No rabbit, no hedgehog.

Ich habe es getan.

Die Drahtschere habe ich extra für diesen Tag gekauft.

30 Jahre nach 1989, in den Zeiten von Zäunen gegen Wildschweine und Flüchtlinge habe ich einen Zaun zerschnitten.

Meinen Zaun, den schrebergärtlichen Schutzwall gegen Kaninchen, Kiffer, Hunde und die böse Außenwelt an sich.

Die Kiffer schaffen es sowieso schon ganz gut über die Hecke auf unsere Terrasse, und richten dort außer Kippen wenig Schaden an, meist kommen sie aus der nahe gelegenen Waldorfschule die haben genug Taschengeld, sagt der Student der Geowissenschaften. Weiterlesen

Tenebrio molitor

Der Erzählvogel ist unzufrieden mit der Frau Fundevogel.

„Findest du dich nicht etwas trübsinnig zurzeit?“, moniert er.

Bin halt nachdenklich, reg dich nicht auf, das vergeht wieder“.

„Ich kann die erzählen was ich will, du machst garantiert einen Text daraus, der dir nachher für deinen Blog zu missgelaunt ist.“

„Grmpf“

„Was ist das für eine unqualifizierte Antwort?“

„Eine, die alles sagt.“

„Als ob hier nur Trübsinniges passieren würde, denk doch mal an…“

Finger und Schnabel stürzen sich auf die Tastatur. Weiterlesen

19.12.19

Die Mütze nachlässig in die Hecke gelegt, den Bienen beim Fliegen zugesehen, den Meisen beim Flirten, die Jacke zur Mütze geworfen.

Das Kind singt Leise rieselt der Schnee.

Der orangen Ringelblumenblüte erweist eine Hainschwebfliege Winterschwebfliege in der Luft stehende Ovation.

Eine Fliege inspiziert einen Lebkuchenrest.

Ich pflücke Salat.

Morgen In drei Tagen Wintersonnenwende steht im Kalender.


Nachtrag am 21.12: Zwei Fehler in so einem kurzen Text, das muss man erst mal schaffen.

Zur Wintersonnenwende siehe Christianes Kommentar, und dass es Winterschwebfliegen gibt, habe ich bis eben noch gar nicht gewusst. Vielen Dank, liebe Puzzleblume.

Ich freue mich immer über Likes und Kommentare zu meinen Texten, muss aber darauf hinweisen, dass WordPress.com – ohne dass ich daran etwas ändern könnte — E-Mail und IP-Adresse der Kommentierenden mir mitteilt und die Daten speichert, verarbeitet und an den Spamerkennungsdienst Akismet sendet. Ich selbst nutze die erhobenen Daten nicht (näheres unter Impressum und Datenschutz). Sollte das Löschen eines Kommentars im Nachhinein gewünscht werden, bitte eine Mail an fundevogelnest@posteo.de, meistens werde ich es innerhalb von 48 Stunden schaffen dieser Bitte nachzukommen.

 

XL-Eier

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Ich habe ja bekanntlich einen Knall. Einen Hühner-Knall. Ich verehre gefiederte Drama-Queens, liebe ihre Geräusche, ihre Bewegungen, das kribbelige Gefühl, wenn sie einem mit ihrem spitzen Schnabel Körner aus der Hand picken. Die Mauser der beiden Kleinen ist fast vollzogen, sie sehen fast wieder aus wie Hühner. Eier legen sie noch nicht wieder.

Die Riesinnen legen auch schon seit Wochen nicht, aber ihre Federn haben sie noch. Mich, die ich mir doch so gern Sorgen mache, macht das ganz nervös. Das kann doch nicht gesund sein, nicht dass die Riesinnen als nächste tot umfallen. Lese nun, dass Hochleistungshennen das Mausern weitgehend abgezüchtet wurde bzw. nicht mehr im naturgegebenen Rhythmus stattfindet. Ich sag doch, das kann nicht gesund sein. Dabei dachte – und schrieb- ich, die Mauser sei der Grund, aus dem sie in kommerziellen Haltungen so früh geschlachtet würden. Weiterlesen

Ins Schwärmen geraten …

… sind wir am vergangenen Wochenende.

Erst war der Samstag so ein Tag gewesen, den man am liebsten schnell verstreichen sähe. Irgendwie Halsschmerzen, ohne krank zu sein, ein Huhn, das auch nicht krank gewesen war, sondern plötzlich tot auf seinen Eiern lag, quengelige, streitlustige Kinder, betrüblich, unentschlossen, missgelaunt wie manche Tage halt sind.

Jetzt aber doch noch raus, beschließe ich gegen 17 Uhr, sonst werden wir hier alle vollends unleidlich. Dann fiept das Telefon, will eine SMS loswerden, die Nummer kenne ich nicht. Hallo, neben der Eissporthalle hängt ein Bienenschwarm im Baum, vielleicht sind es auch Wespen LG … Weiterlesen

Mauerseglertag

Endlich ist sie da, die erste grazile halbmondförmige Silhouette vor lila Regenwolken. Erhaben kreisend über dem normalen Elster-Meisen-Ringeltaubenverkehr, der sich in der Höhe unseres Zuhauses zwischen den Baumkronen abspielt. Wie kleines Gewusel müssen wir von ihrer Höhe aus wirken. Kühn segelnd, Kinder der Lüfte, die beim Fliegen schlafen und sich im Flug paaren können, Körper gewordene Eleganz.

Keinen Mauersegler wird interessieren, dass sein bloßer Anblick für mich reines Glück ist. Jahr für Jahr fange ich spätestens am 29.April, meinem Geburtstag, an in die Luft zu starren, da muss doch irgendwo … Noch bin ich gegen keinen Laternenpfahl gerannt, aber ein bisschen komisch sieht sie bestimmt aus, dieses Frau, die da in der Luft nach irgendetwas sucht, als hätte sie es verloren. Weiterlesen

Ein Falterknicks

Laut der Internetseite von Thomas Radetzki wurde die von ihm gestartete Petition an den Deutschen Bundestag gut 70.000 mal unterzeichnet. Der Petitionsausschss des Bundestages ist hiermit verpflichtet sich mit der gründlicheren und realitätsnahen Überprüfung neuer Pestizide auseinanderzusetzen.

Das ist ein erster Schritt. Ich werde an „meine“ Bundestagsabgeordnete (die hat schon öfter Post von mir bekommen) schreiben und sie bitten sich dieser Petition anzunehmen. Weiterlesen

Eine Falterbitte…

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… oder eine Bitte im Namen der Falter oder eine Bitte, von der ich glaube, dass Falter sie gut finden könnten … Ich habe natürlich nicht die geringste Ahnung, was Falter gut finden würden, aber leben tun wir doch alle eigentlich ganz gern und nach Wehklagen und melancholischen Texten über das stille Schwinden der Falter ist mir ein zarter Versuch dem entgegen zu treten über den Weg gelaufen:

Der Imkermeister Thomas Radetzki hat eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet, in der es darum geht, dass Pestizide vor ihrer Zulassung (oder dann hoffentlich Nichtzulassung…) wesentlich gründlicher auf ihre Auswirkung auf Bienen und andere Insekten getestet werden. Das scheint bis jetzt erschreckend oberflächlich zu laufen. Immer wieder werden Pestizide wieder vom Markt genommen, weil sie doch bienenschädlicher sind, als bei ihrer Zulassung prognostiziert wurde. Auf der verlinkten Website wird das Ganze besser und genauer erlärt, als ich es je könnte, daher weise ich Interessierte freundlich in diese Richtung. Weiterlesen

Österliches

Aus diesen und jenen Gründen und vor allem weil nicht abgeschlossen war (Kinder, die glauben erwachsen zu sein, grmpf) bin ich nach abgesandter Etüde mitten in der Osternacht zum Schrebergarten gelaufen. Einmal angekommen und die nötigen Handgriffe erledigt, konnte ich natürlich nicht widerstehen mit der Taschenlampe übers Grundstück zu streiche: Kein Igel, keine Kröte, kein Frosch. Schade. Doch haben sie schließlich keinen Vertrag mit mir.

An den Bienenstöcken dagegen , wo ich wirklich nichts und niemanden erwartet hatte, herrschte ein sommerliches Treiben wie im Schanzenviertel (ein beliebtes Partyviertel hier in der Stadt). Weiterlesen

Orange Falter

Erster Krokus, erste Hummel, erster … typische Frühlings-Glücksmomente. In diesem Jahr gibt es die Version für Ungeduldige, verbunden mit der unbehaglichen Frage welche Kapriolen Natur und Mensch in diesem Jahr des Klimawandels erleben werden.

Die Bienen haben schon am Valentinstag ihren Reinigungsflug absolviert, der erste Tag im Jahr, an dem sie wieder massenhaft fliegen und – daher der Name – nach der langen Winterpause endlich „auf Klo“ können. Im Imkerkurs wurden wir ermahnt, die Nachbarn zu warnen nicht am ersten schönen Tag gleich die Laken rauszuhängen, der vielen kleinen braunen Pünktchen wegen. Hier im Schrebergarten hängt niemand Wäsche raus, die Immen sprenkeln nur ihr eigenes Haus. Weiterlesen