Sie leben

Immer mal wieder lese ich die seltsame Mär, lege man in der Heiligen Nacht zur zwölften Stunde sein Ohr an den Bienenstock, höre man die Immen wahlweise Weihnachtslieder summen oder das Lukasevangelium rezitieren.

Die erste Frage, die sich aufdrängt ist, ob es auch Bienenvölker gibt, die z.B. zum Opferfest Koransuren summen. Weiterlesen

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Weihnachten – nichts für Weicheier

Weihnachten ist weitgehend vorbei. Ganz vorbei wird es sein, wenn der Weihnachtsbaum meinen Schreibtisch verlässt und keine Schokoladenweihnachtsmänner mehr als morgendlicher Brotbelag zur Verfügung stehen. Und wenn der Kleine Fundevogel wieder schläft.

Er wirkt so unbekümmert, Hänschen klein ging allein die weite Welt hinein, keinen Blick zurück wirft er, wenn eine Schiebetür sich auftun könnte, ein Schalter lockt, eine Fahrstuhltür, ein Hund. Völlig unbefangen geht er auf Wildfremde zu, erzählt ihnen was ihm gerade durch den Kopf geht, fordert ohne eine Spur des Unbehagens im Bus Fahrgäste auf, ihm diesen, ja genau diesen von ihm erwünschten Platz freizugeben (nein, das erlaube ich nicht). Weiterlesen

Weltenwanderer Teil 2 (ABC-Etüde)

Ich jage den vorbeiziehenden Etüden nach und die abgedrehte Weihnachtsgeschichte geht weiter:

Wortspenderin der nun auch schon verflossenen Etüdenrunde war Elke H. Speidel mit ihrem Blog transsilabia. Sie spendet immer die schönsten  — oder dem Erzählvogel gefälligsten? — Wörter, weshalb ich ihre Wortspende

Winterbaum

nasskalt

nachtrauern

auf gar keinen Fall auslassen konnte. Weiterlesen

Weltenwanderer Teil 1 (ABC-Etüde mit Verspätung)

Kaum nimmt die Frau Fundevogel sich vor ihren Alltag etwas gelassener anzugehen, ist sie auch schon im Verzug. Weihnachtsgeschenke, Onlinepflichtfortbildungen, Vorbereitungen für dieses und für jenes … Die Etüden zwicken da noch am wenigsten, außerdem hatte ich mir ja einiges anderes von der Seele geschrieben.

Aber trüb ist es so etüdenlos. Gar zu trüb. Weiterlesen

Im Regen

Rundum warm war die Weihnachtslesung im Café Mehlbeere, angenehm geheizt und vor allem menschlich warm. Es brannte kein Feuer, aber es fühlte sich an, als säßen wir um eines herum. Vor der Lesung Geschichten und Erinnerungen ausgetauscht mit den befreundeten Damen des Cafés, gelacht und nachdenklich gewesen. Die Lesung selbst hat gefallen, das oberste Gebot du darfst dein Publikum nicht langweilen, scheine ich erfüllt zu haben.

Auf dem Weg zum Zuge peitschten uns eisige Böen genau entgegen, es regnete mit einer Macht, die gefühlt irgendwo zwischen echt norddeutschem Schietwedder und Apokalypse lag, die Herzensfreundin gab ihrem Rollstuhl die Sporen, der Große Fundevogel und ich rannten, nichtsdestotrotz klatschten hinterher drei Jeans eiskalt an den Beinen ihrer schlotternden Besitzerinnen.

Ein einzelner Mensch stand auf dem Bahnsteig und fragte, wann denn der Zug nach Kiel käme.

Nach Kiel? Im Leben fährt hier kein Zug nach Kiel, aber in ein paar Minuten kommt hier ein Zug nach Lübeck, da können Sie umsteigen. Weiterlesen

Der Nikolaus der vergessenen Schuhe

Der Adventskalender hängen, der Adventskranz hält mehr oder weniger zusammen und der Student der Geowissenschaften bäckt Stollen. Auch wenn die Japanischen Kirschen hier in der Straße zur Unzeit blühen, die Zeit für Weihnachtsgeschichten ist gekommen.

Diese hier schrieb ich vor einigen Jahren zum Nikolaustag für den Großen Fundevogel, der nicht Ina heißt, aber das Nikolaus-Sein im Herzen trägt. Außer der Namensänderung habe ich nur noch ein paar Insiderinfos hinzugefügt, ohne die die Geschichte außerhalb des Nests schwer verständlich wäre.

Am nächsten Samstag werde ich wieder im wunderbaren Café Mehlbeere in Großenbrode Weihnachtsgeschichten vorlesen (mehr dazu in der Seitenleiste) und bin ganz schön aufgeregt und beschäftigt deswegen. Weiterlesen

Wie der November roch (inspiriert von Fräulein Read On)

Wieder beschreibt und sammelt das bezaubernde Fräulein Read On Geruchseindrücke des vergangenen Monats.

Am besten lesen und schnuppern Sie dort selbst.

Und so roch es hier:

Der November riecht nach geschlossenen Fenstern, nach Heizung riecht er und der ungelöstenFrage, wieviel Heizung ist für das Klima zuviel, wie wenig für die Bewohner zuwenig? Weiterlesen