieder sichtbar, lag, wo die Oma doch vorher schon fünfmal nachgesehen hatte. Weiterlesen

Immer wieder Igel und Mauersegler

Beim Nachhausekommen eine Karte aus dem Kasten gefischt Ihre Postsendung wurde bei den Nachbarn hinterlegt, ah, endlich das Geschenk für den Studenten der Geowissenschaften, drei Wochen nach seinem Geburtstag.

Die Nachbarin wuchtet ein riesiges Paket in den Hausflur, schwer ist es, auch wenn ein Brettspiel Dinosour Island heißt, muss es nicht das Gewicht eines Minisauriers haben. Weiterlesen

Freuden des Gärtnerns (nachgereichte ABC-Etüde)

Drei Tage die Woche geht der Kleine Fundevogel nun zur Kita, das heißt eigentlich geht er in den Park, aber zusammen mit den Erzieherinnen und einem Teil der Kita-Kinder. Andere werden in der Kita betreut und durch verschiedene Eingänge, die mir noch nie aufgefallen waren, zu ungewöhnlichen Zeiten hereingeschleut. Abenteuerkita. Dem Kleinen Fundevogel gefällt es.

In den freien Stunden versuche ich ein wenig das angestaute Chaos zu entwirren, mit mäßigem Erfolg. Weiterlesen