Drei Wünsche frei (ABC-Etüde)

Nach schwer kommt leicht.

Fraggles extravagante Wortspende

Gewächshaus

fälschen

jodhaltig

setzte in mir nur Unfug frei…

Außerdem ist es mir zum ersten Mal gelungen meine Etüde am Worterscheinungstag nun zumindest geschrieben zu haben (handschriftlich, Punktlandung 299 Wörter, man erwirbt seltsame Fähigkeiten). Die Fundevogeloma hielt es nämlich für eine gute Idee den Kleinen am Sonntagmorgen ins Kinderkino einzuladen. Im Nachhinein fand sie die Idee nicht mehr ganz so gut („so laut wie er war keiner“), aber ich saß bei Kaffee und Croissant im Café mit Papier und Stift, Traum für wahr.

Christiane wie immer tausend Dank für das Etüdenrundumwohlfühlprogramm.

Die kleine blaue Protagonistin heißt übrigens Cardamine, über sie gibt es ein gut 200 Seiten dickes Buch (sensationelle Auflage: ein Exemplar!), geschrieben vor einer gefühlten Ewigkeit für meinen Sohn, der sich eine Feengeschichte für Jungs gewünscht hatte.

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Irgendwie hatte sich eine Libelle im Durchgang zwischen dem sichtbaren und dem verborgenen Gewächshaus verfangen, Tierisch blau war die, grell geradezu.

Tierlieb war er schon immer gewesen, selbst im dumpf benebelten Zustand sonntagmorgens um elf. Behutsam puzzelte er das Tier aus dem Scharnier.

Danke schön, sagte es artig.

Da nicht für, er grinste. Ey, sie hatten wirklich das geilste Dope ever gezogen, hier im geschickt versteckten Gewächshaus. Das riskante Fälschen von Kreditkarten würden sie bestimmt bald bleiben lassen können.

Anstatt wie jedes normale Insekt die Biege zu machen, sagte die Libelle jetzt förmlich: Drei Wünsche stehen dir frei. Sie hatte ein Kleid an, echt jetzt, und gar nicht so komische Augen wie andere Libellen, sondern ein richtig süßes Gesicht, erinnerte ihn an Rosalie, die ihn so schmerzhaft hatte abblitzen lassen.

Saugeiles Dope!

Na, dass unser Stoff immer so knallt wie heute, sagte er breit grinsend. Sie grinste zurück, etwas gehässig wie ihm schien.

Und was noch?

Hm, wäre eigentlich cool auch was Legales am Start zu haben. Sagen wir mal, es gelingt mir, im Tarngewächshaus super jodhaltigen Grünkohl zu ziehen, einen der alle Tabletten, Jodsalz und Seefisch unnötig macht und alls drittes, äh…. na klar! Rosalie soll auch mich stehen!

Es sei!

Und weil seine Züchtung wirklich knallte, zog die Libelle einen winzigen Zauberstab aus dem Kleid, der irgendwelches Glitzerzeug versprühte. Dreimal.

Aus dem seligen Rausch holte ihn sein kreischendes Handy. Rosalie wollte ihn dringend sehen.

Ihre Einfalt ging ihm bald auf die Nerven, aber er liebte es so geliebt zu werden und die neun Töchter, die sie ihm in rascher Folge gebar, vergötterte er. Dank des Saatgutpatens auf den sensationell jodhaltigen Grünkohl konnte er seinen zehn Frauen fast  jeden Wunsch erfüllen.

Nur das mit dem Dope , das ließ er bald bleiben, seine Züchtung machte nur dumpf benebelt. Sonst nix.

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15 Gedanken zu “Drei Wünsche frei (ABC-Etüde)

  1. Christiane Oktober 7, 2019 / 1:52 pm

    Da soll noch mal einer sagen, dass aus Wünschen, die man im breiten Zustand ausspricht, nichts Gescheites wird! Und offensichtlich hat er es ja in dem Moment nicht mal geblickt, sondern für Hallus gehalten …
    Vielen Dank für deine Etüde, ich habe mich bestens amüsiert.
    Ach, manchmal ist Etüdenlesen am Mittag echt toll!
    Vergnügte Grüße
    Christiane

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  2. fraggle Oktober 7, 2019 / 2:39 pm

    Es ist bemerkenswert, wie viele Etüdenverfasser und Innen einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen dem Wort „Gewächshaus“ und dem Anbau halluzinogener Erzeugnisse herstellen. Ich weiß zwar nicht genau, was ich mir bei der Wortspende gedacht habe, bin aber sicher: DAS nicht! 😉

    Ungeachtet dessen gefällt mir der Text ausnehmend gut und es bewahrheitet sich mal wieder der Spruch „Bedenke gut, was du dir wünschst, es könnte wahr werden.“ 🙂

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      • fundevogelnest Oktober 7, 2019 / 10:32 pm

        Ja, aber erst nachdem meine Etüde online war.
        Eine Kifferei hier, vor meinem Schrebergarten hocken immer die Steinerschüler (die Schule ist direkt gegenüber) und kiffen, dass ich mich frage, ob das für meine Bienen noch bekömmlich ist. Mein Sohn behauptet, die sind die schlimmsten, weil die anders als die meisten hier im Quartier genug Taschengeld haben

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    • fundevogelnest Oktober 12, 2019 / 10:23 pm

      Findest du sie so hinterhältig? Wahrscheinlich hat sie ihn vor dem Knast bewahrt.
      Es ist ja nicht ihre Schuld, dass er sie für die nicht vorhandene Wirkung seiner völlig wirkungslosen Hanfzüchtung hielt.

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  3. stachelbeermond Oktober 12, 2019 / 11:22 pm

    Stimmt natürlich auch wieder… aber trotzdem, Feen, die seltsame Wünsche erfüllen und dabei grinsen, die sind mit Vorsicht zu genießen! 🙂

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    • fundevogelnest Oktober 12, 2019 / 11:43 pm

      Feen sind generell mit Vorsicht zu genießen, ich fürchte gerade Cardamine und ihre Mitffeen bekommen Spaß an diesem Blog …

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