Neunter Neunter

Du hättest gestern etwas zum Welttag des alkoholgeschädigten Kindes schreiben sollen, nölt eine kleine nervige Stimme in mir, die mich dafür qua Blogthema für verpflichtet zu halten scheint.

Nee, da fällt mir gerade aber nix gescheites ein, habe mich schon immer schwer damit getan pünktlich zu irgendwelchen „Welttagen“ etwas auszuspucken. Neunter Neunter als Mahnung neun Monate lang nichts zu trinken, falls wer sich fragt, warum gestern und nicht morgen.

Außerdem war hier auch so genug los. Dass der Kleine Fundevogel seine erste Zahnlücke hat, wird erstmal gebührend fotographisch gewürdigt. Dann zockelt der Kleine Richtung Bauspielplatz und die geschätzte Mitimkerin und ich nutzen den schönen Spätsommertag, um Varroamilben zu zählen, jene biestigen kleinen Biester, die imstande sind ein Bienenvolk so auszusaugen, dass es stirbt.

Weiterlesen

Von Schlägen– mit und ohne Publikum

Bekommen Sie manchmal mit wie Kinder ihre Eltern beleidigen, bespucken, schlagen?

Schublade auf:Das sind diese kleinen muslimischen Prinzen, deren Kopftuchmamis vor Männern kuschen, selbst wenn sie erst vier sind. Schublade zu.

Schublade auf:Das sind diese alten Mütter, die so abhängig sind von der Liebe ihrer spät empfangenen Kinder, dass sie nicht aushalten ihren verzogenen Goldschätzchen irgendetwas zu verbieten und darüber jede Selbstachtung zu verlieren. Und diesen Kindern so Halt und Orientierung versagen. Schublade zu.

Schublade auf: Das sind die Asozialen. Die gehen zu Hause alle so miteinander um. Die Kinder kennen keine andere Form der Konfliktlösung. Schublade zu.

Nicht die ersten Vorurteile meines Lebens, die mir mit großem Getöse auf die Füße gefallen sind.

Weiterlesen

Fremde Federn 5

„Man soll sich mit fremden Federn schmücken, solange man welche hat“, steht auf einem Kühlschrankmagneten.

Dieser Text enthält Links zu Websites, denen ich vertraue. Dass auch dort Daten von Ihnen gespeichert werden, ist Ihnen sicherlich bewusst.

Die Zeit, die ich im Internet überaupt verbringen kann, ist kostbar geworden. Und das bisschen, das mir bleibt, verbringe ich gerade hauptsächlich in Imkereiforen, denn meine Bienen machen mir Kummer. Jetzt wo alles prall sein sollte, werden sie weniger, nehmen ab an Gewicht. Hunger lautet die aktuelle Diagnose der hilfreichen Gemeinde.

Weiterlesen

Freisprechung

Ein freier Gesell ist der Große Fundvogel nun.

Feierlich freigesprochen. Nach altem Zunftgebrauch haben der Lehrherr, die Klassenlehrerin und die Ausbilder nichts mehr zu sagen.

Darauf ein Glas Sekt, nein lieber einen Orangensaft um neun in der Früh.

Auf die Walz geht es nun freilich nicht, sondern in einen Job, vertraut aus Praktikum und vielen Aushilfsstunden. Hat sich verdient gemacht, in die Herzen geschlichen, ein guter Ort scheint das, wo solches mehr zählt als die Ziffern auf dem Zeugnispapier.

Bestanden ist freilich alles, ohne dass Augen zugedrückt werden mussten, von wem auch immer. Es juckt in den Fingern eine triumphierende Mail zu schreiben an die vorige Schule, die sich behängt mit Preisen im Dienste der Inklusion und das Objekt ihrer Bemühungen immer nur in der Werkstatt für behinderte Menschen sah.

Gelingen und Zuversicht gab es erst ohne das Zaubermittel Inklusion.

Schweiß, Tränen und Wutanfälle hat es gekostet den alten Prophezeiungen ein Schnippchen zu schlagen. Aber niemals Blut. Freigesprochen nun sind wir beide von der theoretischen Art des Lernens, die nicht passt zu diesem Menschenkind

Mit dem eigenen Geld wird nun die Freisprechung aus der Jugendhilfe auf dem Fuße folgen. Nach über siebzehn Jahren werden wir nicht mehr heißen Pfllegemutter und Pflegekind. Vor dem Gesetz sind wir bestenfalls eine Wohngemeinschaft.

Doch die wahren Fäden bleiben.

Ein Leben lang.

Ich freue mich immer über Likes und Kommentare zu meinen Texten, muss aber darauf hinweisen, dass WordPress.com – ohne dass ich daran etwas ändern könnte — E-Mail und IP-Adresse der Kommentierenden mir mitteilt, die Daten speichert, verarbeitet und an den Spamerkennungsdienst Akismet sendet. Ich selbst nutze die erhobenen Daten nicht (näheres unter Impressum und Datenschutz). Sollte das Löschen eines Kommentars im Nachhinein gewünscht werden, bitte eine Mail an fundevogelnest@posteo.de, meistens werde ich es innerhalb von 48 Stunden schaffen dieser Bitte nachzukommen.

Das Nest-ABC (ABC-Etüde, aber sowas von)

Der Sommer schreitet voran, die Mauersegler sind abgereist. Die Kürbisse reifen, wenn man sie täglich gießt, die Bohnen und die ersten Äpfel auch.. Goldrutengold wispert: Kein Sommer währt ewig und hoffentlich auch keine Trockenheit. (Nein tut sie nicht, jetzt endlich fällt Wasser vom Himmel.)

Im zweiten Teil der ABC-Etüdensommeredition hat Christiane uns aufgegeben uns einmal durch ganze ABC zu einem selbst gewählten Thema hindurch zu etüden und auch bei Q, X und Ypsilon nicht zu zagen.

Weiterlesen